Pressemitteilung: 12.714-012/22

Spezialindizes 2021: Preisindex des privaten Pkw-Verkehrs stieg am stärksten, etwas geringer ist die Teuerung für den Wocheneinkauf, deutlich geringer jene des täglichen Einkaufs

Wien, 2022-01-20 — Die Jahresveränderungsraten des Pkw-Index (+6,8%) und des Miniwarenkorbs (+5,7%) lagen nach Berechnungen von Statistik Austria massiv über der allgemeinen Inflationsrate des Jahres 2021 (+2,8%), die Jahresveränderungsrate des Mikrowarenkorbs (+2,6%) hingegen etwa gleichauf. Ausgaben für Tarife und Gebühren stiegen im Jahr 2021 nur wenig (+1,1%).

Kräftige Preisschübe bei Treibstoffen lassen den Index des privaten Pkw-Verkehrs stark steigen

Der Index für den privaten Pkw-Verkehr misst die Preisentwicklung für den Erwerb und Betrieb von Pkw (Neu-/Gebrauchtfahrzeuge, Reparatur und Ersatzteile, Treib- und Schmierstoffe, Parkgebühren etc.). Seine Jahresveränderungsrate betrug im Jahr 2021 +6,8%, im Jahr 2020 noch -1,7%. Hauptverantwortlich dafür war die Preisentwicklung der Treibstoffe (2021: +17,3%; 2020: -12,6%). Reparaturen privater Verkehrsmittel verteuerten sich um 4,0%. Die Preise für neue Kraftwagen stiegen um 3,2%, jene für gebrauchte um 3,7%.

Preise für Miniwarenkorb stiegen mehr als doppelt so stark wie jene des Mikrowarenkorbs

Das durchschnittliche Preisniveau des Miniwarenkorbs, der einen typischen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Waren und Dienstleistungen des kurzfristigen Verbrauchs auch Treibstoffe enthält, kletterte im Jahr 2021 durchschnittlich auf 5,7%, nachdem es im Jahr 2020 noch um 0,6% zurückgegangen war.

Das durchschnittliche Preisniveau des Mikrowarenkorbs, der einen täglichen Einkauf widerspiegelt und vor allem Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen oder den Kaffee im Kaffeehaus enthält, stieg im Jahr 2021 durchschnittlich um 2,6%. Im Jahr 2020 hatte sich der Mikrowarenkorb etwas kräftiger zugelegt (+2,9%).

Teuerung für Tarife und Gebühren war 2021 deutlich geringer als die allgemeine Inflation

Der Index für Tarife und Gebühren umfasst Preise für Waren und Dienstleistungen, die ganz oder teilweise staatlich festgesetzt werden (durch Gesetze beziehungsweise Verordnungen von Bund, Ländern oder Gemeinden). Im Jahr 2021 musste für Tarife und Gebühren durchschnittlich um 1,1% mehr bezahlt werden (Einfluss auf die allgemeine Inflationsrate: +0,09 Prozentpunkte). Im Jahr 2020 waren es +1,6% gewesen. Höhere Preise für Zahnarztleistungen (+2,0%), öffentliche Pflegeplätze (Vollzahler, +3,9%), den öffentlichen (Nah-)Verkehr (+1,1%), die Studiengebühr (+7,9%), die Heim-, Pflege-, Altenhilfe (+5,5%) sowie die Friedhofsgebühr (+2,7%) beeinflussten die allgemeine Inflationsrate mit jeweils +0,01 Prozentpunkten.

Durch die Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 waren im Laufe des Jahres viele Waren und Dienstleistungen nur eingeschränkt verfügbar. Daher war es notwendig, fehlende Preise zu imputieren. Bis inklusive Februar wurden beispielsweise Scannerdaten für Preiserhebungen von Lebensmitteln, Getränken und Drogeriewaren verwendet. Die Gastronomie (Ausnahme: gelieferte bzw. abholbereite Speisen und Getränke) war bis inklusive Mai und dann wieder im Dezember vom Lockdown betroffen (siehe "Informationen zur Methodik").

Weitere Informationen zu den Spezialindizes (Index für Tarife und Gebühren, Preisindex für den privaten Pkw-Verkehr, Miniwarenkorb und Mikrowarenkorb) finden Sie auf unserer Webseite.

Eine Aufzeichnung der Online-Pressekonferenz zur Jahresinflation 2021 vom 20.1.2022 finden Sie auf YouTube.

 

Informationen zur Methodik, Definitionen: Sämtliche Waren und Dienstleistungen der Spezialindizes (Index für Tarife und Gebühren, Preisindex für den privaten Pkw-Verkehr, Miniwarenkorb und Mikrowarenkorb) stammen aus dem allgemeinen VPI-Warenkorb und werden für analytische Zwecke zu den entsprechenden Aggregaten zusammengefasst und ausgewertet. 
Als Inflationsrate wird die durchschnittliche Preisentwicklung im Zwölfmonatsabstand bezeichnet. 
Einfluss = Veränderungsrate x Gewicht der betreffenden Position (vereinfachte Darstellung). 
Auswirkungen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung von COVID-19 auf die Erstellung der Inflationsraten im Jahr 2021: Vor allem bis Mai und dann wieder im Dezember mussten für diverse Warenkorbpositionen Preise imputiert werden. Die Empfehlungen des Statistikamts der Europäischen Union Eurostat zur Erstellung von Verbraucherpreisindizes wurden dabei berücksichtigt.  
Eine ausführliche Dokumentation (PDF, 1 MB) der verwendeten Methoden und Imputationen findet sich auf der Webseite von Statistik Austria.

Tabelle 1: Indexstände und Veränderungsraten der Spezialindizes Basisjahr 2015
JahrIndex für Tarife und Gebühren *Preisindex für den  
privaten Pkw-Verkehr
MiniwarenkorbMikrowarenkorb
Basisjahr 2015+/- %Basisjahr 2015+/- %Basisjahr 2015+/- %Basisjahr 2015+/- %
2015100,0 100,0 100,0 100,0 
2016101,21,298,1-1,999,4-0,6101,51,5
2017102,91,7100,92,9102,93,5105,53,9
2018104,81,8104,03,1107,24,2108,22,6
2019106,41,5104,30,3108,00,7108,50,3
2020108,11,6102,5-1,7107,3-0,6111,72,9
2021109,31,1109,56,8113,45,7114,62,6
Tabelle 2: Indexstände und Veränderungsraten der Spezialindizes Basisjahr 2020
JahrIndex für Tarife und Gebühren *Preisindex für den  
privaten Pkw-Verkehr
MiniwarenkorbMikrowarenkorb
Basisjahr 2020+/- %Basisjahr 2020+/- %Basisjahr 2020+/- %Basisjahr 2020+/- %
2020100,0 100,0 100,0 100,0 
2021101,11,1106,86,8105,75,7102,62,6

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Volkswirtschaft, Statistik Austria:  
Mag. SCHINDLAR Alexandra, Tel. +43 1 71128-8067 bzw. alexandra.schindlar@statistik.gv.at

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