Statistische Nachrichten - Kurzzusammenfassungen Dezember 2016

Nach Redaktionsschluss

Kommentierte Kurzdarstellung aktueller Bevölkerungs-, Sozial- und Wirtschaftsdaten für Österreich mit teilweise internationalem Vergleich.

Statistik kurz gefasst

Fünf übersichtliche Tabellenseiten bieten ein umfassendes Spektrum aktueller Daten in Zeitreihenform sowie teilweise auch internationalen Vergleichen.

Editorial

Statistische Nachrichten im Jahr 2016 - Begutachtungssystem – Danksagung

Grafik 1Die Redaktion wünscht allen Leserinnen und Lesern sowie allen Mitwirkenden 
ein besinnliches Weihnachtsfest und alles Gute für 2017

Menschen und Gesellschaft

Bevölkerung

Zukünftige Bevölkerungsentwicklung Österreichs und der Bundesländer 2016 bis 2080 (2100)

Die österreichische Bevölkerung wuchs 2015 um mehr als 1%. Grund dafür war in erster Linie die verstärkte Zuwanderung nach Österreich, zu einem erheblichen Teil asylwerbende Personen. Im Jahr 2015 wurden insgesamt 214.400 Zu- und 101.300 Abwandernde registriert und somit ein Wanderungsgewinn von 113.100 Personen. Die Geburten und Sterbefälle ergaben einen geringen Geburtenüberschuss von 1.300 Personen. Im Jahresdurchschnitt 2015 betrug die Bevölkerungszahl Österreichs 8,63 Mio. Gegen Ende des Jahres 2020 wird Österreich gemäß Vorausschätzung die 9-Millionen-Marke überschreiten. In weiterer Folge sollte Österreich 2030 bereits 9,43 Mio. Einwohner und Einwohnerinnen zählen, um 9% mehr als 2015, 2080 schließlich 10,01 Mio. (+16%). Für die Regionen werden unterschiedliche Entwicklungen prognostiziert. So werden Wien, Niederösterreich, das Burgenland und Tirol ein überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum erleben. Kärnten wird hingegen langfristig wieder mit Bevölkerungsverlusten zu rechnen haben. Die Einwohnerzahl der Steiermark nimmt noch geringfügig zu, bevor sie stagniert. Das langfristige Bevölkerungswachstum in Oberösterreich, Salzburg und Vorarlberg liegt bis 2080 unter dem Bundesschnitt von 16%. Die Zahl der im Ausland geborenen Bevölkerung wird infolge der Zuwanderung weiter ansteigen. Derzeit leben im Bundesgebiet 1,54 Mio. Menschen, die nicht in Österreich geboren sind; das sind knapp 18% der Gesamtbevölkerung. Bis 2040 wird ihre Zahl laut aktueller Prognose auf 2,32 Mio. steigen (+51%), bis 2080 schließlich auf 2,63 Mio. (+71%) und Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung auf 24% bzw. 26%.

Gesundheit

Medizinische und sozialmedizinische Merkmale der Lebendgeborenen 2015

In diesem Artikel werden die medizinischen und sozialmedizinischen Merkmale, die im Rahmen der Geburtenstatistik erhoben werden, präsentiert. Im Jahr 2015 kamen in Österreich 83.641 Kinder (mit inländischem Geburtsort) lebend zur Welt. Die Kinder des Geburtsjahrgangs 2015 waren durchschnittlich 3.312 g schwer und 50,4 cm groß. 63% der Lebendgeborenen wurden spontan entbunden, 30% mit Kaiserschnitt. Die Frühgeborenenrate betrug 7,8%. Bei 19% der Lebendgeborenen wurde die Geburt eingeleitet. Bei 88,5% der Lebendgeborenen war die Lage bei der Geburt eine regelrechte Schädellage, bei 5,3% eine Beckenendlage. Nach fünf Minuten hatten 95,2% der Neugeborenen einen Apgar-Wert, der auf einen optimalen Gesundheitszustand hinweist. Mütter, die zu Beginn der Schwangerschaft übergewichtig oder adipös waren, brachten durchschnittlich etwas schwerere Kinder zur Welt als unter- oder normalgewichtige Mütter.

