Die Tabelle „Gesundheitsausgaben in Österreich" laut „System of Health Accounts“ (SHA) präsentiert die Entwicklung der Gesundheitsausgaben in Österreich für die Jahre 1990 bis 2009. Die Gesundheitsausgaben nach SHA setzen sich aus den laufenden Gesundheitsausgaben und den Investitionen im Gesundheitsbereich zusammen.
Im Jahre 2009 betrugen die Gesundheitsausgaben in Österreich laut SHA 30,3 Mrd. Euro. Davon entfielen 28,6 Mrd. Euro auf die laufenden Gesundheitsausgaben; 1,73 Mrd. Euro wurde für Investitionen im Gesundheitsbereich ausgegeben. Durchschnittlich sind die Gesundheitsausgaben zwischen 1990 und 2009 jährlich um 5,3% gestiegen.
Von 2008 auf 2009 sind die Gesundheitsausgaben von 29,3 Mrd. Euro um 1 Mrd. Euro auf 30,3 Mrd. Euro gestiegen – das entspricht einer Steigerung von 3,3%. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist zwischen 2008 und 2009 um 3% gesunken. Durch den Einbruch des BIP aufgrund der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise, bei gleichbleibender Wachstumsrate der Gesundheitsausgaben, erhöht sich der Anteil der Gesundheitsausgaben am BIP von 10,4% für 2008 auf 11% für 2009. Betrachtet man die anteilsmäßige Entwicklung am BIP, so stiegen die Gesundheitsausgaben zwischen 1990 und 2009 von 8,3% auf 11% des BIP.
In der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) kann jeweils drei Jahre rückwirkend revidiert werden. Dies geschieht zumeist aus Gründen einer verbesserten Datenlage, aber auch Methodenänderungen innerhalb der VGR können der Grund sein. Änderungen in der VGR werden auch in den Gesundheitsausgaben nach SHA berücksichtigt und so kommt es zu Änderungen der Gesundheitsausgaben für das Berechnungsjahr 2008.
Die öffentlichen Gesundheitsausgaben in Österreich beinhalten Ausgaben des Bundes, der Länder, der Gemeinden und der Sozialversicherungsträger. Die laufenden gesamten Gesundheitsausgaben im öffentlichen Bereich für das Jahr 2009 betrugen 22,6 Mrd. Euro. Werden die öffentlichen Investitionen inkludiert, erhöht sich der Wert auf 23,5 Mrd. Euro, dies entspricht einem Anteil von 77,7% der gesamten Gesundheitsausgaben.
Die laufenden öffentlichen Gesundheitsausgaben für das Jahr 2009 teilen sich wie folgt auf die einzelnen Ausgabenkategorien auf. Rund 46,8% der laufenden öffentlichen Ausgaben werden für stationäre Gesundheitsversorgung und 24,5% für ambulante Gesundheitsversorgung aufgewendet. Auf die häusliche Langzeitpflege entfielen 8,7% der laufenden Gesundheitsausgaben des Staates inkl. Sozialversicherungsträger und 13,9% auf pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter. Für Krankentransport und Rettungsdienste wurden 1,3% der laufenden öffentlichen Gesundheitsausgaben verwendet, für Prävention 1,9% und für die Verwaltung der Gesundheitsversorgung 2,9%. Gegenüber dem Vorjahr haben sich die laufenden öffentlichen Gesundheitsausgaben im Jahre 2009 um 3,6% erhöht.
Im Zeitraum 1990 bis 2009 stiegen die laufenden öffentlichen Ausgaben für stationäre Gesundheitsversorgung von rund 3,5 Mrd. Euro auf rund 10,6 Mrd. Euro. Die durchschnittliche jährliche Steigerung dieser Ausgabenposition beträgt 5,9%. Gegenüber dem Vorjahr war ein Anstieg von 4,8% zu verzeichnen. Die Ausgaben des Staates inkl. Sozialversicherungsträger für ambulante Gesundheitsversorgung betrugen im Jahre 2009 5,5 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich diese Ausgabenposition um 4,4%. Zwischen 1990 und 2009 stiegen die öffentlichen laufenden Gesundheitsausgaben für ambulante Gesundheitsversorgung mit einer jährlichen durchschnittlichen Steigerungsrate von 5%.
