Pressemitteilung: 12.278-118/20

Mehr als ein Drittel weniger Pkw-Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2020

Wien, 2020-07-09 – Im 1. Halbjahr 2020 wurden laut Statistik Austria insgesamt 112.787 Personenkraftwagen (Pkw) neu zum Verkehr zugelassen, um 63.122 oder 35,9% weniger als in der Vergleichsperiode des Vorjahres (1. Halbjahr 2019: 175.909). Vom Rückgang der Neuzulassungen waren alle Monate des Berichtszeitraums betroffen, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß: Jänner -9,1%, Februar -10,9%, März -66,7%, April -64,9%, Mai -33,9% und Juni -18,0%.

Abnahmen bei Benzin- und Diesel-Pkw, Zunahmen bei alternative Kraftstoffarten

Im Vergleich zum 1. Halbjahr 2019 nahm die Zahl der Neuzulassungen benzinbetriebener Pkw (-45,1%; Anteil: 46,8%) sowie dieselbetriebener Pkw (-36,7%; Anteil: 38,0%) ab, während alternativ betriebene Pkw (Elektro, Erdgas, bivalenter Betrieb, kombinierter Betrieb (Hybrid) und Wasserstoff/Brennstoffzelle) einen Zuwachs von 42,2% verzeichneten. Der Anteil alternativ betriebener Fahrzeuge an den Pkw-Neuzulassungen lag bei 15,2% bzw. 17.135 Neuzulassungen (2019: 12.053; Anteil: 6,9%). Die höchsten Zunahmen waren für Pkw mit Benzin-Hybridantrieb (+81,9%) bzw. mit Diesel-Hybridantrieb (+54,2%) zu beobachten, gefolgt von mit reinem Erdgas betriebenen Pkw (+ 23,4%). Weniger Neuzulassungen gab es bei Pkw mit Elektroantrieb (-2,0%).

CO2-Emissionen bei dieselbetriebenen Pkw höher als bei Benzinern

Die CO2-Emissionen aller neu zugelassenen Pkw (inkl. jener mit Elektro- und Wasserstoffantrieb) betrugen laut vorläufigen Daten im 1. Halbjahr im Durchschnitt 141,2 g/km (basierend auf dem WLTP-Testverfahren; siehe Informationen zur Methodik). Bei neuzugelassenen Pkw mit Benzinantrieb wurde ein Durchschnittswert von 143,8 g/km, bei jenen mit Dieselantrieb ein Wert von 158,5 g/km beobachtet.

Top 10 Pkw-Marken repräsentieren mehr als zwei Drittel der Neuzulassungen

Unter den zehn wichtigsten Pkw-Marken, die insgesamt mehr als zwei Drittel der Neuzulassungen im 1. Halbjahr repräsentierten, blieb VW – trotz eines Rückgangs von 40,5% – mit einem Anteil von 15,4% Marktführer. Auch die weiteren unter den Top 10 gereihten Marken verzeichneten zweistellige Rückgänge gegenüber dem 1. Halbjahr 2019: Opel -52,8%, Ford -43,5%, Seat -36,3%, Hyundai -32,4%, Audi -30,7%, Renault -30,4%, Skoda -25,6%, BMW -21,9% und Mercedes -21,6%.

Kfz-Neuzulassungen verzeichneten im 1. Halbjahr 2020 Rückgänge von 31,4%

Von Jänner bis Juni 2020 wurden 162.854 Kraftfahrzeuge (Kfz) neu zugelassen, das waren um 31,4% weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Anteil der Pkw an den gesamten Kfz-Neuzulassungen betrug 69,3%.

Am Nutzfahrzeugmarkt wurden weniger Neuzulassungen bei Sattelzugfahrzeugen (-53,3%), Lastkraftwagen (Lkw) der Klasse (Kl.) N2 (-45,4%), Lkw Kl. N3 (-43,3%) und Lkw Kl. N1 (-27,4%) registriert. Land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen entwickelten sich gegenüber dem 1. Halbjahr 2019 positiv (+1,7%).

Bei den Zweirädern wurden weniger Motorräder (-8,0%) und Motorfahrräder (-8,2%) neu zugelassen

Detaillierte Ergebnisse sowie weitere Informationen zur Kfz-Statistik finden Sie auf unserer Webseite.

 

Informationen zur Methodik, Definitionen: Die Kfz-Zulassungs- bzw. Bestandsstatistik von Statistik Austria ist eine Sekundärstatistik, die auf Basis der vom "Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs" (VVO) täglich an Statistik Austria übermittelten Datenfiles erstellt wird. Der VVO erhält die Daten von den durch die Zulassungsbehörden beliehenen Zulassungsstellen der Versicherungen, die für die Zulassung, Abmeldung und Berichtigung von Kraftfahrzeugen und Anhängern verantwortlich sind.   
Im Rahmen der Kfz-Neuzulassungsstatistik werden alle Neuzulassungen erhoben, das sind alle fabrikneuen Zulassungen, unabhängig von der Dauer der Anmeldung (also auch sogenannte Kurzzulassungen wie z. B. Tageszulassungen).  
Die Bestimmung der CO2-Emissionen basiert auf weltweit harmonisierte Messungen im Rahmen des WLTP-Testverfahrens ("Worldwide Harmonised Light Vehicles Test Procedure"); dieses Messverfahren ersetzt den bis Ende August 2017 gültigen "Neuen Europäischen Fahrzyklus" (NEFZ).

Rückfragen zum Thema beantworten in der Direktion Raumwirtschaft, Statistik Austria:  
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