SUCHE

Krebsinzidenz im Überblick

Im Jahr 2007 erkrankten in Österreich 35.356 Menschen an bösartigen Neubildungen. Es gab in diesem Jahr deutlich weniger Inzidenzfälle als 2006 (37.223 Neuerkrankungen) und um 2% weniger als vor zehn Jahren (36.087 Neuerkrankungen). Bei den Männern haben die Neuerkrankungen von 2006 auf 2007 um 5% abgenommen, von 1997 auf 2007 wurde ein Zuwachs von 4% verzeichnet. Bei den Frauen zeigt sich gegenüber 2006 ein Rückgang um ebenfalls 5% bzw. ein Rückgang um 8% gegenüber 1997.

Im langfristigen Trend zeigen sich unter Berücksichtigung der Veränderung der Altersstruktur bei den Männern nach einer Zunahme bis ins Jahr 2003 nun Werte, die deutlich unter denen von 1997 liegen. Bei den Frauen ist dagegen eine Zunahme des Krebsrisikos zu verzeichnen. Im Vergleich zu 1997 hat die altersstandardisierte Inzidenzrate bei Männern um 15% abgenommen und ist auch bei den Frauen um 15% zurückgegangen. Auch kurzfristig betrachtet zeigen sich bei beiden Geschlechtern deutliche Änderungen des Krebsrisikos. Die altersstandardisierte Krebsinzidenzrate der Männer sank im Jahr 2007 gegenüber dem vorangegangenen Jahr um 7%, jene der Frauen ging ebenfalls um etwa 7% zurück. Das Risiko, an Krebs zu erkranken, war im Jahr 2007 unter Zugrundelegung altersstandardisierter Raten bei Männern 1,4 Mal so hoch wie bei Frauen.

Bei der Betrachtung der jährlichen Veränderungen der Neuerkrankungen ist zu berücksichtigen, dass die Daten für das Berichtsjahr 2007 von sehr hoher Qualität sind, jedoch noch nicht den Vollzähligkeitsgrad der Vorjahre aufweisen.

Die häufigste Krebserkrankung bei den Männern ist seit 1994 Prostatakrebs, im Jahr 2007 mit 4.986 Fällen absolut (bzw. 78,4 Fällen pro 100.000 Männer). Davor lag der Lungenkrebs an der Spitze der diagnostizierten Krebsleiden, wobei der Zeitpunkt der „Ablöse“ zwischen den Bundesländern stark variiert. Ein besonders starker Rückgang ist bei bösartigen Neubildungen des Magens evident, während die anderen Krebsarten eher geringe Schwankungen zeigen. Die Zunahme der Anzahl der jährlichen Krebsneuerkrankungen bei den Männern ist im Beobachtungszeitraum fast ausschließlich auf die steigende Zahl an Erkrankungen der Prostata zurückzuführen. Bei den Frauen ist Brustkrebs seit jeher die häufigste Lokalisation, wobei der Anteil der an Brustkrebs erkrankten Frauen gegenüber 2006 etwa gleich geblieben ist (im Jahr 2007: 4.611 Fälle bzw. altersstandardisiert 66,4 Fälle pro 100.000 Frauen). Die altersstandardisierte Rate der Neuerkrankungen an Brustkrebs ging in den letzten zehn Jahren um 14% zurück. Die Zunahme der Inzidenzen von Brust- und Prostatakrebs ist zu einem großen Teil auf die vermehrt durchgeführten Vorsorgeuntersuchungen zurückzuführen („Screening-Effekt“).

