Pressemitteilung: 12.262-102/20

63% der österreichischen Unternehmen sind innovationsaktiv

Wien, 2020-06-24 – 62,6% der österreichischen Unternehmen haben laut Statistik Austria zwischen 2016 und 2018 Innovationsaktivitäten gesetzt. Der Anteil innovationsaktiver Unternehmen ist damit seit dem Zeitraum 2014 bis 2016 (62,0%) stabil geblieben (siehe Tabelle 1).

34,6% der Unternehmen haben neue oder verbesserte Produkte oder Dienstleistungen eingeführt, im Vergleich zum Zeitraum 2014 bis 2016 (34,4%) ist der Anteil der "Produktinnovatoren" somit annähernd gleich geblieben. 23,0% haben Marktneuheiten eingeführt, die übrigen 11,4% lediglich Produkte oder Dienstleistungen, die zwar neu für das eigene Unternehmen, aber nicht neu für ihren Markt waren.

55,2% aller Unternehmen haben neue oder verbesserte Geschäftsprozesse eingeführt. Die häufigste Geschäftsprozessinnovation war dabei die Einführung von neuen oder verbesserten Methoden der Informationsverarbeitung oder Kommunikation. Ein Vergleich mit den Vorjahren ist aufgrund veränderter Definitionen nicht möglich.

15% aller Unternehmen erhielten öffentliche Förderungen für Innovationen

Geschätzte 14,9% der Gesamtumsätze 2018 wurden mit Produktinnovationen erzielt. Das entspricht einem leichten Anstieg gegenüber dem Jahr 2016 (12,6%; siehe Tabelle 2). Die Innovationsausgaben der beobachteten Unternehmen betrugen 2018 rund 9,8 Mrd. Euro, was 2,1% der Gesamtumsätze entspricht (2016: 2,2%).

11,5% aller Unternehmen haben im Zeitraum von 2016 bis 2018 Innovationsförderungen vom Bund erhalten, 8,2% von den Bundesländern, rund 5% von der EU. Insgesamt bekamen 15,4% aller Unternehmen Förderungen für Innovationen von irgendeiner öffentlichen Einrichtung. Großunternehmen ab 250 Beschäftigten profitierten dabei stärker von öffentlicher Innovationsförderung (43,5%) als mittlere (26,4%) und Kleinunternehmen (11,2%).

Mangel an qualifizierten Beschäftigten größtes Innovationshemmnis

Für 20,1% aller Unternehmen war das Fehlen von qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Hindernis für Innovationen, das laut eigener Einschätzung mit "großer" Wichtigkeit beurteilt wurde. Für 18,6% waren es "andere Prioritäten innerhalb des Unternehmens", die Innovationsaktivitäten hintanstellten. 14,3% schätzten zu hohe Innovationskosten als großes Hemmnis ein und 12,6% den zu hohen Wettbewerb im Markt (siehe Tabelle 3).

Innovative Unternehmen erkennen im Regelfall größere Innovationshemmnisse als Nicht-Innovatoren. Für 23,5% der Unternehmen mit Innovationsaktivitäten stellt das Fehlen von qualifizierten Beschäftigten ein Innovationshindernis mit großer Wichtigkeit dar, während das nur auf 14,4% der Nicht-Innovatoren zutrifft.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zur Innovationsstatistik finden Sie auf unserer Webseite.

 

Informationen zur Methodik, Definitionen: Die Daten stammen aus den hochgerechneten Ergebnissen der Europäischen Innovationserhebung (Community Innovation Survey/CIS 2018), die von Statistik Austria im Auftrag des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) durchgeführt wurde. Dabei handelt es sich um eine Stichprobenerhebung mit freiwilliger Beteiligung, bei der Daten von rund 2.800 Unternehmen ab zehn Beschäftigten in den Wirtschaftszweigen Bergbau, Herstellung von Waren, Energieversorgung, Wasserversorgung und Abfallentsorgung, Großhandel, Verkehr und Lagerei, Information und Kommunikation, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, Architektur- und Ingenieurbüros, Forschung und Entwicklung sowie Werbung und Marktforschung erfasst wurden. Die Erhebung wird alle zwei Jahre über den vorangegangenen Dreijahreszeitraum durchgeführt.  
Unter Innovationen werden neue oder verbesserte Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsprozesse verstanden, die sich merklich von den bisherigen Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsprozessen des Unternehmens unterscheiden und die auf dem Markt oder im Unternehmen eingeführt worden sind.  
Eine Produktinnovation ist die Markteinführung eines neuen oder verbesserten Produkts oder einer neuen oder verbesserten Dienstleistung. Eine Geschäftsprozessinnovation ist die Einführung eines neuen oder verbesserten Geschäftsprozesses für eine oder mehrere Unternehmensfunktionen, der sich merklich von den Geschäftsprozessen unterscheidet, die das Unternehmen bisher verwendet hat.

Tabelle 1: Vergleich der wichtigsten Innovationsindikatoren ab 2012
Indikator2012–20142014–20162016–2018
in % aller Unternehmen
Anteil der innovationsaktiven Unternehmen insgesamt59,562,062,6
Anteil der Produktinnovatoren30,834,434,6
Anteil der Unternehmen mit Marktneuheiten21,922,723,0
Tabelle 2: Innovativer Umsatzanteil und Innovationsausgaben ab 2014
Indikator201420162018
in % der Gesamtumsätze
Umsatzanteil mit innovativen Produkten12,012,614,9
Umsatzanteil der Innovationsausgaben2,02,22,1
Tabelle 3: Innovationshemmnisse
Innovationshemmnisse mit "großer Wichtigkeit"in % aller Unternehmen
Mangel an qualifizierten Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern20,1
Andere Prioritäten innerhalb des Unternehmens18,6
Innovationskosten zu hoch14,3
Zu hoher Wettbewerb im Markt12,6
Schwierigkeiten, staatliche Zuschüsse für Innovationen zu bekommen 11,5
Fehlende Geldmittel im eigenen Unternehmen10,1
Unsichere Marktnachfrage8,8
Mangelnde Kreditfinanzierung5,0
Mangel an Partnern für die Zusammenarbeit4,5
Mangelnder Zugang zu externem Wissen2,7

Rückfragen zum Thema beantworten in der Direktion Bevölkerung, Statistik Austria:  
Mag. Andreas SCHIEFER Tel.: +43 (1) 71128-7162 bzw. andreas.schiefer@statistik.gv.at und  
Karin Juliana BAUER, Tel.: +43 (1) 71128-7718 bzw. karinjuliana.bauer@statistik.gv.at

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