Die öffentlichen Gesundheitsausgaben für häusliche Langzeitpflege erhöhten sich im Vergleich zum Jahr 2008 um 8,5%. So betragen die Ausgaben für 2009 bei dieser Kategorie rund 1,96 Mrd. Euro. Konkrete Beispiele bei dieser Position sind das Pflegegeld und die Ausgaben für Hauskrankenpflege.
Die öffentlichen Ausgaben für pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter sanken von 2008 auf 2009 um 3% aufgrund der Umsatzsteuersenkung von 20% auf 10% für Medikamente.
Die Ausgaben für Prävention fielen um 1,5% und jene für die Verwaltung sanken gegenüber dem Vorjahr um ca. 1%.
Der Anteil der laufenden privaten Gesundheitsausgaben in Österreich (22,3% der gesamten Gesundheitsausgaben) für 2009 beinhaltet Ausgaben der privaten Haushalte und Versicherungsunternehmen, der Privaten Organisationen ohne Erwerbszweck sowie Ausgaben für betriebsärztliche Leistungen.
Der größte Teil der privaten laufenden Gesundheitsausgaben wird von privaten Haushalten und Versicherungsunternehmen getätigt. Diese setzen sich wiederum aus Ausgaben für stationäre Gesundheitsversorgung, ambulante Gesundheitsversorgung, pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter sowie für die Verwaltung der Gesundheitsversorgung (private Krankenversicherungen) zusammen.
Im Jahre 2009 wendeten die privaten Haushalte und Versicherungsunternehmen für die stationäre Gesundheitsversorgung rund 29% ihrer laufenden Gesundheitsausgaben auf. Der höchste Anteil der privaten Haushalte und Versicherungsunternehmen im Jahr 2009 entfiel auf die Ausgabenposition pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter mit 32,7%.
Die laufenden Ausgaben der privaten Haushalte und Versicherungsunternehmen für stationäre Gesundheitsversorgung beinhalten Ausgaben für Krankenanstalten inkl. Zentren für Rehabilitation, Kuranstalten sowie Pflegeheime und betrugen für das Jahr 2009 1,7 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Ausgaben der privaten Haushalte und Versicherungsunternehmen für stationäre Gesundheitsversorgung um ca. 1%.
Für die ambulante Gesundheitsversorgung, also für ärztliche und zahnärztliche Dienstleistungen, Dienstleistungen nichtärztlicher Gesundheitsdienstberufe, Krankentransport- und Rettungsdienstleistungen sowie häusliche Langzeitpflegeleistungen haben die privaten Haushalte und Versicherungsunternehmen im Jahre 2009 1,8 Mrd. Euro ausgegeben, also rund 31,7% ihrer gesamten laufenden privaten Gesundheitsausgaben.
Im Jahre 2009 haben die privaten Haushalte und Versicherungsunternehmen 1,9 Mrd. Euro, also 32,7% ihrer Ausgaben für pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter ausgegeben. Zwischen 1990 und 2009 ist diese Ausgabenposition durchschnittlich jährlich um 5,4% gewachsen.
Die Ausgaben der Privaten Organisationen ohne Erwerbszweck betrugen im Jahre 2009 239 Mio. Euro.
Die Ausgaben für betriebsärztliche Leistungen beliefen sich für das Jahr 2009 auf 36 Mio. Euro, gegenüber dem Vorjahr ist eine Erhöhung um 3,5% zu verzeichnen.
Die Entwicklung der Investitionen zeigt, dass die
Bruttoanlageinvestitionen der Leistungserbringer im Gesundheitswesen
im Zeitraum 1990
Die SHA-Tabellen 2, 3 und 4, welche nun für die Jahre 2004 bis 2008 vorliegen, bzw. die SHA-Tabelle 1 für die Jahre 2006 bis 2008, ermöglichen die Darstellung der laufenden Gesundheitsausgaben nach den Finanziers (HF) der Gesundheitsausgaben sowie nach der Verwendung dieser Mittel nach Gesundheitsleistungen und -gütern (HC) bzw. auch nach den Leistungserbringern (HP) im Gesundheitswesen. Die laufenden Gesundheitsausgabentabellen nach SHA weisen keine Investitionen aus.
In Österreich wurden im Jahr 2008 rund 27,7 Mrd. Euro für die laufende Gesundheitsversorgung ausgegeben. Die Ausgaben des Bund, der Länder, der Gemeinden und der sonstigen Rechtsträger belaufen sich auf rund 8,8 Mrd. Euro (31,8%) und die von den Sozialversicherungsträgern, PRIKRAF und Krankenfürsorgeanstalten auf rund 13 Mrd. Euro (46,8%). Der Anteil der öffentlichen Gesundheitsausgaben an den gesamten laufenden Gesundheitsausgaben beträgt somit 78,6%.
