Pressemitteilung: 11.938-004/19

341.068 Pkw-Neuzulassungen im Jahr 2018; Benziner deutlich vor Diesel-Pkw; Lkw-Neuzulassungen weiter steigend; Rückgang bei Zweirädern

Wien, 2019-01-09 – Die Zahl der Pkw-Neuzulassungen ging im Jahr 2018 laut Statistik Austria gegenüber 2017 um 3,5% auf 341.068 zurück. Dennoch ist dieses Jahresergebnis das dritthöchste jemals erhobene nach 2017 (353.320) und 2011 (356.145). Wie bereits in den Jahren davor stiegen die Neuzulassungen von Lastkraftwagen (Lkw) auch 2018 (+8,7% im Vorjahresvergleich) und erzielten mit 47.947 einen neuen Höchstwert. Der Zweiradmarkt verzeichnete Abnahmen bei den Neuzulassungen (-6,4%) auf 38.142 Fahrzeuge.

Pkw: ein Fünftel weniger Diesel-Pkw; alternative Kraftstoffe gewinnen weiter an Bedeutung

Die Pkw-Neuzulassungen insgesamt (341.068) lagen 2018 um 12.252 unter dem Vorjahreswert (353.320), aber deutlich über dem Niveau des Zwanzigjahresdurchschnitts (315.573). Dabei konnten Neuzulassungen benzinbetriebener Pkw (Anteil: 54,0%) um 12,5% zulegen, während Diesel-Pkw (Anteil: 41,1%) gegenüber 2017 um 20,1% abnahmen. Der Anteil alternativ betriebener Pkw – Elektro, Erdgas, bivalenter Betrieb und kombinierter Betrieb (Hybrid) – war mit 4,9% bzw. 16.807 Neuzulassungen (2017: 4,0% bzw. 14.161) zwar weiterhin vergleichsweise gering, der relative Zuwachs betrug allerdings 18,7% (2017: +56,9%). Die Anzahl der Neuzulassungen von Benzin-Hybrid-Pkw – die wichtigste alternative Kraftstoffart bei Pkw – erhöhte sich um 2,4% auf 8.353.

Um ein Viertel mehr Neuzulassungen von Elektro-Pkw

Neuzulassungen mit reinem Elektroantrieb nahmen um 24,4% auf 6.757 zu, der Anteil an allen Pkw-Neuzulassungen stieg von 1,5% auf 2,0%. Die meisten Elektro-Pkw wurden in Niederösterreich neu zugelassen (Anteil: 20,5%), gefolgt von der Steiermark (20,0%), Oberösterreich (15,7%) und Wien (13,7%). Elektro-Pkw wurden auch 2018 noch vorwiegend von juristischen Personen, Firmen bzw. Gebietskörperschaften zugelassen (80,1% der Elektro-Pkw-Neuzulassungen), der Anteil von privaten Neuzulassungen sank gegenüber dem Vorjahr von 21,4% auf 19,9%.

Top 10 Pkw-Marken repräsentieren rund zwei Drittel der Neuzulassungen

Unter den zehn wichtigsten Marken 2018, die insgesamt rund zwei Drittel der Neuzulassungen repräsentierten, blieb VW mit einem Anteil von 16,7% Marktführer, trotz Rückgängen der VW-Neuzulassungen gegenüber 2017 (-3,0%). Skoda, im Jahr 2016 noch an dritter Stelle, konnte mit einer Zunahme von 2,1% und einem Anteil von 7,5% – wie im Vorjahr – Platz 2 für sich beanspruchen. Die Neuzulassungen von Ford entwickelten sich weniger rückläufig (-4,0%) als jene von Opel (-9,7%), wodurch Ford mit einem Anteil von 5,8% im Ranking auf die dritte Stelle fiel und Opel auf Platz vier verwies (5,6% Anteil). Unter den weiteren Top-Marken konnte nur Seat (+7,0%) das Jahr positiv abschließen. Die Marken Hyundai (-6,5%), Renault (-6,7%), BMW (-1,8%), Mercedes (-8,6%) und Fiat (-5,6%) entwickelten sich hingegen rückläufig.

