Im langfristigen Trend zeigen sich unter Berücksichtigung
der Veränderung der Altersstruktur bei den Männern nach einer Zunahme
bis ins Jahr 2003 nun Werte, die deutlich unter denen von 1997 liegen.
Bei den Frauen ist dagegen eine Zunahme des Krebsrisikos zu verzeichnen.
Im Vergleich zu 1997 hat die altersstandardisierte Inzidenzrate bei
Männern um 15% abgenommen und ist auch bei den Frauen um 15% zurückgegangen.
Auch kurzfristig betrachtet zeigen sich bei beiden Geschlechtern deutliche
Änderungen des Krebsrisikos. Die altersstandardisierte Krebsinzidenzrate
der Männer sank im Jahr 2007 gegenüber dem vorangegangenen Jahr um
7%, jene der Frauen ging ebenfalls um etwa 7% zurück. Das Risiko, an
Krebs zu erkranken, war im Jahr 2007 unter Zugrundelegung altersstandardisierter
Raten bei Männern 1,4 Mal so hoch wie bei Frauen.
Bei der Betrachtung der jährlichen Veränderungen
der Neuerkrankungen ist zu berücksichtigen, dass die Daten für das
Berichtsjahr 2007 von sehr hoher Qualität sind, jedoch noch nicht den
Vollzähligkeitsgrad der Vorjahre aufweisen.
Die häufigste Krebserkrankung bei den Männern
ist seit 1994 Prostatakrebs, im Jahr 2007 mit 4.986 Fällen absolut
(bzw. 78,4 Fällen pro 100.000 Männer). Davor lag der Lungenkrebs an
der Spitze der diagnostizierten Krebsleiden, wobei der Zeitpunkt der
„Ablöse“ zwischen den Bundesländern stark variiert. Ein besonders
starker Rückgang ist bei bösartigen Neubildungen des Magens evident,
während die anderen Krebsarten eher geringe Schwankungen zeigen. Die
Zunahme der Anzahl der jährlichen Krebsneuerkrankungen bei den Männern
ist im Beobachtungszeitraum fast ausschließlich auf die steigende Zahl
an Erkrankungen der Prostata zurückzuführen. Bei den Frauen ist Brustkrebs
seit jeher die häufigste Lokalisation, wobei der Anteil der an Brustkrebs
erkrankten Frauen gegenüber 2006 etwa gleich geblieben ist (im Jahr
2007: 4.611 Fälle bzw. altersstandardisiert 66,4 Fälle pro 100.000
Frauen). Die altersstandardisierte Rate der Neuerkrankungen an Brustkrebs
ging in den letzten zehn Jahren um 14% zurück. Die Zunahme der Inzidenzen
von Brust- und Prostatakrebs ist zu einem großen Teil auf die vermehrt
durchgeführten Vorsorgeuntersuchungen zurückzuführen („Screening-Effekt“).
Für einen regionalen Vergleich der Krebsneuerkrankungen
eignen sich besonders altersstandardisierte Raten, um die unterschiedlichen
Bevölkerungsstrukturen auszuschalten. Da das Risiko an Krebs zu erkranken
für ältere Menschen deutlich höher ist, müssen die Daten vor einem
regionalen Vergleich um diesen Effekt bereinigt werden. Ohne diese Korrektur
würden in Regionen mit einer älteren Bevölkerung von vornherein mehr
Krebserkrankungen aufgezeichnet werden. Bei den regionalen Unterschieden
spielen auch regionale Screeningprogramme sowie die Meldefrequenz der
Krankenanstalten eine Rolle. Kärnten wies im Jahresdurchschnitt 2005-2007
die höchste altersstandardisierte Rate auf (322,4 Neuerkrankungen auf
100.000 Einwohner), gefolgt vom Tirol (316,0 Neuerkrankungen) und vom
Burgenland (272,0 Neuerkrankungen). Die geringsten altersstandardisierten
Inzidenzraten wurden in Vorarlberg und in Oberösterreich verzeichnet
(230,2 bzw. 253,8 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner).
Bei der häufigsten Krebsneuerkrankung der Männer,
dem Prostatakrebs, waren 2007 die Bundesländer Kärnten (106,1 Neuerkrankungen
auf 100.000 Männer), Vorarlberg (104,6 Neuerkrankungen auf 100.000
Männer) und Tirol (94,0 Neuerkrankungen auf 100.000 Männer) am stärksten
betroffen. Die wenigsten Neuerkrankungen wurden in Wien und in Salzburg
(70,9 bzw. 76,0 Neuerkrankungen auf 100.000 Männer) verzeichnet. Beim
Brustkrebs, der häufigsten Krebsneuerkrankung der Frauen, führen Salzburg,
Kärnten und Tirol die Statistik an (81,4, 78,6 und 75,3 Neuerkrankungen
auf 100.000 Frauen), am wenigsten betroffen waren Vorarlberg und
das Burgenland (63,4 bzw. 64,8 Neuerkrankungen auf 100.000 Frauen).
Bei den bösartigen Neubildungen des Kolorektums waren in Niederösterreich
und Tirol die meisten Fälle zu verzeichnen (beide 34,7 Neuerkrankungen
auf 100.000 Einwohner), vor der Steiermark (34,0) und dem Burgenland
(33,6). Die wenigsten bösartigen Neubildungen des Kolorektums wurden
in Vorarlberg verzeichnet (22,1).
Das Tumorstadium bei der Diagnose ist ein wichtiges
Kriterium für die Prognose einer Krebserkrankung und wird daher nach
Möglichkeit bei allen Krebserkrankungen aufgezeichnet. In die Ergebnisse
zum Tumorstadium werden zusätzlich zu den Neuerkrankungen auch jene
Fälle, die sich in einem Krebs-Vorstadium befinden einbezogen, die
Carcinoma in situ (CIS). Im Jahr 2007 gab es 2.557 CIS-Fälle. Die Grundgesamtheit
der nachfolgenden Ergebnisse zu den Tumorstadien setzt sich aus der
Zahl der Neuerkrankungen (35.356) und den CIS-Fällen zusammen und beträgt
somit 37.913 Fälle. Im Jahr 2007 wurde etwa knapp ein Drittel aller
Tumoren diagnostiziert, solange der Tumor noch auf das Organ beschränkt
war (lokalisiertes Tumorstadium: 31,7%). Knapp ein Sechstel der Diagnosen
wurde erst gestellt, als der Tumor bereits die Organgrenzen durchbrochen
hatte (regionäre Lymphknotenmetastasen, regionalisiertes Tumorstadium:
17,5%). Bei weiteren 8,8% der neu diagnostizierten Fälle wurden bereits
Fern-Metastasen entdeckt (disseminiertes Tumorstadium). Systemerkrankungen
sind keinem dieser Prognosestadien zuordenbar und machten 5,4% aller
Tumoren aus. 29,9% der Tumoren konnten keinem Erkrankungsstadium zugeordnet
werden, da entweder die Angaben auf der Krebsmeldung mangelhaft waren
(17,3%) bzw. bei DCO-Fällen keine Information über das Erkrankungsstadium
vorlag (12,6%). Die restlichen 6,7% machten Carcinoma in situ-Fälle
aus.