Im Jahr 2008 wurden in Österreich Aufwendungen für den Umweltschutz in Höhe von 12,5 Mrd. Euro getätigt. Diese wurden zu 11,9% vom Öffentlichen Sektor (inkl. POE = Private Organisationen ohne Erwerbscharakter) zu 27,6% von privaten Haushalten, zu 58,4% von Unternehmen und zu 2,1% von der EU finanziert. Wie schon in den letzten Jahren floss auch im Jahr 2008 der Großteil der gesamten Ausgaben in die beiden Kernbereiche der Umweltschutzausgaben - nämlich die Abfallwirtschaft (26,5%). und den Gewässerschutz (25,3%) Die restlichen 48,2% verteilten sich auf die Bereiche Luftreinhaltung und Klimaschutz (7,3 %), Schutz der biologischen Vielfalt und Landschaft (6,6%), Boden- und Grundwasserschutz (10,2%) sowie Lärmschutz (7,4%). Auf Forschung und Entwicklung, Strahlenschutz und allgemeinen Umweltschutz entfielen insgesamt 16,7% der Umweltschutzausgaben.
Die gesetzlichen Maßnahmen der vergangenen Jahre hatten deutliche Auswirkungen auf Höhe und Verteilung der Umweltschutzausgaben:
So maß man Anfang der 90er Jahre der Luftreinhaltung gesteigerte Bedeutung bei (Immissionsgesetz Luft, Ozongesetz), während sich ab Mitte der 90er Jahre das Augenmerk verstärkt auf die Abfallvermeidung richtete (Abfallwirtschaftsgesetz, Verpackungsverordnung, Deponieverordnung), d.h. dass in diesen Bereichen verstärkt investiert wurde. Inzwischen gewinnt - durch die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie - auch der Gewässer- sowie der Boden- und Grundwasserschutz immer mehr an Bedeutung. Mittlerweile ist allerdings der Klimaschutz (Kyoto-Ziel) wieder mehr ins Blickfeld der Gesetzgebung gerückt.
Die Aufwendungen des öffentlichen und privaten Sektors für den Umweltschutz stellen einen wichtigen Aspekt ökologisch relevanter Aktivitäten einer Volkswirtschaft dar; die Höhe der nationalen Umweltschutzausgaben ist ein Indikator für die relative wirtschaftliche Bedeutung des Umweltschutzes.
Nach den Vorgaben des Statistischen Amtes der Europäischen Gemeinschaften (EUROSTAT) wurde ein EU-harmonisiertes System zur Sammlung umweltbezogener Wirtschaftsdaten - (SERIEE - Système Européen de Rassemblement de l’Information Economique sur l’Environnement) konzipiert, um ökonomische Informationen über die Umwelt in einem gemeinsamen, konsistenten Rahmen darstellen zu können.
Konkret geht es um eine
Ein Element des SERIEE-Systems ist die Umweltschutzausgabenrechnung (USAR), im Rahmen derer die Statistik Austria seit 1995 die Umweltschutzaufwendungen des Öffentlichen Sektors, des Privaten Produktionssektors und der Privaten Haushalte nach diesem System berechnet.
Die Leistungen der ÖNACE-Abteilung 90 - Abwasser- und Abfallbeseitigung sowie sonstige Entsorgung des Abschnitts O - Erbringung von sonstigen öffentlichen und persönlichen Dienstleistungen gehören zum Core-Bereich der Umweltschutzausgabenrechnung. Besonders wichtig ist hierbei die Darstellung der Finanzströme, sowohl der Ausgaben- als auch der Einnahmenseite, da diese für die Auswertung nach Produktion, Verwendung und Finanzierung der Umweltschutzleistungen herangezogen werden.
Um die Datenqualität zu erhöhen und die Strukturen innerhalb dieses Sektors besser abschätzen zu können, werden Erhebungen über die Wirtschaftsdaten von Dienstleistungsunternehmen im Umweltbereich ÖNACE 90 (PDF, 160 KB) auf freiwilliger Basis durchgeführt.
Auch der Private Produktionssektor mit seinen Wirtschaftsdaten hat einen nicht unwesentlichen Anteil an den Umweltleistungen. Da zu diesem Bereich keine Daten in ausreichender Tiefe zur Verfügung stehen, werden ebenfalls auf freiwilliger Basis Erhebungen über die Umweltschutzaufwendungen im Produzierenden Bereich (PDF, 290 KB) vorgenommen.