Pressemitteilung: 12.235-075/20

Deutsche und einheimische Gäste prägen zwei Drittel des Sommertourismus in Österreich

Wien, 2020-05-06 – Rund zwei Drittel der Nächtigungen in Österreich im Sommer 2019 entfielen laut Statistik Austria auf deutsche und österreichische Gäste. Der Anteil einheimischer Gäste an den insgesamt 79 Mio. Übernachtungen im Zeitraum Mai bis Oktober 2019 lag bei 29,5%, Gäste aus Deutschland machten 37,4% aus und Gäste aus allen anderen Ländern 33,1%. Die Hälfte (49,3%) aller insgesamt verzeichneten Sommernächtigungen 2019 entfiel dabei auf die Hauptsaison im Juli und August, je rund ein Viertel auf die Vorsaison im Mai und Juni sowie auf die Nachsaisonmonate September und Oktober. Vor allem die im Westen gelegenen Bundesländer Vorarlberg und Tirol sind maßgeblich vom deutschen Markt abhängig.

Westen Österreichs als Tourismusmotor, unterschiedliche Märkte in einzelnen Bundesländern

Die Hälfte aller Sommernächtigungen (2019: 50,7%) findet in den westlichen Bundesländern Tirol (28,0%), Salzburg (17,4%) und Vorarlberg (5,3%) statt. Während diese Bundesländer in besonderem Maße von deutschen Gästen abhängen (54,8%, 40,9% und 58,4% aller Sommernächtigungen 2019 in den jeweiligen Bundesländern), dominieren österreichische Gäste in östlichen Landesteilen wie dem Burgenland (Nächtigungsanteil: 73,5%), Niederösterreich (62,3%), der Steiermark (60,4%) und auch Oberösterreich (52,1%). In der Bundeshauptstadt Wien entfielen hingegen 63,1% aller Gästenächtigungen auf andere Länder als Deutschland und Österreich.

Im Sommer 2019 verteilten sich die 29,5 Mio. Nächtigungen der Gäste aus dem wichtigsten Herkunftsland Deutschland zu fast drei Viertel auf Tirol (41,1%), Salzburg (19,1%) und Kärnten (12,1%). Der nach Österreich drittwichtigste Herkunftsmarkt – die Niederlande – trug in der Sommersaison 2019 mit knapp 4 Mio. Nächtigungen zum Gesamtergebnis bei. Fast 80% aller Nächtigungen niederländischer Gäste fanden in den Bundesländern Tirol (40,0%), Kärnten (20,3%) und Salzburg (18,0%) statt. Gäste aus der Schweiz und Liechtenstein nächtigten besonders gern in Tirol (52,8% der Schweizer Sommernächtigungen; siehe Tabelle 1).

Steiermark und Kärnten besonders beliebt bei Touristinnen und Touristen aus dem Inland

Im Sommer 2019 entfielen 23,3 Mio. Nächtigungen in Österreich auf inländische Gäste. Das beliebteste Bundesland der österreichischen Bevölkerung war dabei die Steiermark, fast ein Fünftel der Nächtigungen österreichischer Touristinnen und Touristen fanden in diesem Bundesland statt (19,1%), gefolgt von Kärnten (16,7%), Salzburg (13,8%), Niederösterreich (12,6%), Oberösterreich (12,0%) und Tirol (10,0%).

Wienerinnen und Wiener verbrachten im Sommer 5 Mio. Übernachtungen in Österreich, mehr als die Hälfte davon in der Steiermark (20,8%), in Niederösterreich (18,0%) und Kärnten (16,8%). Nächtigungen von Gästen aus Niederösterreich fanden vorwiegend im eigenen Bundesland (19,8%) und in der Steiermark (19,2%) statt (siehe Tabelle 2).

Von den 23 Mio. Nächtigungen inländischer Gäste in Österreich im Sommer 2019 wurden jeweils ein Fünftel von Gästen aus Wien (21,5%) und Niederösterreich (19,9%) getätigt, 17,1% von oberösterreichischen und 14,6% von steirischen Gästen. Den höchsten Anteil an den Sommernächtigungen im eigenen Bundesland verbuchten die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher (38,6% der Nächtigungen in Oberösterreich), gefolgt von den Vorarlbergerinnen und Vorarlbergern (28,3% der Nächtigungen im eigenen Bundesland) und den Steirerinnen und Steirern (24,9%; siehe Tabelle 3).

Ein Drittel der Nächtigungen findet in Spitzenhotellerie statt

Den Gästen standen in Österreich im Sommer 2019 rund 1,1 Mio. Betten in 65.000 Beherbergungsbetrieben zur Verfügung. 27,7 Mio. oder 35,1% der Nächtigungen fanden in Hotels der 4/5-Stern-Kategorie statt, gefolgt von 3-Stern-Betrieben (20,3%). Die höchsten Steigerungsraten wiesen in den letzten Saisonen allerdings gewerbliche Ferienwohnungen, Chalets und Appartements auf (+8,3% im Sommer 2019 bei einem Anteil von 7,4% der Nächtigungen).

Nach wie vor wird die Mehrheit der österreichischen Beherbergungsbetriebe im Nebenerwerb als Privatquartier geführt (insgesamt rund 44.000 der 65.000 Betriebe). Diese privaten Unterkünfte trugen mit 11,4 Mio. Nächtigungen einen Anteil von 14,4% zur Gesamtbilanz der Sommersaison 2019 bei.