Die privaten Haushalte wendeten in Summe rund 4,3 Mrd. Euro für Gesundheitsleistungen und –güter auf, also rund 15,5% der gesamten laufenden Gesundheitsausgaben in Österreich. Die privaten Krankenversicherungsunternehmen finanzierten einen Anteil von 4,8%, die privaten Organisationen ohne Erwerbszweck einen Anteil von 1% und Unternehmen finanzierten 0,1% der laufenden Gesundheitsausgaben für das Jahr 2008. Somit wurden 21,4% der laufenden Gesundheitsausgaben für 2008 in Österreich privat finanziert.
Von den laufenden Gesundheitsausgaben 2008 nach „System
of Health Accounts“ in Österreich wurde der größte Teil, nämlich
rund 10,9 Mrd. Euro für Krankenanstalten (HP.1) aufgewandt. Dies entspricht
einem Ausgabenvolumen von 39,4% der gesamten laufenden Gesundheitsausgaben.
Finanziert wurden diese zu 46,1% aus Mitteln der Gebietskörperschaften
Bund, Länder und Gemeinden und zu 44,7% von den Sozialversicherungsträgern.
Der restliche Anteil von 9,2% wurde privat finanziert (private Krankenversicherungen,
private Haushalte). Von den 10,9 Mrd. Euro für Krankenanstalten flossen
rund 9,4 Mrd. Euro, also 86,1% in den stationären Bereich (kurativ
sowie rehabilitative Versorgung) (HC.
Für den niedergelassenen Bereich (HP.3) wurden hingegen
23,4% der laufenden Gesundheitsausgaben oder 6,5 Mrd. Euro verwendet.
Davon entfallen 2,6 Mrd. Euro auf niedergelassene Allgemeinärztinnen
und Allgemeinärzte und Fachärztinnen und Fachärzte (HP.
Für in Apotheken und dem Einzelhandel (HP.4) erworbene
medizinische Güter (HC.5) wurden in Summe 18,2% des Gesamtvolumens
an laufenden Gesundheitsausgaben aufgebracht, wobei rund 3,8 Mrd. Euro
an Apotheken (HP.
Die gesamten laufenden Ausgaben für Kuranstalten
und Pflegeheime (HP.2) betrugen im Jahre 2008 2,2 Mrd. Euro. Rund 17,2%
dieser Ausgaben entfielen auf stationäre und rehabilitative Leistungen
(HC.
Die laufenden Ausgaben für Prävention und öffentliche
Gesundheitsdienste (HC.6) betrugen für das Jahr 2008 rund 517 Mio.
Euro, davon wurden 212 Mio. Euro oder 41% von Bund, Ländern und Gemeinden
(HF.
Die Verteilung der Verwaltungsausgaben im Bereich Gesundheit (HC.7) in Österreich mit in Summe rund 1 Mrd. Euro für das Jahr 2008, ergibt für Einrichtungen der Gebietskörperschaften rund 6,2%, Einrichtungen der Sozialversicherungsträger rund 58% und für den privaten Krankenversicherungsbereich rund 35,8%.
Zusätzlich zu den laufenden Gesundheitsausgaben nach Finanziers, Leistungserbringern und Gesundheitsleistungen und -gütern konnten die laufenden individuellen Gesundheitsausgaben (HC.1 bis HC.5) nach Alter und Geschlecht berechnet werden. Dabei handelt es sich um eine Erweiterung der SHA-Tabelle 4, welche die Finanziers mit den Leistungsarten verknüpft. In der SHA-Tabelle 7 werden stationäre und tagesklinische Gesundheitsleistungen, ambulante Gesundheitsleistungen, häusliche Langzeitpflege, Dienstleistungen im Bereich der Gesundheitsversorgung und die ambulante Abgabe medizinischer Güter, nach Alter und Geschlecht aufgegliedert. Nicht enthalten sind die kollektiven Gesundheitsausgaben der Kategorien HC.6 - Prävention und öffentlicher Gesundheitsdienst und HC.7 – Verwaltungsausgaben im Gesundheitsdienst. Als Datengrundlage wurden die SHA-Daten für das Jahr 2006 verwendet und die laufenden individuellen Gesundheitsausgaben anhand unterschiedlicher Verteilungen nach Alter und Geschlecht aufgegliedert.
