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Strom- und Gastagebuch 2008: Strom- und Gaseinsatz sowie Energieeffizienz österreichischer Haushalte

Stromverbrauch der Haushalte stark steigend; 1990 bis 2007: +23,6%Wien, 2009-02-18 - Von 1990 bis 2007 stieg der Verbrauch von elektrischer Energie im Haushaltsbereich um 23,6% (1,3% pro Jahr) und betrug für das Jahr 2007 mit 14.160 GWh knapp 25% des gesamten Stromverbrauchs Österreichs. Bei Naturgas betrug der Anteil der privaten Haushalte am Energetischen Endverbrauch für 2007 knapp 30%, der Verbrauch stieg seit 1990 um 3,0% pro Jahr.
Die Energieeffizienzrichtlinie der EU verlangt einen effizienteren Einsatz von Energie im HaushaltsbereichDieser Trend des steigenden Stromverbrauchs der Haushalte sowie der in Hinblick auf die Energieeffizienzrichtlinie der EU geplante, effizientere Einsatz von Energie im Haushaltsbereich bildeten den Hintergrund für die Erhebung "Strom- und Gastagebuch 2008". Diese liefert ein umfassendes Bild über den Strom- und Gaseinsatz sowie die Energieeffizienzpotentiale in österreichischen Haushalten.
Stromkosten aller Haushalte nach Jahresabrechnung 2007: durchschnittlich 598 Euro, Gaskosten: 218 EuroDie österreichischen Haushalte gaben im Jahr 2007 laut Jahresabrechnung durchschnittlich 598 Euro (ohne MWSt.) für Strom und 218 Euro für Gas aus.
Da der Energieträger Gas nur in rund einem Drittel der Haushalte eingesetzt und dort neben Warmwasserbereitung und Kochen hauptsächlich für Heizzwecke genutzt wird, konzentriert sich der Bericht großteils auf den Energieträger Strom.
Jahresstromverbrauch nach Verbrauchskategorien: bedeutende Stromverbraucher sind Warmwasser, Heizung, Großgeräte und Beleuchtung Ein durchschnittlicher Haushalt verbrauchte 2008 4.417 kWh Strom. Bedeutende Verbrauchskategorien sind der Stromverbrauch für die Heizung mit 20,5% und die elektrische Warmwasserbereitung mit 17,1%. Haushaltsgroßgeräte sowie Kühl- und Gefriergeräte verbrauchen gemeinsam knapp 30% des elektrischen Stroms der Haushalte, für Beleuchtung wird 8,6% aufgewendet. Die Gruppe der Kommunikations-, Büro- und Unterhaltungsgeräte konsumiert 7,0% des Haushaltsstroms.
Geräteausstattung: Kühlschrank in allen Haushalten, Fernseher in 96%, PC oder Laptop in 78%Die Haushalte sind zu 100% mit Kühlschrank und zu 59% mit Gefrierschrank oder Gefriertruhe ausgestattet, 78% besitzen PC oder Laptop und 96% Fernseher. Bei den Fernsehern überwiegt der Bildröhrenfernseher (88%) im Vergleich zum LCD-Fernseher. In 93% der Haushalte stehen Waschmaschine oder Waschtrockner und 14% besitzen einen Wäschetrockner.
Strom- und Gas-Tagesverbrauch Sommer/WinterIn der Winterperiode beträgt der Stromverbrauch eines Durchschnittstages rund 14,4 kWh und ist damit um etwa die Hälfte höher als in der Sommerperiode mit 9,7 kWh. Da der Energieträger Gas vorrangig für Heizzwecke eingesetzt wird, ist der durchschnittliche Verbrauch in der Winterperiode ein Vielfaches des Einsatzes in der Sommerperiode. Wesentlichster Einflussfaktor für die Verbrauchsunterschiede sind die Klimaverhältnisse: Sowohl Temperatur als auch Tageslänge beeinflussen das Nutzungsverhalten der Haushalte.
Strom- und Gas-Tagesverbrauch nach VerbrauchskategorienMehr Elektrizität im Winter als im Sommer wird für Heizung, Umwälzpumpen, Beleuchtung oder Trocknen von Wäsche aufgewendet. Auch für Verbrauchskategorien wie Unterhaltungselektronik oder Herd und Backrohr ergibt sich im Winterhalbjahr ein signifikant höherer Stromverbrauch als im Sommer.