Fast ein Zehntel der Nächtigungen findet auf Campingplatzen statt

Auf Campingplätzen, die bevorzugt im Sommer genutzt werden, wurden im Sommer 2019 rund 6,3 Mio. Nächtigungen registriert, das sind etwa 8,0% der Gesamtnächtigungen. Von den Nächtigungen auf Campingplätzen entfielen rund drei Viertel (74,1%; 4,7 Mio.) auf ausländische Gäste, der Rest auf inländische Gäste (25,9%; 1,6 Mio.)

Besonders in Kärnten und im Burgenland ist Campingurlaub von besonderer Bedeutung; im Sommer 2019 war rund ein Viertel der Nächtigungen in Kärnten (24,1%) auf Campinggäste zurückzuführen, im Burgenland etwa 15,9%.

Weitere Informationen zur Beherbergungsstatistik finden Sie auf unserer Webseite unter "Ankünfte und Nächtigungen". Neben vorläufigen Bundesländerergebnissen (PDF, 33 KB) stehen auch Tabellen auf Gemeindeebene sowie Spezialauswertungen nach Herkunftsländern auf Gemeindeebene zur Verfügung.

Informationen zur Methodik: Im Rahmen der monatlichen Nächtigungsstatistik werden die Ankünfte und Nächtigungen in entgeltlichen Beherbergungsbetrieben in jenen Gemeinden erhoben, die mehr als 1.000 Nächtigungen im Jahr aufweisen. Von den insgesamt 2.095 österreichischen Gemeinden betrifft dies 1.566 Berichtsgemeinden, die monatlich Daten an Statistik Austria übermitteln. Die Erhebungseinheiten sind gewerbliche und private Beherbergungsbetriebe, die ihre Daten per statistischem Meldeblatt oder Betriebsbogen an die jeweilige Berichtsgemeinde übermitteln (weitere Details zur Methodik siehe Standarddokumentation).  
Die Wintersaison umfasst die Monate November bis April, die Sommersaison umfasst die Monate Mai bis Oktober.

 

Tabelle 1: Übernachtungen von Gästen aus den 15 wichtigsten Herkunftsländern in der Sommersaison 2019 (in % an den gesamten Nächtigungen sowie Bundesländeranteile)
Herkunftsland Österreich gesamtZielbundesland
Bgld.Ktn.Sbg.Stmk.TVbg.W
Deutschland37,4100,01,212,12,14,419,15,141,18,36,7
Österreich29,5100,06,716,712,612,013,819,110,02,36,9
Niederlande5,0100,00,220,32,22,618,05,340,07,04,3
Schweiz und Liechtenstein3,4100,01,05,21,92,78,03,052,816,29,3
Italien2,2100,00,417,32,63,110,34,039,21,721,4
Tschechische Republik1,7100,02,211,07,211,427,212,919,21,57,4
USA1,7100,00,32,03,33,821,33,314,61,350,1
Vereinigtes Königreich1,6100,00,33,43,04,219,14,433,32,829,5
Belgien1,5100,00,210,21,72,317,72,852,55,96,7
Frankreich (inkl. Monaco)1,3100,00,33,03,13,510,62,743,77,925,3
China1,2100,00,82,38,610,916,22,822,30,935,4
Ungarn1,1100,04,215,410,49,616,616,715,41,110,7
Polen1,0100,01,38,212,88,312,811,524,11,519,6
Spanien0,8100,00,21,75,43,311,12,816,11,657,9
Israel0,7100,00,23,03,13,239,72,719,21,227,8
sonstige9,9100,00,94,35,25,624,45,316,82,335,2
Insgesamt100,0100,02,712,26,06,817,49,328,05,312,3

 

Tabelle 2: In welchen Bundesländern verbringen Personen aus meinem Bundesland die meisten Übernachtungen, wenn sie in Österreich urlauben? – Übernachtungsanteile der Herkunftsbundesländer nach Bundesländern in der Sommersaison 2019
Ziel-
bundesland
Herkunftsbundesland, in % an allen getätigten Nächtigungen der dort wohnhaften Personen
Ö insgesamtBgld.Ktn.Sbg.Stmk.TVbg.W
Bgld.6,711,94,78,15,04,07,33,32,48,4
Ktn.16,712,731,116,311,914,922,312,78,216,8
12,611,48,319,89,57,47,66,16,218,0
12,08,76,010,527,110,75,98,26,110,2
Sbg.13,812,011,213,414,527,98,715,310,713,7
Stmk.19,119,016,119,214,512,532,510,29,320,8
T10,010,97,97,68,98,46,428,522,28,2
Vbg.2,31,81,51,41,51,91,23,519,91,9
W6,911,613,23,67,012,28,012,315,01,9
Gesamt100,0100,0100,0100,0100,0100,0100,0100,0100,0100,0
Tabelle 3: Woher kommen die inländischen Gäste, die am häufigsten in meinem Bundesland übernachten? – Übernachtungsanteile der Bundesländer nach Herkunftsbundesländern in der Sommersaison 2019
Ziel-
bundesland
Herkunftsbundesland, in % an den gesamten Inlandsnächtigungen des Urlaubsbundeslands
GesamtBgld.Ktn.Sbg.Stmk.TVbg.W
Bgld.100,06,64,124,212,94,216,03,51,227,2
Ktn.100,02,810,919,512,26,319,55,41,621,7
100,03,33,831,312,94,18,83,41,630,7
100,02,72,917,638,66,37,24,81,718,3
Sbg.100,03,24,719,417,814,29,27,82,621,2
Stmk.100,03,74,920,113,04,624,93,81,623,5
T100,04,14,615,315,26,09,420,27,317,8
Vbg.100,02,93,712,111,25,67,510,828,318,0
W100,06,211,110,317,212,516,912,67,16,0
Ö insgesamt100,03,75,819,917,17,014,67,13,321,5

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