In Summe belaufen sich die Gesundheitsausgaben nach Alter und Geschlecht (HC.1 bis HC.5) auf 23,6 Mrd. Euro. Davon haben die Frauen einen Anteil von 57% der laufenden Gesundheitsausgaben und 43% die Männer. Im Allgemeinen steigen die absoluten Gesundheitsausgaben für Frauen und Männern kontinuierlich an und fallen ab der Altersgruppe der 65 bis 74-jährigen. Jedoch steigen die absoluten Gesundheitsausgaben für Frauen in der Altersgruppe der 75 bis 84-jährigen nochmals an, bevor sie in der letzten Altersgruppe (ab 85 Jahren) wieder sinken
Bei den Gesundheitsausgaben für Frauen fallen die höchsten Ausgaben für stationäre Leistungen an, welche 5,8 Mrd. Euro betragen. Diese beinhalten die Ausgaben für Kranken- und Kuranstalten, sowie für Pflegeheime. Jedoch sind in den Altersgruppen der 1 bis 4-jährigen, der 5 bis 14-jährigen und der 15 bis 44-jährigen die ambulanten Gesundheitsausgaben am höchsten. Die Ausgaben für häusliche Langzeitpflege steigen in den letzten Lebensjahren stark an und belaufen sich auf 442 Mio. Euro bei den über 85-jährigen. Nach Altersgruppen betrachtet fallen die höchsten Gesundheitsausgaben in der Gruppe der 45 bis 64-jährigen Frauen an und belaufen sich auf 3,2 Mrd. Euro.
Die Gesundheitsausgaben für Männer aufgegliedert nach Altersgruppen liefern ein ähnliches Bild. Auch hier beanspruchen die stationären Leistungen mit 4,6 Mrd. Euro die höchsten Ausgaben. Auch haben die Gesundheitsausgaben für Männer in der Altersgruppe der 45 bis 64-jährigen die höchsten absoluten Ausgaben und belaufen sich auf 3,0 Mrd. Euro. Wie auch bei den Gesundheitsausgaben der Frauen, übersteigen die ambulanten Gesundheitsleistungen der Männer in den Altersgruppen der 1 bis 4-jährigen, der 5 bis 14-jährigen und der 15 bis 44-jährigen die stationären Leistungen.
Der größte Unterschied in den Altersgruppen zwischen Frauen und Männern kann in der letzten Altersgruppe der ab 85-jährigen beobachtet werden. In dieser Gruppe fallen 22% der Gesundheitsausgaben bei den Männern an und die restlichen 78% werden bei den Gesundheitsausgaben der Frauen verbucht. Dies ist auf den demographischen Unterschied zwischen Frauen und Männern zurückzuführen, wobei in der letzten Altersgruppe (85+) der Anteil der Männer mit 26% viel geringer ist als der der Frauen mit 74%.
Die zuvor vorgestellten Ergebnisse der Gesundheitsausgabenrechnung folgen dem Konzept des „System of Health Accounts“ (SHA), welches ein System von umfassenden, konsistenten und international vergleichbaren Gesundheitskonten darstellt. Das Manual „A System of Health Accounts“ wurde im Mai 2000 erstmals von der OECD veröffentlicht und kann auf der OECD-Homepage aufgerufen werden.
In der Statistik Austria werden die gesundheitsstatistischen Daten jährlich im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) aktualisiert und an die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und an das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) gemeldet.
Die SHA Tabellen ermöglichen mittels der Internationalen Klassifikation der Gesundheitskonten (International Classification for Health Accounts - ICHA) die Erfassung der Gesundheitsausgaben nach deren Finanziers (HF), nach deren Verwendung nach Gesundheitsleistungen und –gütern (HC) und auch nach den Leistungserbringern (HP) im Gesundheitswesen.
Mittels der Anwendung der Methodik des „System of Health Accounts“ in Österreich bei der Erstellung der Gesundheitsausgaben, wird eine umfassende Erfassung und Abbildung der Gesundheitsausgaben ermöglicht. Die Ergebnisse der Berechnungen der Gesundheitsausgaben nach SHA dienen einerseits als Grundlage von politischen Entscheidungen und können andererseits als wesentlicher Input im Bereich Gesundheitsforschung angesehen werden. Des Weiteren werden die Resultate verwendet, um die Gesundheitsausgaben auf internationaler Ebene zu analysieren. Ein internationaler Vergleich der Gesundheitsausgaben ist auf den OECD-Webseiten zu finden.