Für einen regionalen Vergleich der Krebsneuerkrankungen eignen sich besonders altersstandardisierte Raten, um die unterschiedlichen Bevölkerungsstrukturen auszuschalten. Da das Risiko an Krebs zu erkranken für ältere Menschen deutlich höher ist, müssen die Daten vor einem regionalen Vergleich um diesen Effekt bereinigt werden. Ohne diese Korrektur würden in Regionen mit einer älteren Bevölkerung von vornherein mehr Krebserkrankungen aufgezeichnet werden. Bei den regionalen Unterschieden spielen auch regionale Screeningprogramme sowie die Meldefrequenz der Krankenanstalten eine Rolle. Kärnten wies im Jahresdurchschnitt 2005-2007 die höchste altersstandardisierte Rate auf (322,4 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner), gefolgt vom Tirol (316,0 Neuerkrankungen) und vom Burgenland (272,0 Neuerkrankungen). Die geringsten altersstandardisierten Inzidenzraten wurden in Vorarlberg und in Oberösterreich verzeichnet (230,2 bzw. 253,8 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner).

Bei der häufigsten Krebsneuerkrankung der Männer, dem Prostatakrebs, waren 2007 die Bundesländer Kärnten (106,1 Neuerkrankungen auf 100.000 Männer), Vorarlberg (104,6 Neuerkrankungen auf 100.000 Männer) und Tirol (94,0 Neuerkrankungen auf 100.000 Männer) am stärksten betroffen. Die wenigsten Neuerkrankungen wurden in Wien und in Salzburg (70,9 bzw. 76,0 Neuerkrankungen auf 100.000 Männer) verzeichnet. Beim Brustkrebs, der häufigsten Krebsneuerkrankung der Frauen, führen Salzburg, Kärnten und Tirol die Statistik an (81,4, 78,6 und 75,3 Neuerkrankungen auf  100.000 Frauen), am wenigsten betroffen waren Vorarlberg und das Burgenland (63,4 bzw. 64,8 Neuerkrankungen auf 100.000 Frauen). Bei den bösartigen Neubildungen des Kolorektums waren in Niederösterreich und Tirol die meisten Fälle zu verzeichnen (beide 34,7 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner), vor der Steiermark (34,0) und dem Burgenland (33,6). Die wenigsten bösartigen Neubildungen des Kolorektums wurden in Vorarlberg verzeichnet (22,1).

Das Tumorstadium bei der Diagnose ist ein wichtiges Kriterium für die Prognose einer Krebserkrankung und wird daher nach Möglichkeit bei allen Krebserkrankungen aufgezeichnet. In die Ergebnisse zum Tumorstadium werden zusätzlich zu den Neuerkrankungen auch jene Fälle, die sich in einem Krebs-Vorstadium befinden einbezogen, die Carcinoma in situ (CIS). Im Jahr 2007 gab es 2.557 CIS-Fälle. Die Grundgesamtheit der nachfolgenden Ergebnisse zu den Tumorstadien setzt sich aus der Zahl der Neuerkrankungen (35.356) und den CIS-Fällen zusammen und beträgt somit 37.913 Fälle. Im Jahr 2007 wurde etwa knapp ein Drittel aller Tumoren diagnostiziert, solange der Tumor noch auf das Organ beschränkt war (lokalisiertes Tumorstadium: 31,7%). Knapp ein Sechstel der Diagnosen wurde erst gestellt, als der Tumor bereits die Organgrenzen durchbrochen hatte (regionäre Lymphknotenmetastasen, regionalisiertes Tumorstadium: 17,5%). Bei weiteren 8,8% der neu diagnostizierten Fälle wurden bereits Fern-Metastasen entdeckt (disseminiertes Tumorstadium). Systemerkrankungen sind keinem dieser Prognosestadien zuordenbar und machten 5,4% aller Tumoren aus. 29,9% der Tumoren konnten keinem Erkrankungsstadium zugeordnet werden, da entweder die Angaben auf der Krebsmeldung mangelhaft waren (17,3%) bzw. bei DCO-Fällen keine Information über das Erkrankungsstadium vorlag (12,6%). Die restlichen 6,7% machten Carcinoma in situ-Fälle aus.

Tabelle(n):
Krebsinzidenz (Neuerkankungen pro Jahr) nach Lokalisationen und Geschlecht, Österreich seit 1983XLS
Grafik(en):
Die häufigsten Tumorlokalisationen nach Geschlecht (2007)GIF