Die österreichischen Bruttoinlandsausgaben für Forschung und experimentelle Entwicklung (F&E) – also die Gesamtsumme der Ausgaben für in Österreich durchgeführte F&E – werden 2010 2,76% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) erreichen und gegenüber 2009 um 3,4% steigen. Somit werden im heurigen Jahr gemäß der neuesten Schätzung der Statistik Austria für in Österreich durchgeführte F&E voraussichtlich insgesamt 7,805 Mrd. Euro ausgegeben werden.
Von den gesamten Forschungsausgaben 2010 wird mit 43,3% (rund 3,38 Mrd. Euro) der größte Anteil von der Wirtschaft finanziert werden. 41,2% (rund 3,22 Mrd. Euro) wird der öffentliche Sektor beitragen (Bund rund 2,74 Mrd. Euro, Bundesländer rund 389 Mio. Euro, sonstige öffentliche Einrichtungen wie Gemeinden, Kammern, Sozialversicherungsträger rund 85 Mio. Euro). 15,0% werden vom Ausland und 0,4% (rund 34 Mio. Euro) vom privaten gemeinnützigen Sektor finanziert werden. Die Finanzierung durch das Ausland (rund 1,17 Mrd. Euro) stammt zum überwiegenden Teil von mit heimischen Unternehmen verbundenen europäischen Unternehmen, die Österreich zum Forschungsstandort gewählt haben und schließt die Rückflüsse aus den EU-Rahmenprogrammen für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration ein.
Für Vergleichszwecke werden die Bruttoinlandsausgaben
für F&E als Prozentsatz des Bruttoinlandsprodukts ausgedrückt
(„Forschungsquote“). Dieser Indikator ist für Österreich seit
1981 von 1,10% auf 2,76% im Jahre 2010 angestiegen und hat in den letzten
Jahren den EU-Durchschnitt deutlich übertroffen. Die aktuellsten gesamteuropäischen
Vergleichsdaten liegen für 2008 vor: Demnach beträgt diese Kennzahl
für die Europäische Union (EU
In der Schätzung der österreichischen Bruttoinlandsausgaben für F&E wurden die endgültigen Ergebnisse der Erhebung über Forschung und experimentelle Entwicklung der Statistik Austria über das Berichtsjahr 2007 sowie aktuelle Konjunkturdaten berücksichtigt.
Die F&E-Finanzierung durch den Unternehmenssektor wird 2010 nach einem Rückgang im Jahre 2009 auf diesem Niveau bleiben und mit 3,38 Mrd. Euro nur knapp das Erhebungsergebnis von 2007 (3,34 Mrd. Euro) übertreffen.
Da die F&E-Finanzierung aus dem Ausland zum überwiegenden Teil von mit heimischen Unternehmen verbundenen europäischen Unternehmen stammt, ist hier auf Grund der aktuellen Wirtschaftsprognosen ein weitaus stärkerer Rückgang zu erwarten: Nach derzeitigem Informationsstand wird nach einem Absinken der F&E-Mittel 2009 um 5,4% auch für 2010 mit einem – wenn auch nur geringen – Rückgang zu rechnen sein. Mit 1,17 Mrd. Euro werden 2010 die Forschungsgelder aus dem Ausland um 0,6% unter dem Wert für 2009 und 4,5% unter dem Ergebnis des Berichtsjahres 2007 liegen.
Die Forschungsfinanzierung durch den Bund steigt nach den der Statistik Austria vorliegenden Informationen über die Entwicklung der F&E-relevanten Budgetanteile und weiterer F&E-Fördermaßnahmen – insbesondere die Erstattungen des Bundes an Unternehmen im Rahmen der Forschungsprämie – weiterhin an und wird im Jahre 2010 2,74 Mrd. Euro betragen. Die öffentliche Forschungsfinanzierung durch den Bund weist somit im Zeitraum 2007 bis 2010 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 12,7% auf und verzeichnet im Vergleich mit 2009 einen deutlichen Anstieg von 10,9%.