Metadaten: Beschäftigung im kulturellen Sektor

Seit längerem gibt es auf europäischer Ebene wie auf Ebene der Nationalstaaten eine Diskussion über die Abgrenzung des Kultursektors, die aus der verstärkten Wahrnehmung von Kultur als wirtschaftlich bedeutsamem Feld resultiert. Neben dem eng umrissenen Bereich kreativer und repräsentativer (hoch-)kultureller Aktivitäten werden verstärkt die wirtschaftlichen und beschäftigungspolitischen Aspekte massenkultureller Aktivitäten sowie die Diffusion von „Kulturellem" in marktwirtschaftliche Bereiche des Produktions- und Dienstleistungssektors gesehen. Abhängig von der Ziehung der Grenzlinien ergeben sich dabei zum Teil stark differierende Angaben über die Größe des - in der Regel pragmatisch definierten - „Kultursektors".

Die Kulturberufe wurden in Anlehnung an methodische Vorarbeiten für eine harmonisierte internationale Berichterstattung ausgewählt. Referenz ist dabei die Standard-Klassifikation der Berufe ISCO-88(COM). In tiefer Gliederung (4-Steller) weist diese Klassifikation Berufsgruppen wie Archivare und Bibliothekare, Schriftsteller, bildende und darstellende Künstler, Komponisten, Musiker und Sänger, Choreografen und Tänzer, Schauspieler und Regisseure, oder auch Fotografen, Bild- und Tontechniker, Dekorateure und gewerbliche Designer usw. aus.

Eine zweite Dimension wird durch die nationale Version der Systematik der Wirtschaftstätigkeiten (ÖNACE 2003) repräsentiert. Ausgehend von der ÖNACE lassen sich a priori Wirtschaftsklassen mit mehr oder weniger starkem Kulturbezug identifizieren. Den Kernbereich bilden gemäß ÖNACE-Nomenklatur dabei die Gruppen 92.1 bis 92.5 der Abteilung Kultur, Sport und Unterhaltung und 22.1 (Verlagswesen) der Abteilung Verlagswesen, Druckerei, Vervielfältigung.

Als Datenquelle wurde der Mikrozensus herangezogen, der seit Beginn des Jahres 2004 laufend, also gleichmäßig auf alle Kalenderwochen verteilt, erhoben wird. Davor wurde die Erhebung vierteljährlich in Erhebungswellen zu Quartalsende durchgeführt. Zu den umfassenden Ergebnissen über den österreichischen Arbeitsmarkt gehören unter anderem auf Ebene des ISCO-88(COM) 4-Stellers codierte Daten sowie die Zuordnung der Erwerbstätigen zu den Wirtschaftsklassen. Als Bezugskategorien wurden dabei ÖNACE 2- und 3-Steller verwendet.

Beim Mikrozensus handelt es sich um eine Stichprobenerhebung. Aufgrund der zum Teil geringen Zellbesetzungen ist eine Darstellung aller kulturbezogenen ISCO-Berufsgattungen nicht möglich. Generell ist zu beachten, dass Werte mit weniger als hochgerechnet 6.000 Personen stark zufallsbehaftet sind. Werte mit weniger als hochgerechnet 3.000 Personen sollten statistisch gar nicht mehr interpretiert werden.