Pressemitteilung: 11.662-222/17

Österreichs Bevölkerung wächst bis 2021 auf 9 Mio., Babyboom-Generation geht in Pension

Wien, 2017-11-23 – Wie die aktuellen Einwohnerzahlen und Prognosen von Statistik Austria zeigen, wächst die österreichische Bevölkerung. Grund dafür ist in erster Linie die verstärkte Zuwanderung nach Österreich, ein guter Teil davon waren in den vergangenen Jahren auch asylwerbende Personen. Im Jahr 2016 wurden insgesamt 174.300 Zuwandernde und 109.600 Abwandernde registriert und somit ein Wanderungsgewinn von 64.700 Personen. 2015 betrug dieser Saldo 113.100 Personen. Die Differenz aus Geburten und Sterbefällen ergab 2016 einen Geburtenüberschuss von 7.000 Personen. Im Jahresdurchschnitt 2016 zählte Österreich 8,74 Mio. