Durch die hohe Abhängigkeit von mit steigender Unsicherheit behafteten Energieimporten gewinnt der effiziente Einsatz von Energie zunehmend an Bedeutung. Weitere Gründe, Energie möglichst effizient einzusetzen, stellen die vertraglich fixierte Verpflichtung Österreichs, seine Treibhausgasemissionen bis 2010 auf 13% unter das Niveau von 1990 zu reduzieren (Kyotoziel) sowie die EU-Richtlinie über Energieeffizienz und Energiedienstleistungen 2006/32/EG (Energieeffizienzrichtlinie) dar. Diese Richtlinie verpflichtet Österreich im Jahr 2016 aufgrund von Energiedienstleistungen und anderen Energieeffizienzmaßnahmen eine Einsparung in der Höhe von 80,4 PJ vorzunehmen. Dieser Wert entspricht 9% des durchschnittlichen jährlichen Endenergieverbrauchs der Jahre 2001 - 2005 (ohne Berücksichtigung der Emissionshandelsunternehmen und des Bundesheeres).
Der Energieverbrauch in Österreich hat seit 1990 deutlich zugenommen. Der Bruttoinlandsverbrauch ist im Zeitraum 1990 bis 2008 von rund 1,1 Mio. TJ auf 1,4 Mio. TJ angestiegen; dies entspricht einem Wachstum von 35,8%. Der energetische Endverbrauch (EEV) wurde - um klimabedingte Schwankungen im Raumwärmebereich auszugleichen - temperaturbereinigt, d.h. auf die langjährige Durchschnittstemperatur umgelegt. Der temperaturbereinigte EEV weist im betrachteten Zeitraum eine Steigerung von 43,1% auf. Im Vergleich zum Energieverbrauch ist das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1990 bis 2008 um 51,8% angestiegen. Als aussagekräftiger Indikator für die Energieeffizienz in Österreich wird die Energieintensität dargestellt - d.h. die Entwicklung des inländischen Bruttoenergieverbrauchs und des (temperaturbereinigten) energetischen Endverbrauchs relativ zur Entwicklung des realen BIP - und als Indexzeitreihe von 1990 bis 2008 ausgewiesen.
Die Energieintensität in Österreich entwickelt sich unterschiedlich, je nachdem welche Ebene des
Energieverbrauchs betrachtet wird. Während der Bruttoinlandsverbrauch
je realem BIP 2008 10,6%
In der Sachgüterproduktion stieg der Energetische Endverbrauch von
1990 auf 2008 um 38,0% auf
Im Haushaltssektor ist die Zunahme des temperaturbereinigten Energetischen
Endverbrauchs für Raumheizung und Klimaanlagen von 1990 - 2008
Der Pkw-Bestand (Diesel und Benzin) ist in Österreich im Zeitraum 1990 bis
2007 von 2,8 Mio. auf 4,2 Mio. Fahrzeugen deutlich angewachsen