Rückgänge für Tageszulassungen

Die Pkw-Tageszulassungen gingen im Gesamtjahr 2018 um 3,7% zurück (2017: +17,3%; 2016: -14,3%; 2015: -8,7%). Ihr Anteil an den gesamten Pkw-Neuzulassungen betrug 6,8% (2017: 6,9%). Im August erfuhren die Tageszulassungen einen besonders starken Anstieg (+220,3%), Grund dafür waren Vorziehzulassungen wegen des ab 1. September 2018 geltenden realitätsnäheren Abgastests WLTP. Pkw-Neuzulassungen mit einer Zulassungsdauer von bis zu sieben Tagen sanken 2018 um 0,1% (37 Fahrzeuge). Rückläufig entwickelten sich auch die Kurzzulassungen bei einer Zulassungsdauer von bis zu 30 Tagen (-1,3% ), bis zu 60 Tagen (-1,8%) sowie bis zu 90 und 120 Tagen (jeweils -1,2%).

Durchschnittliche Pkw-CO2-Emissionen bei 126g/km

Die CO2-Emissionen von neu zugelassenen Pkw betrugen 2018 im Durchschnitt 126 g/km (2000: 169 g/km). Im Jahr 2018 stieg der Wert für benzinbetriebene Pkw von 122 g/km 2017 auf 125 g/km (2000: 176 g/km). Bei Dieselfahrzeugen lag der Wert 2017 bei 125 g/km und nahm 2018 auf 129 g/km zu (2000: 162 g/km).

Fahrzeuge der anteilsmäßig wichtigsten CO2-Klasse 111 bis 120 g/km (Anteil: 23,2%) konnten – wie bereits in den beiden Jahren zuvor – neuerlich zulegen (+6,9%). In dieser CO2-Klasse konnte sich die Anzahl der Pkw zwischen 2006 und 2018 versiebenfachen, während sich Neuzulassungen von Pkw über 170 g/km um mehr als drei Viertel verringerten (-78,5%).

Lkw erreichen neuen Höchstwert; deutlich weniger land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen

Die Zahl der Lkw-Neuzulassungen entwickelte sich 2018 insgesamt positiv (+8,7%) und erreichte mit 47.947 einen neuen Höchstwert, der um 3.820 über dem bisherigen Höchstwert aus dem Vorjahr (44.127) liegt. Leichte Lastkraftwagen (Lkw bis 3,5 t höchstzulässigem Gesamtgewicht (Kl. N1; +8,6%)) sowie schwere Lkw (Kl. N3; über 12 t höchstzulässigem Gesamtgewicht; +11,0%) verbuchten Zuwächse, während Neuzulassungen von Lkw über 3,5 t bis 12 t höchstzulässigem Gesamtgewicht (Kl. N2; -4,3%) abnahmen. Bei land- und forstwirtschaftlichen Zugmaschinen wurde ein Rückgang um 19,3% verbucht. Die Zahl der Neuzulassungen von Sattelzugfahrzeugen nahm um 7,9% auf 3.898 Fahrzeuge ab, ebenso jene von Omnibussen (-9,6%).

Weniger Neuzulassungen bei Zweirädern

Die Zweiräder nahmen – wie bereits im Vorjahr (2017: -6,6%) – um 6,4% auf nunmehr 38.142 Fahrzeuge ab. Die Abnahme war auf die sinkenden Neuzulassungen von Motorfahrrädern zurückzuführen (-23,7%; 2017: +14,8%), während die Zahl neu zugelassener Motorräder zunahm (+4,7%; 2017: -16,5%). Den Höchstwert hatten die Zweiräder im Jahr 2008 mit 53.255 Neuzulassungen erreicht.

Mehr Kfz-Gebrauchtzulassungen im Jahr 2018, Höchstwert bei Diesel-Pkw

Im Jahr 2018 wurden 1.069.490 gebrauchte Kraftfahrzeuge zum Verkehr zugelassen, um 2,4% mehr als 2017. Die Zahl der Gebrauchtzulassungen von Pkw lag mit 874.827 um 2,5% über dem Vorjahreswert. Die Gebrauchtzulassungen von Pkw mit Dieselantrieb verzeichneten eine Zunahme um 2,5% auf einen neuen Rekordwert von 530.072, jene mit Benzinantrieb (inkl. Flex-Fuel) stiegen um 2,1%. Auf dem Nutzfahrzeugmarkt konnte bei Lkw sowie land- und forstwirtschaftlichen Zugmaschinen eine Zunahme von 4,0% bzw. 0,7% festgestellt werden, während bei Sattelzugfahrzeugen Rückgänge gemeldet wurden (-3,5%). Bei den Zweirädern entwickelte sich die Zahl der Motorfahrräder positiv (+4,5%), Motorräder verzeichneten eine leichte Abnahme (-0,5%).

