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Öffentliche Bildungsausgaben 2008

Für die jährlich veröffentlichte Publikation „Bildung in Zahlen“ liefert die Bildungsausgabenstatistik der STATISTIK AUSTRIA für das Unterkapitel „Finanzierung des Bildungswesens“ Daten zu den öffentlichen Bildungsausgaben.

Diese Publikation umfasst zwei Bände, wobei im ersten Band Schlüsselindikatoren sowie Analysen und im zweiten Band Detailtabellen zum ersten Band dargestellt werden.

Während im ersten Band ein Überblick über die staatlichen Bildungsausgaben in ausgewählten Schulformen der österreichischen Bildungslandschaft gegeben wird, ermöglicht der Tabellenband tiefere Einblicke in die öffentliche Finanzierung des Bildungswesens. Beispielsweise finden sich hier die Entwicklung der staatlichen Bildungsausgaben seit dem Jahr 2000 und eine regionale Gliederung der Bildungsausgaben nach Bildungseinrichtungen. Darüber hinaus sind auf einer CD-ROM detaillierte Daten für Analysezwecke verfügbar.

Die öffentlichen Bildungsausgaben beliefen sich im Jahr 2008 auf 14.806,6 Mio. EUR, wobei ein großer Teil der Ausgaben auf Allgemeinbildende Pflichtschulen (Volks-, Haupt-, Sonder- und Polytechnische Schulen) in der Höhe von 4.431,4 entfiel, gefolgt von Ausgaben für Universitäten mit 3.090,6 Mio. EUR.

Darüber hinaus berechnet die STATISTIK AUSTRIA im Rahmen der jährlichen internationalen Berichterstattung an UNESCO/OECD/EUROSTAT (UOE) zum formalen Bildungswesen die Daten über öffentliche Bildungsausgaben (inklusive Forschungsausgaben für Bildungseinrichtungen) in Österreich nach der internationalen Standardklassifikation für Bildung (ISCED).

Die Bildungsausgaben des öffentlichen Sektors gemäß UOE-Meldung beliefen sich im Jahr 2007 auf 14.616,1 Mio. EUR, was einem Anteil von 5,4% des Bruttoinlandsproduktes entspricht. Der Bund (inkl. sonstiger öffentlich rechtlicher Körperschaften) tätigte mit rund 53,9% (bzw. 7.872,7 Mio. EUR) mehr als die Hälfte der Bildungsausgaben, gefolgt von Bundesländern und Wien mit mehr als 35,1% (bzw. 5.136,6 Mio. EUR) sowie Gemeinden und Schulgemeindeverbänden mit rund 11% (bzw. 1.606,7 Mio. EUR).

Betragsmäßige Unterschiede der öffentlichen Bildungsausgaben zwischen der UOE-Meldung und der in „Bildung in Zahlen“ veröffentlichten Daten erklären sich durch den vorgegebenen Zweck. Während bei „Bildung in Zahlen“ die Verbesserung der Transparenz der Zahlungsströme im österreichischen Bildungswesen im Vordergrund steht, will die UOE durch vereinheitlichte Bewertungs- und Verbuchungsvorschriften die internationale Vergleichbarkeit der Daten ermöglichen. Aus diesem Grund werden bei der internationalen Meldung gemäß den Vorgaben des UOE-Manuals für das beamtete Personal fiktive Dienstgeberbeiträge hinzugeschätzt und Ausgaben privater Haushalte für staatliche Bildungsleistungen abgezogen, da diese in der UOE-Meldung separat erfasst werden.

Änderungen in der Berechnung

Die Berechnung der Bildungsausgaben hat sich seit der letzten Berichterstattung ab 2005 leicht geändert:

  • Die Gebarungsdaten der öffentlichen Rechtsträger wurden für die Zwecke der Publikation „Bildung in Zahlen“ bis ins Finanzjahr 2000 zurück nach Merkmalen der österreichischen Bildungslandschaft (Volksschulen, Hauptschulen u.s.w.) umcodiert. Diese Merkmale wurden anschließend in ISCED-Klassen eingeteilt, womit die vollständige Überleitung sowohl von österreichischen Merkmalen zu ISCED-Merkmalen als auch umgekehrt ermöglicht wurde. In der abgebildeten Darstellung nach der ISCED-Klassifikation wurde diese Umcodierung vorerst nur für die Finanzjahre 2005 bis 2007 vorgenommen, da der Überleitungsprozess in UOE-Daten eine Reihe an Gegenrechnungen erfordert. Nach österreichischer Systematik liegen vorerst Daten von 2000 bis 2008 vor, wobei eine Rückrechnung bis ins Jahr 1995 geplant ist.
  • Auf Landesebene wirkt sich die Umstellung der Aufarbeitung der Bildungsausgaben Allgemeinbildender Pflichtschulen größtenteils im Bereich der Ausgaben für Sonderschulen aus, was ab dem Jahr 2005 zu einer Verschiebung vom ISCED-Level 3 zugunsten des ISCED-Levels 2 führt. Insbesondere wurden die Aufwendungen der Landeslehrerinnen und -lehrer an Allgemeinbildenden Pflichtschulen anhand mehrfach gewichteter Lehrpersonaldaten (nach dem Beschäftigungsausmaß, Alter und Gehaltsstufen) auf die dazugehörigen Schulformen (Volks-, Haupt-, Sonder- und Polytechnische Schulen) aufgeteilt.
  • Auf Bundesebene finden sich hohe Ausgabensteigerungen zwischen 2006 und 2007 ISCED-Level 5A/6. Der Anstieg von rund 284 Mio. EUR im ISCED-Level 5A/6 erklärt sich zum Einen durch die Mehrausgaben der Universitäten, welche laut den einzelnen Rechnungsabschlüssen der Universitäten überwiegend das Personal betreffen. Außerdem wurden ein Teil der Ausgaben der Pädagogischen Akademien zum ISCED-Level 5A/6 gerechnet, da diese ab Oktober 2007 zu Pädagogischen Hochschulen umgewandelt wurden. Aufgrund dieser Verschiebung kommt es zu verminderten Ausgaben für 2007 im Bereich ISCED 5B im Vergleich zum Jahr 2006.
  • Die hochschulrelevanten Ansätze auf Gemeindeebene im ISCED-Level 5A/6 enthalten im Wesentlichen Zahlungen für Fachhochschul- und Hochschulvereine, Studienbeihilfen und Stipendien für Hochschüler und Hochschülerinnen sowie Studentenheime.

