Pressemitteilung: 12.244-084/20

Zahl der Einbürgerungen sank im 1. Quartal 2020 um 11,3% auf 2.451 Personen

Wien, 2020-05-26 – In den ersten drei Monaten des Jahres 2020 wurde die österreichische Staatsbürgerschaft an 2.451 Personen verliehen, darunter an sechs Personen mit Wohnsitz im Ausland. Damit gab es laut Statistik Austria um 11,3% weniger Einbürgerungen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (2.764 Einbürgerungen). Der seit dem Jahr 2011 beobachtbare Trend steigender Einbürgerungszahlen setzt sich demnach vorläufig nicht fort. Mehr als die Hälfte der Einbürgerungen im 1 Quartal 2020 entfiel auf Frauen (55,1%), der Anteil der Minderjährigen (unter 18 Jahren) betrug 34,6%. Mehr als ein Drittel der eingebürgerten Personen wurde bereits in Österreich geboren (942 bzw. 38,4%). Etwa die Hälfte (47,6%) der neuen Österreicherinnen und Österreicher waren vor der Einbürgerung Staatsangehörige von Serbien (327), Bosnien und Herzegowina (291), Türkei (226), Kosovo (150), Afghanistan (87) und Rumänien (86).

In drei Bundesländern wurden im 1. Quartal 2020 mehr Personen eingebürgert als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die relativen Zuwächse waren am deutlichsten in Kärnten (+24,1% auf 103 Einbürgerungen), gefolgt von Niederösterreich (+21,6% auf 406) und Oberösterreich (+4,6% auf 412). Weniger Personen als im gleichen Vorjahreszeitraum wurden im Burgenland (-84,6% auf 8 Personen), in Tirol (-27,0% auf 111), Wien (-21,9% auf 986), Salzburg (-20,3% auf 114) sowie in Vorarlberg (-9,4% auf 96) und in der Steiermark (-9,1% auf 209) eingebürgert.

Fast zwei Drittel aller Einbürgerungen im 1. Quartal 2020 erfolgten aufgrund eines Rechtsanspruchs (1.470 Personen bzw. 60,0%). Darunter wurden 1.068 Personen bei Erfüllung aller anderen Voraussetzungen nach mindestens sechsjährigem Wohnsitz in Österreich und aus besonders berücksichtigungswürdigen Gründen eingebürgert (z. B. nachgewiesene Deutschkenntnisse und nachhaltige Integration, EWR-Staatsangehörigkeit, Geburt in Österreich oder asylberechtigt – §11a, Abs. 4, Abs. 6 sowie Abs. 7), 108 Personen aufgrund eines mindestens 15-jährigen Wohnsitzes in Österreich und nachhaltiger Integration (§12, Abs. 1, Z. 1) und 183 Personen aufgrund der Ehe mit einem Österreicher bzw. mit einer Österreicherin (§11a, Abs. 1 und Abs. 2). Weitere 284 Personen erhielten die Staatsbürgerschaft im Ermessen (11,6%), darunter 265 Personen nach mindestens zehnjährigem Wohnsitz (§10, Abs. 1). Unter dem Titel Erstreckung der Verleihung wurden 74 Ehegatten (§16) sowie 623 Kinder (§17) eingebürgert.

Detaillierte Ergebnisse sowie weitere Informationen zu den Einbürgerungen finden Sie auf unserer Webseite.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Die Statistik der Einbürgerungen basiert auf den Angaben aus den rechtskräftigen Bescheiden der Ämter der Landesregierungen Österreichs über die Verleihung der Staats¬bürgerschaft und wird im Auftrag des Bundesministeriums für Inneres durchgeführt. Die Statistik der Ein¬bürgerungen dokumentiert sämtliche durch Willenserklärung des Erwerbers und nachfolgenden Behördenakt bewirkte Arten des Erwerbs der Staatbürgerschaft nach StbG 1985, idF Novelle 2018 (§§ 10 bis 17, 25, 57, 58c und 64a), nicht hingegen die automatischen Erwerbsarten wie Geburt oder Legitimation eines nichtehelichen Kindes. Die Einbürgerungsstatistik umfasst sowohl Einbürgerungen von in Österreich als auch von im Ausland wohnhaften Personen.

 

Einbürgerungen im 1. Quartal 2020 – vorläufige Ergebnisse
Wohnbundesland bzw. AuslandEinbürgerungen im 1. Quartal 2020
insgesamtVeränderung in %1)Rechtsgrund2)
ErmessenAnspruchErstreckung
Österreich (einschl. Ausland)2.451-11,32841.470697
Burgenland8-84,6-71
Kärnten10324,1175927
Niederösterreich40621,639247120
Oberösterreich4124,645207160
Salzburg114-20,3215736
Steiermark209-9,12813348
Tirol111-27186924
Vorarlberg96-9,486622
Wien986-21,9104623259
Ausland6-2542-

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