Seit Anfang der 1970er Jahre wird die Bevölkerungsentwicklung
in Österreich nahezu ausschließlich durch Wanderungsbewegungen bestimmt,
da Geburten und Sterbefälle sich (mehr oder weniger) weitgehend die
Waage halten. Da sich sowohl die internationalen Wanderungen mit dem
Ausland als auch die Binnenwanderungen innerhalb Österreichs sehr ungleich
verteilen, ergeben sich regional sehr unterschiedliche Auswirkungen
der Migration. Wanderungsgewinnen in den größeren Städten und ihrem
Umland stehen dabei Wanderungsverluste in peripherer gelegenen Gebieten
gegenüber.
Im Jahr 2010 wechselte etwa jeder zehnte Einwohner
(878.000 Personen) Österreichs seinen Wohnsitz. Etwas mehr als drei
Viertel davon (77% bzw. rund 677.000 Personen) verlegten ihren bisherigen
Hauptwohnsitz innerhalb einer bzw. in eine andere Gemeinde Österreichs,
23% (rund 201.000 Personen) wanderten über die Staatsgrenze. Aus der
Zahl von 114.398 Zuzügen aus dem Ausland und 86.703 Wegzügen in das
Ausland ergab sich ein internationaler Wanderungssaldo von 27.695 Personen.
Bezogen auf die Wohnbevölkerung Österreichs im Jahr 2010 lag die Netto-Zuwanderung
bei 3,3 je 1.000 der Bevölkerung und damit um rund ein Drittel höher
als 2009. Die Zahl der Binnenwanderungen in Österreich lag 2010 bei
677.206 Fällen und damit etwas unter dem Wert für 2009 (680.237).
Der größte Teil der Binnenwanderungen verlief über kurze Distanzen,
rund 54% der Fälle betrafen Umzüge innerhalb einer Gemeinde.