Bodennutzung

Anbau auf dem Ackerland 2010

Für das Jahr 2010 ergab sich - basierend auf den Angaben der EU-Förderanträge (Stand September 2010) - eine Ackerlandfläche von 1,36 Mio. ha, was 16,3% der österreichischen Staatsfläche entsprach. Den größten Anteil des Ackerlandes nahm der Getreideanbau mit 811.789 ha (59,5%) ein. Feldfutterbau wurde auf einer Fläche von 246.488 ha (18,1%) betrieben und auf Ölfrüchte entfielen 146.087 ha (10,7%). Während Hackfrüchte auf einer Fläche von 67.007 ha (4,9%) angebaut wurden, machten Körnerleguminosen mit 24.400 ha 1,8% des gesamten Ackerlandes aus. Schließlich lagen im Jahr 2010 41.765 ha oder 3,1% des Ackerlandes brach; nur rund 26.254 ha (1,9%) entfielen auf sonstige Ackerlandflächen bzw. wurden für den Anbau von Spezialkulturen, wie z.B. Gemüse, Blumen, Erdbeeren sowie Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen genutzt.

Die Getreideanbaufläche 2010 nahm im Vergleich zum Vorjahr mit 811.789 ha um 23.282 ha (-2,8%) ab. Ein Flächenrückgang war sowohl beim Brotgetreide um 8.871 ha (-2,5%) auf 351.543 ha als auch beim Futtergetreide um 14.411 ha (-3,0%) auf 460.246 ha zu verzeichnen.

Körnerleguminosen (Eiweißpflanzen bzw. Hülsenfrüchte) wurden auf 24.400 ha kultiviert, um 2.811 ha (+13,0%) mehr als 2009. Bei den Hackfrüchten war mit einer Anbaufläche von 67.007 ha ein Plus von 711 ha (+1,1%) zu verzeichnen. Die Anbaufläche von Ölfrüchten nahm um 12.063 ha (+9,0%) auf 146.087 ha zu. Eine Ausweitung um 6.767 ha (+2,8%) auf 246.488 ha wurde beim Feldfutterbau ermittelt. Das Flächenausmaß der Bracheflächen reduzierte sich im Jahr 2010 um 7,3% auf 41.765 ha.

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Rubrik „Weitere Informationen“ unter „Anbau auf dem Ackerland 2010“.

Methodische Hinweise

Mit dem Beitritt Österreichs zur EU wurde 1995 das Integrierte Verwaltungs- und Kontrollsystem (INVEKOS) eingeführt, in dessen Rahmen mit Hilfe des so genannten „Mehrfachantrags“  detaillierte, parzellenweise Angaben über die Anbauflächen der einzelnen Feldfrüchte durch die Agrarmarkt Austria erhoben werden. Diese Daten wurden auch für 2010 - wie schon seit 1996 - von der STATISTIK AUSTRIA übernommen und sekundärstatistisch ausgewertet. Die Ergebnisse wurden vor der Publikation einer eingehenden Prüfung unterzogen und in jenen Bereichen (überwiegend im Gemüse-, Blumen- bzw. Zierpflanzensektor), in denen im Rahmen der Förderanträge Untererfassungen vorliegen, aufgrund von Experten-/Expertinnenschätzungen entsprechend revidiert und ergänzt.

Seit 2005 erfolgt die Publizierung der Flächen nach deren tatsächlicher Lage. Frühere Auswertungen erfolgten nach dem Wirtschaftsprinzip, d.h. die Flächen wurden jenem Bundesland zugeordnet, in dem der Betriebssitz des jeweiligen Bewirtschafters lag. Dies führte in einigen Bundesländern zu Verzerrungen, wie z.B. zwischen dem Burgenland und Niederösterreich, wenn niederösterreichische Landwirte/Landwirtinnen im Burgenland Flächen bewirtschaften und diese Flächen - gemäß dem Wirtschaftsprinzip - Niederösterreich zugerechnet wurden.

Weingartengrunderhebung 2009

Österreich ist seit dem Beitritt zur Europäischen Union durch die Verordnung (EWG) Nr. 357/79 des Rates der Europäischen Union verpflichtet, im 10-Jahres-Rhythmus eine Weingartengrunderhebung durchzuführen. Als nationale Rechtsgrundlage zur Umsetzung der Erhebung wurde vom Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft - auf Basis des Bundesstatistikgesetzes 2000 idgF - die Verordnung BGBl II Nr. 244/2009 betreffend die Statistik über die Weingartenflächen im Jahr 2009 (Weingartengrunderhebungsverordnung 2009) erlassen. Somit wurde nach 1999 mit Stichtag 31. Juli 2009 wieder eine Weingartengrunderhebung durchgeführt.

Als Datenquelle wurden für die weinbautreibenden Bundesländer Burgenland und Wien die Landesweinbaukataster, für Niederösterreich und Steiermark die Zentrale Weindatenbank des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und erstmalig für das Bundesland Kärnten der Landesweinbaukataster herangezogen; die Daten wurden elektronisch übermittelt, plausibilisiert und ausgewertet. Die Daten der Bundesländer Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg wurden von der Statistik Austria mittels schriftlicher Befragung der Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter eingeholt.

