Pressemitteilung: 12.291-131/20

Erzeugerpreise des Produzierenden Bereichs im Juni 2020 um 2,1% unter Vorjahresniveau

Wien, 2020-07-30 – Im Juni 2020 erreichte der Erzeugerpreisindex für den Produzierenden Bereich (EPI 2015) laut Statistik Austria 100,3 Punkte (2015=100) und sank somit gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,1%. Im Mai 2020 und April 2020 hatte die Jahresveränderungsrate -2,6% bzw. -2,4% betragen. Der Abwärtstrend bei den Erzeugerpreisen hat sich im 2. Quartal 2020 deutlich beschleunigt. Gegenüber dem Vorquartal fiel der Index um 1,7%.

Der Erzeugerpreisindex ging im 1. Halbjahr 2020 gegenüber dem 1. Halbjahr 2019 durchschnittlich um 1,6% zurück. Im Vergleich zum Vormonat Mai 2020 stieg der Index um 0,2% (siehe Tabelle).

Preise für Energie um 8,0%, für Vorleistungsgüter um 2,1% billiger

Der Hauptgrund für den Indexrückgang im Juni 2020 von 2,1% im Vergleich zum Vorjahresmonat waren Preissenkungen bei Energie (-8,0%) und Vorleistungsgütern (-2,1%). Im Mai 2020 und April 2020 lagen die Veränderungsraten zum Vorjahresmonat für Energie bei -10,4% bzw. -8,8% und für Vorleistungsgüter bei -2,3% bzw. -2,5%. Bei den Vorleistungsgütern war der Preisverfall speziell für den Bereich "Metallerzeugung und -bearbeitung" (-3,8%) im Juni 2020 weniger stark ausgeprägt als noch in den Monaten zuvor (Mai 2020: -4,6%, April 2020: -7,1%). Hohe Preisrückgänge verzeichneten die Produktgruppen "Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen" (-5,7%), "sonstige Erzeugnisse der ersten Bearbeitung von Eisen und Stahl" (-4,9%) sowie "Nichteisen-Metalle und Halbzeug daraus" (-3,5%). Im Bereich der chemischen Industrie waren es vor allem die Preise der Produktgruppe "chemische Grundstoffe, Düngemittel und Stickstoffverbindungen, Kunststoffe in Primärform und synthetischer Kautschuk in Primärform" (-17,1%), die im Jahresabstand deutlich zurückgingen.

Die Preise für Investitionsgüter entwickelten sich im 2. Quartal 2020 stabil (Juni 2020: +0,9%, Mai 2020: +0,9%, April 2020: +0,9%). Teuerungen gab es im Juni bei den Produktgruppen "land- und forstwirtschaftliche Maschinen" (+2,0%), "Stahl- und Leichtmetallbauerzeugnisse" (+1,6%) sowie für "Kraftwagen und Kraftwagenmotoren" (+1,1%). "Karosserien, Aufbauten und Anhänger" verzeichneten einen Preiszuwachs von 0,7%.

Die Erzeugerpreise für Konsumgüter waren im Juni 2020 um 1,0% höher als im Juni 2019 (Mai 2020: +1,2%, April 2020: +1,4%). Ausschlaggebend dafür waren die Preisanstiege im Lebensmittesektor, besonders für die Produktgruppe "haltbar gemachtes Fleisch und Fleischerzeugnisse", die gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,0% zulegten. Die Preise für "Obst- und Gemüseerzeugnisse" erhöhten sich um 4,9%, "Milch und Milcherzeugnisse" um 2,5%. Im Vergleichszeitraum gesunken sind bei den Konsumgütern hingegen die Preise für "pharmazeutische Spezialitäten und sonstige pharmazeutische Erzeugnisse" (-0,6%).

Preisanstieg um 0,2% gegenüber Mai 2020

Im Vergleich zum Vormonat Mai 2020 stieg der Erzeugerpreisindex insgesamt um durchschnittlich 0,2%. Im Monatsabstand erhöhten sich speziell die Preise in den Bereich "Mineralölverarbeitung", "Herstellung von chemischen Erzeugnissen" (+0,4%) und "Herstellung von Metallerzeugnissen" (+0,2%). Gegenüber dem Vormonat fielen hingegen die Preise in den Bereichen "Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen" (-0,4%) sowie "Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren" (-0,3%).

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zum Erzeugerpreisindex für den Produzierenden Bereich finden Sie auf unserer Webseite
Informationen zur Methodik, Definitionen: Im Basisjahr einer Indexperiode wird die durchschnittliche Jahresmesszahl auf 100 normiert. Die Indexreihe wird mit dem Basisjahr bezeichnet, d. h. die durchschnittliche Messzahl des Index der Erzeugerpreise für den Produzierenden Bereich 2015 beträgt 100,0 im Jahr 2015.  
Die Indexwerte und Veränderungsraten für Wirtschaftszweige bzw. Gütergruppen mit weniger als drei auskunftgebenden Meldern unterliegen der Geheimhaltung.

Erzeugerpreisindex für den Produzierenden Bereich1) (Gesamtindex)
 Basisjahr 2015% Vormonat/ 
-periode
% Vorjahresmonat/ 
-periode
2019Jänner102,90,11,6
 Februar102,90,01,6
 März102,8-0,11,5
1. Quartal 2019 102,9-0,51,6
 April
103,00,21,4
 Mai102,8-0,20,6
 Juni102,4-0,4-0,2
2. Quartal 2019 102,7-0,20,6
1. Halbjahr 2019 102,8-1,1
 Juli102,60,2-0,2
 August102,3-0,3-0,8
 September102,30,0-1,1
3. Quartal 2019 102,4-0,3-0,7
 Oktober102,2-0,1-1,5
 November102,40,2-1,1
 Dezember102,40,0-0,4
4. Quartal 2019 102,3-0,1-1,1
Jahresdurchschnitt 2019 insgesamt 102,6-0,1
2020Jänner102,60,2-0,3
 Februar102,2-0,4-0,7
 März101,3-0,9-1,5
1. Quartal 2020 102,0-0,3-0,9
 April100,5-0,8-2,4
 Mai100,1-0,4-2,6
 Juni*)100,30,2-2,1
2. Quartal 2020*) 100,3-1,7-2,3
1. Halbjahr 2020*) 101,2--1,6

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