Vorläufiger Bestand 2018: 6,90 Mio. Kfz, darunter 4,98 Mio. Pkw

Zum Stichtag 31.12.2018 erreichte der vorläufige Kfz-Bestand in Österreich rund 6,90 Mio. Fahrzeuge, um 1,8% mehr als im Jahr zuvor. Auf die anteilsmäßig wichtigste Fahrzeugart Pkw (72,2%) entfielen rund 4,98 Mio. Fahrzeuge, um 1,6% mehr als noch zum Vorjahresstichtag. Bei land- und forstwirtschaftlichen Zugmaschinen wurden 464.428 (+0,9%), bei Lastkraftwagen insgesamt 476.329 (+4,3%) und bei Sattelzugfahrzeugen 18.904 Fahrzeuge (+5,8%) gemeldet. Unter den einspurigen Fahrzeugen waren 534.643 Motorräder (+3,1%) und 274.394 Motorfahrräder (-0,6%) zum Verkehr zugelassen.

Weiterführende Informationen zu Kfz-Neuzulassungen, Gebrauchtzulassungen und Bestand sowie eine Pressemappe (PDF, ca. 3 MB) zum Thema finden Sie auf unserer Webseite.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Die Kfz-Zulassungs- bzw. Bestandsstatistik von Statistik Austria ist eine Sekundärstatistik, die auf Basis der vom Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs (VVO) täglich an Statistik Austria übermittelten Datenfiles erstellt wird. Der VVO erhält die Daten von den durch die Zulassungsbehörden beliehenen Zulassungsstellen der Versicherungen, die für die Zulassung, Abmeldung und Berichtigung von Kraftfahrzeugen und Anhängern verantwortlich sind.         
Im Rahmen der Kfz-Neuzulassungsstatistik werden alle Neuzulassungen, das sind alle fabrikneuen Zulassungen, erhoben, unabhängig von der Dauer der Anmeldung (auch sog. "Kurzzulassungen", z. B. Tageszulassungen).   
Bei einer Kurzzulassung handelt es sich um eine Pkw-Neuzulassung, die innerhalb einer bestimmten Frist wieder abgemeldet wird. So bedeutet eine Pkw-Neuzulassung mit einer Zulassungsdauer von bis zu sieben Tagen, dass der Pkw nach der erstmaligen Zulassung am Tag der Zulassung oder innerhalb der darauf folgenden sieben Tage wieder abgemeldet wird. Dies gilt entsprechend für Kurzzulassungen mit einer Anmeldedauer bis 30, 60, 90 oder 120 Tage. Tageszugelassene Pkw werden innerhalb von 24 Stunden an- und abgemeldet.      
In diesem Zusammenhang gibt der Berichtsmonat jenen Monat an, in dem die Abmeldung durchgeführt wurde. Ausschlaggebend für die Klassifizierung als "Kurzzulassung" sind ausschließlich das Erstzulassungsdatum und das Abmeldedatum (= Durchführung der Abmeldung in den beliehenen Zulassungsstellen der Versicherungen) eines Fahrzeuges.   
Bei der Kfz-Gebrauchtzulassungsstatistik werden alle Gebrauchtzulassungen, das sind Zulassungen von Fahrzeugen, die bereits einmal im In- bzw. Ausland zugelassen waren, erhoben, unabhängig von der Dauer der Anmeldung.  
Ausgehend vom Kfz-Bestand des Vorjahres werden alle zugelassenen Fahrzeuge des Jahres – alt wie neu –hinzugerechnet und die Abmeldungen in Abzug gebracht, woraus sich der jährliche Bestand ergibt.

Rückfragen zum Thema beantworten in der Direktion Raumwirtschaft, Statistik Austria:  
Gerda FISCHER, Tel.: +43 (1) 71128-7566 bzw. gerda.fischer@statistik.gv.at und  
Julia REISEL, Tel.: +43 (1) 71128-7575 bzw. julia.reisel@statistik.gv.at

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