Über den Kunsthandel stehen vor allem Daten aus der Außenhandelsstatistik zur Verfügung, wobei dieser durch die Warengruppe Kunstgegenstände definiert ist. Die Systematik der Wirtschaftszweige lässt dagegen keine Identifikation des Kunsthandels bzw. von Galerietätigkeit (im Sinn der Propagierung aktueller Kunst) zu. Kommerzielle Kunstgalerien sind vielmehr unter „Sonstiger Einzelhandel“ subsumiert und werden daher in Publikationen der Wirtschaftsstatistik nicht eigens ausgewiesen.
Der Außenhandelsstatistik zufolge wurden im Jahr 2007 Kunstgegenstände, Sammlungsstücke und Antiquitäten im Wert von 415 Mio. Euro in Österreich eingeführt, darunter Gemälde, Zeichnungen und Collagen im Wert von 372 Mio. Euro sowie Werke bildhauerischen Schaffens im Wert von 12 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das insgesamt eine Steigerung der Einfuhrwerte um mehr als das 4-fache. Darin enthalten – und für die exorbitante Steigerung maßgeblich – ist allerdings die Einfuhr einer privaten Kunstsammlung aus Liechtenstein, die als unbefristete Dauerleihgabe an eines der österreichischen Bundesmuseen ging.
Ausgeführt wurden 2007 Kunstgegenstände, Sammlungsstücke und Antiquitäten im Wert von 128 Mio. Euro, darunter Gemälde, Zeichnungen und Collagen im Wert von 93 Mio. Euro und bildhauerische Werke im Wert von 13 Mio. Euro. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr in der Höhe von insgesamt 60% ist jedoch im Zusammenhang mit dem österreichischen Restitutionsgesetz und der darauf fußenden Rückgabe von Bildern aus Museumsbeständen zu sehen.
Dominierendes Ursprungsland in Bezug auf Gemälde, Zeichnungen und Collagen war 2007 Liechtenstein aus oben angeführten Gründen. Daneben wurden am intensivsten Handelsbeziehungen mit Deutschland (25 Mio. Euro) gepflegt, gefolgt von der Schweiz (10 Mio. Euro) und den USA (8 Mio. Euro). Als Bestimmungsland von Gemälden, Zeichnungen und Collagen war 2007 die Schweiz von herausragender Bedeutung (47 Mio. Euro), vor Deutschland (13 Mio. Euro) und den USA (7 Mio. Euro).