Das Ergebnis brachte für Österreich eine bepflanzte Weingartenfläche von 45.533 ha, das sind um 2.963 ha oder 6,1% weniger als bei der letzten Weingartengrunderhebung 1999. Niederösterreich bleibt mit 27.184 ha oder 59,7% das größte weinbautreibende Bundesland Österreichs, gefolgt vom Burgenland mit 13.842 ha (30,4%), der Steiermark mit 3.867 ha (8,5%) und Wien mit 557 ha (1,2%). Die übrigen Bundesländer verzeichnen einen Flächenzuwachs von 21 ha im Jahr 1999 auf 82 ha bei der 2009 durchgeführten Erhebung.

Der Trend hin zu größeren Betrieben ist auch bei dieser Erhebung erkennbar. Trotz des Rückganges der Gesamtfläche nahm die durchschnittliche Weingartenfläche je Betrieb von 1,52 ha im Jahr 1999 auf 2,26 ha zu.

Der Flächenanteil der Weinbaugebiete im jeweiligen Bundesland zeigt, dass das Weinbaugebiet Neusiedlersee (Burgenland) mit 7.649 ha oder 55,3% voranliegt, gefolgt vom Weinbaugebiet Weinviertel (Niederösterreich) mit 13.384 ha (49,2%) und dem Weinbaugebiet Südsteiermark (Steiermark) mit 2.066 ha (53,4%).

Als Ursache für den Rückgang der Weinflächen können unter anderem Rodungen und Flächenstilllegungen aufgrund der EU-Rodungsaktion, Betriebsauflassungen sowie Unwetter und Frostschäden angesehen werden.

Der langjährige Trend von Weißwein hin zu Rotwein zeigt sich auch bei dieser Erhebung deutlich bestätigt. Während die Weißweinfläche im Vergleich zu 1999 um 17,5% auf 29.820 ha abnahm, stieg im Gegenzug die Rotweinfläche um 27,2% auf 15.713 ha an.

Hinsichtlich der Rebsortenverteilung steht nach wie vor der Grüne Veltliner mit 13.519 ha oder einem Anteil von 45,3% an der Weißweinfläche unangefochten an der Spitze der österreichischen Rebsorten. An die zweite Stelle reiht sich die Rotweinsorte Zweigelt mit 6.412 ha oder 40,8% der Rotweinfläche. Mit einem Plus von 47,4% kann der Zweigelt auch den größten Flächenzuwachs innerhalb der Rebsorten verbuchen.

Betrachtet man die Rebsortenverteilung in den einzelnen Bundesländern so liegt beim Weißwein im Burgenland (1.473 ha), Niederösterreich (11.886 ha) und Wien (147 ha) der Grüne Veltliner deutlich voran, hingegen in der Steiermark der Welschriesling (658 ha) und in den übrigen Bundesländern der Chardonnay (17 ha). Bei den Rotweinsorten dominiert die Sorte Zweigelt in den Bundesländern Niederösterreich (3.335 ha), Steiermark (377 ha) und Wien (44 ha), während im Burgenland und den übrigen Bundesländern die Sorten Blaufränkisch (3.053 ha) und Blauer Burgunder (8 ha) die Liste anführen.

Vergleicht man das Alter der Rebstöcke so verzeichnet die Altersklasse 20 Jahre und älter mit 53,3% den größten Anteil an der bepflanzten Fläche, während die Altersklassen 3 bis 9 Jahre und 10 bis 19 Jahre mit jeweils rd. 20% fast gleichauf liegen. Die Altersklasse unter 3 Jahre beträgt 4,1%. Hierbei handelt es sich um Neuauspflanzungen - also noch nicht ertragsfähigen Flächen - die mit 1.846 ha einen nicht unwesentlichen Anteil an der bepflanzten Fläche einnehmen.

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Bodennutzung in Österreich 2006 bis 2010HTMLPDFXLSX
Anbau auf dem Ackerland 2006 bis 2010 (Fläche in Hektar)HTMLPDFXLSX
Anbau auf dem Ackerland 2010 nach BundesländernHTMLPDFXLSX
Weingartenflächen 2009 nach WeinbauregionenHTMLPDFXLS
Weingartenflächen 1999 nach WeinbauregionenHTMLPDFXLS


Bodennutzung 2010 in Österreich

Nutzung des Ackerlandes 2010 in Österreich

Verteilung des Ackerlandes 2010 in den Bundesländern

Weingartenzwischenerhebung 2008


Ackerflächen: Feldfutterbau und Brache 2010 nach Gemeinden und Bezirken

Ackerflächen: Getreide 2010 nach Gemeinden und Bezirken

Ackerflächen: Hackfrüchte, Ölfrüchte und Körnerleguminosen 2010 nach Gemeinden und Bezirken

Betriebe mit Weingartenflächen in Österreich 2009


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