Erwerbstätigkeit, aber auch Arbeitslosigkeit haben
in Österreich von 1991 auf 2001 weiter zugenommen. Die Zuwachsraten
blieben allerdings unter jenen der vorangegangenen Dezennien. Nach den
Ergebnissen der Volkszählung waren im Mai 2001 3,731.544 Österreicher
und Österreicherinnen erwerbstätig. Diese Zahl schließt 135.805 Personen
in Mutterschutz, Elternkarenz bzw. Präsenz- und Zivildiener sowie 144.278
geringfügig Erwerbstätige ein. Die Gruppe der geringfügig Erwerbstätigen
wurde 2001 zum ersten Mal bei einer Volkszählung erfasst. Neben diesen
Erwerbstätigen gaben 255.217 Personen an, arbeitslos zu sein. In Summe
wurden somit 3,986.761 Erwerbspersonen ermittelt. Die allgemeine Erwerbsquote
(ohne Alterseinschränkung) lag bei 49,6%, bezogen auf die auch für
internationale Vergleiche übliche Altersgruppe von 15 bis 64 Jahren
lag die Erwerbsbeteiligung bei 73,0%.
Frauen sind weiterhin seltener im Erwerbsleben als
Männer. 1,654.612 weiblichen Erwerbstätigen stehen 2,076.932 männliche
gegenüber. Auch bei Arbeitslosen überwiegen in absoluten Zahlen Männer
(138.871 gegenüber 116.346 Frauen). Als Erwerbspersonen wurden somit
2001 1,770.958 Frauen und 2,215.803 Männer gezählt. Die allgemeinen
Erwerbsquoten belaufen sich bei Frauen auf 42,7% gegenüber 57,0% bei
Männern. Bezieht man die Zahlen auf die erwerbsfähige Bevölkerung,
verringern sich die Differenzen in der Relation Männer – Frauen.
Männer von 15 bis 64 Jahren sind zu 80,9% erwerbstätig oder arbeitslos,
gleichaltrige Frauen zu 65,0%. Im Alter von 15 Jahren bis zum gesetzlichen
Pensionsantrittsalter von 60 Jahren beträgt der Anteil der weiblichen
Erwerbspersonen 70,5%.
In den ersten Jahrzehnten nach dem Krieg war die Zahl
der weiblichen Berufstätigen - wie auch der männlichen - vor allem
durch den Rückgang der Beschäftigung in der Land- und Forstwirtschaft
gesunken. Seit 1971 lässt sich für Frauen eine deutliche Zunahme der
Erwerbsbeteiligung beobachten, die weit kräftiger ausfiel als bei den
Männern. Von 1971 auf 2001 erhöhte sich die Zahl der erwerbstätigen
Frauen, wenn man geringfügig Erwerbstätige nicht berücksichtigt,
um fast genau ein Drittel, seit 1991 um 9%. Für Männer lässt sich
für die Zeit seit 1971 nur ein Anstieg um 6% feststellen, seit 1991
ist die Zahl der erwerbstätigen Männer (wiederum ohne Geringfügige)
sogar minimal gesunken. Stellten Frauen 1971 noch 38% aller Erwerbstätigen,
sind es 2001 42% bzw. unter Einschluss der geringfügig Erwerbstätigen
43%. Durch die Zunahme der Arbeitslosigkeit im letzten Dezennium hat
sich die Zahl der Erwerbspersonen allerdings seither auch bei den Männern,
wenn auch nur um 1,1% erhöht. Trotz dieser leichten Zunahme der absoluten
Zahl der Erwerbspersonen ist die allgemeine Erwerbsquote bei den Männern
seit 1991 um 1,4 Prozentpunkte zurückgegangen. Bei den Frauen zeigt
sich eine Zunahme um 2,8 Prozentpunkte, für beide Geschlechter ein
Plus von 0,8 Prozentpunkten.
Starken Einfluss auf die steigende Frauenerwerbstätigkeit
hat der vermehrte Zulauf zur Teilzeitarbeit. 2001 arbeiten rund 410.000
gegenüber 1991 253.000 Frauen normalerweise zwischen 12 und 31 Stunden,
eine Zunahme um 62%. Die Zahl der Frauen mit einer Vollzeitstelle sank
hingegen um 54.000.
Mehr Schüler und Schülerinnen sowie Studenten
und Studentinnen ab 15 Jahren, mehr Pensionisten und Pensionistinnen,
aber weniger Haushaltsführende und Kinder unter 15 Jahren
Unter den Personen, die weder erwerbstätig noch arbeitslos
sind, stellen Pensionisten und Pensionistinnen mit 1,748.196 Personen
bzw. 21,8% der gesamten Bevölkerung die größte Gruppe dar. 121.480
(1,5%) wurden als andere Einkommensbezieher erfasst. (Aus Gründen der
Vergleichbarkeit mit früheren Volkszählungen und wegen der besseren
Stimmigkeit des Konzepts werden hier geringfügig Erwerbstätige nicht
als „erwerbstätig“ gezählt, sondern einem anderen Lebensunterhalt
zugerechnet.) 1,348.194 Personen und somit 16,8% sind der Position „Kind
unter 15 Jahren“ zugeordnet. 550.802 oder 6,9% haben angegeben, ausschließlich
haushaltsführend zu sein, und weitere 400.734 (5,0%) sind Schüler
und Schülerinnen oder Studenten und Studentinnen ab 15 Jahren.
Einen deutlichen Frauenüberhang gibt es erwartungsgemäß
bei den Haushaltsführenden, von denen nur 8.264 männlichen Geschlechts
sind, und auch Pensionistinnen sind stärker vertreten als Pensionisten.
Letzteres durch die Witwenpension, die von 223.042 Frauen genannt wurde,
während nur knapp 2.000 Männer bei der Volkszählung eine Witwerpension
als Lebensunterhalt angaben. Auch bei in Schulausbildung stehenden Personen
ab 15 Jahren überwiegen Frauen, zum Teil auch deshalb, weil Lehrlinge
den Erwerbspersonen zugerechnet werden.
Die seit mehreren Jahrzehnten bestehenden Tendenzen
haben sich auch bei der Volkszählung 2001 bestätigt, zum Teil verstärkt.
Die Zahl der ausschließlich Haushaltsführenden, die 1971 noch bei
rund 938.000 Personen lag, ist von 1991 718.893 auf 2001 550.802 gesunken,
ein Rückgang um 23%. Die Steigerung bei den Pensionisten und Pensionistinnen
von 1,541.628 auf nun 1,748.196 fiel mit 13% etwa gleich hoch aus wie
im Zeitraum 1981 bis 1991. Auffällig ist dabei die Zunahme der Eigenpensionen
von Frauen um 31 Prozent, die hauptverantwortlich ist für den Rückgang
der Witwenpensionen (Bei Doppelbezug wurde nur die Eigenpension berücksichtigt).
Die Gesamtzahl der Schüler und Schülerinnen sowie
Studenten und Studentinnen ab 15 Jahren, die im Vergleich 1981 auf 1991
aus demographischen Gründen stagnierte, ist seit 1991 wieder um 20%
gestiegen. Erstmals dominieren Schülerinnen und Studentinnen eindeutig
gegenüber den Schülern und Studenten. Die Zahl der Kinder unter 15
Jahren ist über die letzten zehn Jahre hinweg ziemlich konstant geblieben.