Weiterführende Erläuterungen

Bund

Nach Art. 14 B-VG (Bundes-Verfassungsgesetz) ist der Bund der Erhalter von weiterführenden sowie höheren Schulen und Hochschulen, wodurch sich einerseits die hohen Ausgaben für die Oberstufe an Allgemeinbildenden höheren Schulen sowie an Berufsbildenden Schulen ab der 9. Schulstufe (ISCED-Level 3) erklären lassen. Andererseits ist der hohe Anteil des Bundes im ISCED-Level 5A/6 bedingt durch Globalbudgetüberweisungen an die 21 im UG 2002 genannten Universitäten, Transferzahlungen an die Fachhochschulträger sowie Aufwendungen für bildungsrelevante Teile der Familienbeihilfe.

Bundesländer ohne Wien

Der Großteil der Bildungsausgaben der Länder entfällt auf Personalaufwendungen für die Landeslehrerinnen und Landeslehrer im Allgemeinbildenden und Berufsbildenden Pflichtschulwesen. Dabei muss aber auf die hohen Transferzahlungen gemäß § 4 Abs. 1 FAG hingewiesen werden, wonach der Bund den Ländern die Aktivitätsbezüge der unter ihrer Diensthoheit stehenden Lehrerinnen und Lehrer einschließlich der Landesvertragslehrerinnen und -lehrer an öffentlichen Allgemeinbildenden Pflichtschulen zu 100% sowie an Berufsbildenden Pflichtschulen zu 50% ersetzt. Nach den UOE-Vorgaben werden diese Transfers bei den Ländern als Bildungsausgaben erfasst.

Wien

Die Ausgaben Wiens mit der Sonderstellung als Land und Gemeinde werden jährlich separat ermittelt. Aufgrund dieser Sonderstellung weist Wien sowohl hohe Ausgaben im Elementarbereich als auch im Allgemeinbildenden und Berufsbildenden Pflichtschulwesen auf.

Gemeinden ohne Wien

Die Ausgaben der Vielzahl an Gemeinden als Erhalter von Kindergärten sowie Schulen der ISCED-Level 1 und 2 gehen vor allem zurück auf Personalaufwendungen im Elementarbereich und auf Sachaufwendungen an Volks-, Haupt-, Sonder- und Polytechnischen Schulen.

Schulgemeindeverbände

Schulgemeindeverbände unter Vernachlässigung von Musikschulverbänden spielen nur in den Bundesländern Kärnten, Tirol, Vorarlberg und besonders in Niederösterreich eine Rolle. Der Großteil entfällt auf Hauptschulverbände, die im ISCED-Level 2 enthalten sind.

Tabelle(n):
Staatliche Bildungsausgaben 2000 - 2008 nach Ausgabenarten und Bildungseinrichtungen, österreichische SystematikHTMLPDFXLS
Staatliche Bildungsausgaben 2008 nach Ebenen und Bildungseinrichtungen, österreichische SystematikHTMLPDFXLS
Staatliche Bildungsausgaben 2008 nach regionaler Gliederung und Bildungseinrichtungen, österreichische SystematikHTMLPDFXLS
Staatliche Bruttotransfers 2008 nach Ebenen und BildungseinrichtungenHTMLPDFXLS
Gliederung der österreichischen Bildungsgänge gemäß International Standard Classification of Education Version 1997 (ISCED 1997)HTMLPDFXLS
Öffentliche Bildungsausgaben nach Bildungsbereichen und Gebietskörperschaften 1995 bis 2007, ISCED-KlassifikationHTMLPDFXLS
Öffentliche Bildungsausgaben nach Bildungsbereichen 1995 bis 2007, ISCED-KlassifikationHTMLPDFXLS
Weitere Informationen:
Öffentliche Bildungsausgaben 2006PDF
Aufwendungen im Kinderbetreuungswesen 2000 bis 2006PDF
Öffentliche Bildungsausgaben 2004PDF