Wirtschaft

Land- und Forstwirtschaft

Jagdstatistik 2015/2016

Mit einer Zunahme um 1,6% gegenüber 2014/2015 stieg die Gesamtzahl der Abschüsse im Jagdjahr 2015/2016 auf 783.000 Stück, von denen 80,9% auf Haarwild und der Rest auf Federwild entfielen. Darüber hinaus wurden 127.000 Wildtiere (+1,3%), vorrangig Rehe und Hasen, Opfer widriger Umstände. Österreichweit waren 19.800 Personen (+1,8%) als Jagdschutzorgane tätig, und neben einem Bestand von 123.000 gültigen Jahresjagdkarten (-0,4%) wurden 13.800 Jagdgastkarten (+24,1%) ausgegeben.

Preise

Verbraucherpreisindex im Oktober 2016

Die allgemeine Teuerung stieg im Oktober 2016 auf 1,3% (September: 0,9%, August: 0,6%). Sie wies damit den höchsten Wert seit November 2014 (1,7%) auf. Ausschlaggebend dafür waren die Treibstoffe, die sich im Jahresabstand – anders als in den vergangenen Monaten – nicht mehr als Hauptpreisdämpfer erwiesen, sondern als moderate Preistreiber. Wichtigster Preistreiber blieben nach wie vor die Bewirtungsdienstleistungen. Die Inflationsrate des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex war mit 1,4% etwas höher als jene des nationalen VPI.

Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Grenzüberschreitende Lohnverarbeitung nach ESVG 2010

Produktionsprozesse werden in der heutigen Zeit zunehmend global organisiert, auch um Kosten zu reduzieren (sowohl Arbeits- als auch Kapitalkosten), die Vorteile von Investitionsanreizen in bestimmten Ländern zu nutzen und den gesamten Steueraufwand zu reduzieren. Ein wichtiges Phänomen im Zusammenhang mit dieser Globalisierung stellt die grenzüberschreitende Lohnverarbeitung dar. Unter Lohnverarbeitung versteht man die Weiterverarbeitung von Waren gegen Entgelt, wobei Ware und eingesetztes Material im Eigentum des Auftraggebers verbleiben. Änderungen im ESVG 2010 haben einen massiven Einfluss auf die Verbuchungskonventionen in diesem Bereich.

Konsumausgaben 2015

Nach den Ergebnissen der Berechnungen zum Bruttoinlandsprodukt 2015 werden in diesem Beitrag als Ergänzung die Konsumausgaben und deren Entwicklung in den letzten Jahren näher beleuchtet. Dabei werden zuerst als Überblick die aktuellen Ergebnisse für die Konsumausgaben insgesamt präsentiert und danach im Speziellen die Entwicklungen der letzten Jahre innerhalb der Konsumausgaben der privaten Haushalte. Zu diesem Zweck werden die Verbrauchsausgaben aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.

Methodik

Erfassung ausländischer Bildungsabschlüsse im Mikrozensus; Ergebnisse einer Evaluationsbefragung im 3. Quartal 2015 > Begutachteter Beitrag <

International bestehen erhebliche Unterschiede in der Bezeichnung und Bedeutung von Bildungsabschlüssen. Die Zuordnung von im Ausland erworbenen Abschlüssen zu österreichischen Bildungskategorien, wie sie unter anderem im Mikrozensus gefordert ist, kann daher zu Unsicherheiten in der Befragungssituation und zu einem erhöhten Risiko fehlender oder nicht korrekter Werte führen. Um festzustellen, wie hoch der Anteil der nicht adäquat erfassten ausländischen Bildungsabschlüsse im Mikrozensus tatsächlich ist, wurde im dritten Quartal 2015 eine standardisierte Evaluationsbefragung durchgeführt. Der folgende Beitrag stellt das methodische Design dieser Befragung vor und diskutiert zentrale Ergebnisse für Deutschland, Osteuropa/östliches Mitteleuropa und die Türkei sowie darauf aufbauende Maßnahmen zur Verbesserung der Datenqualität.

Jahresinhaltsverzeichnis 2016 (Deutsch und Englisch)

Beilage Jahresinhaltsverzeichnis 2016