Bevölkerung nach dem Bildungsstand

In Österreich gibt es 385.000 Absolventen und Absolventinnen von Universitäten und (Fach-)Hochschulen. Diese Zahl liefert das Ergebnis zum Bildungsstand der Bevölkerung der Volkszählung 2001. Im Zehnjahresabstand hat sich die Akademikerzahl um 126.600, das sind +49 Prozent, erhöht. Starke Zuwächse gab es auch bei Personen mit hochschulverwandter Lehranstalt bzw. Berufsbildender höherer Schule als höchster abgeschlossener Ausbildung. Jüngere Frauen haben bereits ein höheres Bildungsniveau als ihre männlichen Altersgenossen

Akademikerzahl im Zehnjahresabstand um 50 Prozent erhöht!

In den letzten zehn Jahren ist das Bildungsniveau der Bevölkerung weiter gestiegen: Besser gebildete jüngere Jahrgänge rücken nach, während die älteren, formal weniger gut gebildeten Jahrgänge (geringere Bildungschancen in der Vergangenheit) wegsterben. Der Bevölkerungsteil mit einer über die Pflichtschule hinausgehenden Ausbildung hat daher zahlen- und anteilsmäßig zugenommen.

Die Ergebnisse im Einzelnen: Eine Universität, Hochschule oder Fachhochschule haben laut Volkszählung 2001 385.109 Personen abgeschlossen, das sind um 49 Prozent mehr als 1991. Bezogen auf die 20- und mehrjährige Bevölkerung ergibt dies eine Akademikerquote von 6,2 Prozent (+1,9 Prozentpunkte gegenüber 1991). Der Abschluss einer hochschulverwandten Lehranstalt (z.B. Pädagogische Akademien, Gesundheits- und Sozialakademien) wurde von 112.645 Personen angegeben, das sind um 54 Prozent mehr als 1991. Wird der Akademikeranteil um die Absolventen und Absolventinnen der hochschulverwandten Lehranstalten erweitert, steigt dieser auf 8,0 Prozent der 20- und mehrjährigen Bevölkerung. Bei den jungen Erwachsenen sind die entsprechenden Anteile deutlich höher als in der Gesamtbevölkerung: 11,6 Prozent (30- bis 34-Jährige) haben ein Studium an einer Universität, Fachhochschule oder hochschulverwandten Einrichtung abgeschlossen.

Von den Personen mit der höchsten abgeschlossenen Ausbildung „Matura“ (Reifeprüfung) hat sich die Zahl der Maturanten und Maturantinnen Berufsbildender höherer Schulen im letzten Jahrzehnt mit +41 Prozent besonders stark erhöht. In dieser Kategorie haben 381.857 Personen eine fünfjährige Berufsbildende höhere Schule (z.B. HTL, HAK) sowie 35.148 Personen ein Kolleg bzw. einen Abiturientenlehrgang (z.B. HTL-Kolleg, HAK-Kolleg) absolviert. Die Reifeprüfung einer Allgemeinbildenden höheren Schule (AHS) als höchste Ausbildung haben 346.425 Frauen und Männer angegeben. Der Maturantenanteil insgesamt lag somit laut Volkszählung 2001 bei 11,9 Prozent der 20- und mehrjährigen Bevölkerung, das ist eine Zunahme um 1,8 Prozentpunkte gegenüber 1991. Auch hier ist der Wert bei den Jüngeren deutlich höher: 32,4 Prozent (20- bis 24-Jährige).

Fast die Hälfte der Bevölkerung verfügt über eine mittlere Schul- bzw. Berufsausbildung. Insgesamt 771.468 Personen haben eine Berufsbildende mittlere Schule (BMS, Fachschule) absolviert. 2,265.173 Personen haben eine Lehre abgeschlossen. Auf die Bevölkerung im Alter von 20 und mehr Jahren bezogen betragen die Anteile dieser Bildungsebenen 12,1 Prozent bzw. 36,0 Prozent. Schließlich haben 2,381.619 Personen bei der Volkszählung 2001 keine über die Pflichtschule hinausgehende Ausbildung angegeben (-11 Prozent gegenüber 1991). Der Anteil an der Bevölkerung im Alter von 20 und mehr Jahren ging um 6,4 Prozentpunkte auf knapp ein Drittel (31,9 Prozent) zurück. Je jünger die Jahrgänge desto niedriger ist der Pflichtschulanteil, in der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen etwa liegt dieser bei 17,4 Prozent.

