Die Grundidee einer NAMEA („National Accounting Matrix including Environmental Accounts“) besteht darin, die Auswirkungen gesellschaftlichen Handelns auf die Umwelt aufzuzeigen. Zu diesem Zweck sind die Klassifikationen von wirtschaftsbezogenen und umweltbezogenen Daten soweit zusammenzuführen, dass eine direkte Gegenüberstellung von Parametern aus beiden Bereichen möglich ist. Mittels einer einheitlichen Gliederung nach Wirtschaftsbereichen (ÖNACE Klassifikation) und Privaten Haushalten sollen üblicherweise verwendete Wirtschaftsindikatoren, wie z.B. der Produktionswert oder Erwerbstätige, mit den umweltbezogenen Materialflüssen und/oder den umweltbezogenen Aufwendungen des jeweiligen Bereiches zusammengeführt werden. Ziel ist es, die externen Umwelt- und Sozialkosten den Verursachern im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zuzuweisen. Solche Gegenüberstellungen verschieben den Fokus von den Wirtschaftsergebnissen auf die umweltrelevanten Daten.
In ihrer einfachen Form werden bestimmte umweltbezogene Daten einzeln betrachtet, wie z.B. in der Luftemissionsrechnung. Darüber liegt die integrierte NAMEA, bei der verschiedene umweltbezogene Datensätze gemeinsam betrachtet und den ökonomischen Parametern gegenübergestellt werden.
Die Besonderheit der Luftemissionsrechnung liegt darin, dass in ihr nur jene Emissionen berücksichtigt werden, die von in Österreich lebenden Personen sowie von in Österreich registrierten Unternehmen und Institutionen verursacht werden, , unabhängig davon, wo sie auf der Welt ausgestoßen werden. Im Unterschied dazu werden im Rahmen der internationalen Berichtspflichten (UNFCCC, UNECE CLRTAP) jene Luftemissionen gemeldet, die in Österreich – unabhängig von der Herkunft des Verursachers – entstehen.
Dargestellt wird die Entwicklung der folgenden Luftschadstoffe und Treibhausgase: Schwefeldioxid (SO2), Stickoxide (NOx), flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC), Methan (CH4), Kohlenmonoxid (CO), Kohlendioxid (CO2 – insgesamt, aus fossilen Quellen, aus biogenen Quellen, aus sonstigen Quellen), Lachgas (N2O), Ammoniak (NH3) sowie Feinstaub (PM10).
Die Emissionen (ohne die Luftfahrtbranche, die aufgrund
der Datenlage nicht berücksichtigt wurde) wurden zwischen 1995 und
2009 in vielen Fällen zum Teil beträchtlich verringert. Die stärksten
Rückgänge wurden bei SO2
Die NOx-Emissionen stiegen zwar zwischen
1995 und 2005 deutlich
Die ökonomischen Konten der österreichischen Integrierten NAMEA umfassen den Produktionswert, die Bruttowertschöpfung und die Erwerbstätigen in Vollzeitäquivalenten. Die umweltbezogenen Daten setzen sich aus den Modulen Materialeinsatz, Energieverbrauch, Luftemissionen, Umweltschutzausgaben (für Luftreinhaltung und Klimaschutz sowie Abfallwirtschaft), Ökosteuern und Abfälle zusammen.
Die Gesamtheit des Materialeinsatzes kann auf Grund von methodischen Änderungen bei der Berechnung der mineralischen Materialien im zeitlichen Verlauf nicht analysiert werden. Im Jahr 2008 setzte er sich zu 56,9% aus mineralischen Materialien, zu 29,4% aus Biomasse sowie zu 13,7% aus fossilen Materialien zusammen. Die inländische Nachfrage konnte bei den mineralischen Materialien zu 73,9% mit heimischen Ressourcen abgedeckt werden, während der Eigenversorgungsgrad bei der Biomasse etwas niedriger (65,1%) und bei den fossilen Materialien sehr gering (7,1%) war. Der Energieverbrauch erhöhte sich zwischen 1995 und 2008 um 15,6%, die Bruttowertschöpfung wuchs dagegen um 39,4%. Daraus resultierte eine deutliche relative Entkopplung des Wirtschaftswachstums vom Energieverbrauch. Ziel sollte letzten Endes eine absolute Entkopplung sein, d.h. Wirtschaftswachstum bei gleichzeitig sinkendem Energieverbrauch. Dominiert wurde dieser von den nicht erneuerbaren Energieträgern, deren Anteil zwischen 1995 und 2008 von 72,0% auf 64,8% zurückging, während die erneuerbaren Energieträger (von 15,3% Anteil auf 19,9% Anteil) an Bedeutung gewannen und auch die sonstigen nicht emissionsrelevanten Energieträger (von 12,7% Anteil auf 15,3% Anteil) leicht zulegten. Umweltschutzausgaben sind für die Periode 1997 bis 2008 verfügbar. Die Aufwendungen für Luftreinhaltung und Klimaschutz stiegen um 80,3%, jene für die Abfallwirtschaft um 110,3%. Die Ökosteuern erhöhten sich zwischen 1995 und 2008 insgesamt um 75,7%, wobei die Energie- und Transportsteuern als bedeutendste Gruppen auch den größten Beitrag zum Anstieg leisteten.
Für die Luftschadstoffe und Treibhausgase gibt es bereits aktuelle Zahlen für den Zeitraum 1995 bis 2009. Dazu wird auf die obige Luftemissionsrechnung verwiesen.
Bei den gefährlichen Abfällen ist ein Vergleich
auf Grund von Änderungen in den gesetzlichen Vorschriften für die
Festsetzung von gefährlichen Abfällen sowie für die Ausstufung von
gefährlichen Abfällen (Nachweis der Nicht-Gefährlichkeit) und dem
sich daraus ergebenden Zeitreihenbruch nicht möglich. Unter Bedachtnahme
auf diese Rahmenbedingungen wurde das höchste Aufkommen mit 1,07 Mio. t
im Jahr 1999 verzeichnet. Die geringste Menge fiel mit