Altersstruktur von Großgeräten: Wäschetrockner stellen die jüngste Gerätekategorie darWaschmaschinen sind im Vergleich zu Kühlschrank oder Herd erkennbar jünger. Etwa 35% der Waschmaschinen sind weniger als 5 Jahre alt, im Gegensatz zu rund einem Viertel der Kühlschränke und Herde. Wäschetrockner stellen die eindeutig jüngste Gerätekategorie dar: Knapp die Hälfte ist jünger als 5 Jahre.
Lampentypen: Glühbirne dominiert, nur 7% der Beleuchtungskörper sind derzeit EnergiesparlampenFür die Beleuchtung wird 8,6% des elektrischen Stroms aufgewendet. Glühbirnen dominieren noch immer: Sie stellen 51% der vorhandenen Beleuchtungskörper, nur 7% sind derzeit Energiesparlampen. Hier lassen sich Einsparungspotentiale durch den Ersatz der Glühbirne mit effizienteren Beleuchtungskörpern erwarten.
4,2% des Elektrizitätsverbrauchs der Haushalte wird für Stand-by Funktionen eingesetztDer Stand-by Verbrauch liegt bei 4,2% der Elektrizität der Haushalte, am bedeutendsten ist er für Unterhaltungsgeräte mit rund 128 kWh pro Jahr. Der Stand-by Verbrauch übersteigt bei einzelnen Unterhaltungsgeräten sogar jenen der Nutzung des Geräts. Die seit Dezember 2008 vorliegende EU-Verordnung zum Stand-by Verbrauch kann dazu beitragen, diesen Anteil in Zukunft zu senken.
Methodische Hinweise:
Das "Strom- und Gastagebuch 2008" ist ein Projekt der Bundesanstalt Statistik Österreich im Auftrag des Bundesministeriums für Land und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft sowie der E-Control GmbH. Es stellt eine umfassende Sammlung von Daten zum Strom- und Gaseinsatz der Haushalte in Österreich dar.
Die Ausstattung der teilnehmenden Haushalte mit stromverbrauchenden Geräten sowie Daten zu Heizung, Warmwasser und Beleuchtung wurden erhoben. Die Nutzung dieser Geräte wurde in der Heiz- und Kühlperiode protokolliert, dabei wurde auch der Stromzählerstand täglich abgelesen. Weiters wurde von den Haushalten der spezifische Stromverbrauch verbrauchsrelevanter Geräte gemessen. Haushalte mit Gasanschluss meldeten auch Daten zum Einsatz des Energieträgers Gas für Heizen, Warmwasser und Kochen.
Für Verbrauchskategorien wie Heizung, Warmwasserbereitung, Beleuchtung oder Haushaltsgroßgeräte und Unterhaltungselektronik wurde ein durchschnittlicher Stromverbrauch der Haushalte berechnet.
In weiterer Folge ermöglicht eine Analyse der Datenbasis das Feststellen von Einsparungspotentialen bei Geräten oder auch das Erkennen von Ansätzen für Verhaltensänderungen in Richtung eines reduzierten Energieverbrauchs.
Erhebungshintergrund: Primärdatensammlung mit drei Befragungsrunden:
1. Gerätebestand, Verbrauchsaktivitäten in der Heizperiode
2. Stromverbrauchsmessung wichtiger Geräte
3. Verbrauchsaktivitäten in der Kühlperiode
Die Teilnahme erfolgte freiwillig, Rücklaufquote: 51%.
Als Incentives erhielten die teilnehmenden Haushalte 100 € und ein Strommessgerät.
Als Repräsentativitätskriterien für die Hochrechnung wurden die Haushaltsgröße, die Anzahl der Wohnungen im Gebäude sowie der Bildungsstand herangezogen.

Das "Strom- und Gastagebuch 2008" ist als Download erhältlich unter http://www.statistik.at/web_de/statistiken/energie_und_umwelt/energie/energieeinsatz_der_haushalte/index.html

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Raumwirtschaft, Statistik Austria: 
Mag. Alexandra WEGSCHEIDER-PICHLER, Tel. (01) 71128-7235 bzw. alexandra.wegscheider-pichler@statistik.gv.at

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