Jüngere Frauen haben bereits bessere Ausbildung als Männer

Jüngere Frauen haben bei der Ausbildung Männer bereits deutlich überflügelt. Von den 25- bis 29-jährigen Frauen verfügt ein Drittel (34 Prozent) mindestens über Maturaniveau, 12,5 Prozent haben sogar ein Studium an einer Universität, Fachhochschule oder hochschulverwandten Einrichtung abgeschlossen. Die Vergleichswerte für die gleichaltrigen Männer lauten 29 Prozent (mindestens Matura), und 8,4 Prozent schlossen zusätzlich ein Studium ab. Bei der Volkszählung 2001 wurden um 75 Prozent mehr Frauen mit Universitätsabschluss ermittelt als bei der Zählung 1991. Die Zahl der Frauen mit dem Abschluss einer hochschulverwandten Lehranstalt stieg um drei Fünftel (61 Prozent). Knapp drei Fünftel (+56 Prozent) mehr Frauen haben den Abschluss einer Berufsbildenden höheren Schule erreicht. Bei den Männern waren die zahlenmäßigen Zuwächse in den genannten Bereichen nur etwa halb so hoch. Dennoch sind nach wie vor geschlechts¬spezifische Unterschiede im Bildungsstand der Frauen und Männer feststellbar. Trotz deutlich stärkerer Zunahme der Zahl von Universitätsabsolventinnen liegt – auf alle Altersgruppen ab 20 Jahren bezogen – der Abstand zwischen der Akademikerquote der Frauen (4,8 Prozent) und der Akademikerquote der Männer (7,8 Prozent) bei 3 Prozentpunkten, verringert sich aber unter Einbeziehung der hochschulverwandten Abschlüsse auf 1,3 Prozentpunkte.

In der Vergangenheit haben viele Frauen ihre Ausbildung nach der Pflichtschule beendet. Daher weist ein noch immer hoher Anteil (41 Prozent der Frauen im Alter von 20 und mehr Jahren; Männer: 22 Prozent) keinen über die Pflichtschule hinausgehenden Abschluss auf. Große Unterschiede bestehen auch im Bereich der mittleren Berufsausbildung: Knapp jede vierte 20- und mehrjährige Frau (24 Prozent) verfügt über einen Lehrabschluss. Nach Abschluss der Pflichtschule wechseln aber traditionell mehr junge Männer als Frauen in eine Lehrlingsausbildung, so dass diese Bildungsebene für fast die Hälfte (49 Prozent) der gleichaltrigen Männer die höchste Ausbildung darstellt. Umgekehrt wurde eine Berufsbildende mittlere Schule (Fachschule) als höchste absolvierte Ausbildung von 16,5 Prozent der Frauen im Alter von 20 und mehr Jahren, jedoch nur von 7,3 Prozent der gleichaltrigen Männer angegeben.

Hinweis

Ausbildungen, die nicht im Rahmen der Schulorganisationsgesetze geregelt sind, werden bei der Volkszählung nicht als „höchste abgeschlossene Ausbildung“ erfasst. Daher bilden die Daten zum Bildungsstand der Bevölkerung auch nicht jene Qualifikationen, die Personen in Kursen und Lehrgängen der beruflichen Weiterbildung, am Arbeitsplatz oder im Selbststudium erworben haben, ab. Personen, die zu ihrer Ausbildung keine Angaben gemacht haben, wurden der Kategorie „Pflichtschule“  zugeordnet.

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Ergebnisse im Überblick: Bevölkerung nach der höchsten abgeschlossenen AusbildungHTMLPDFXLS
Bevölkerung im Alter von 15 und mehr Jahren nach der höchsten abgeschlossenen Ausbildung und Bundesländern, 1951 bis 2001HTMLPDFXLS
Männer im Alter von 15 und mehr Jahren nach der höchsten abgeschlossenen Ausbildung und Bundesländern, 1951 bis 2001HTMLPDFXLS
Frauen im Alter von 15 und mehr Jahren nach der höchsten abgeschlossenen Ausbildung und Bundesländern, 1951 bis 2001HTMLPDFXLS
Bevölkerung im Alter von 15 und mehr Jahren nach Altersgruppen und der höchsten abgeschlossenen Ausbildung, 1971 bis 2001HTMLPDFXLS
Männer im Alter von 15 und mehr Jahren nach Altersgruppen und der höchsten abgeschlossenen Ausbildung, 1971 bis 2001HTMLPDFXLS
Frauen im Alter von 15 und mehr Jahren nach Altersgruppen und der höchsten abgeschlossenen Ausbildung, 1971 bis 2001HTMLPDFXLS
Bevölkerung im Alter von 15 und mehr Jahren nach höchster abgeschlossener Ausbildung, Geschlecht und Staatsangehörigkeit, 1971 bis 2001PDFXLS
Bevölkerung im Alter von 15 und mehr Jahren nach Geschlecht und der Fachrichtung der höchsten abgeschlossenen Ausbildung, 1981 bis 2001 (in Prozent)HTMLPDFXLS
Akademikeranteile 1991 und 2001 nach Geschlecht und BundesländernPDFXLS
Bevölkerung sowie Erwerbspersonen nach der höchsten abgeschlossenen Ausbildung, Geschlecht und Staatsangehörigkeit, 2001HTMLPDFXLS
Bevölkerung nach der höchsten abgeschlossenen Ausbildung (ISCED-97-Stufen), Geschlecht und Bundesländern, 2001HTMLPDFXLS
Erwerbspersonen nach der höchsten abgeschlossenen Ausbildung (ISCED-97-Stufen), Geschlecht und Bundesländern, 2001HTMLPDFXLS


Bevölkerung 1991 und 2001 nach Geschlecht und höchster abgeschlossener Ausbildung

Bevölkerung 2001 nach Alter der höchsten abgeschlossenen Ausbildung


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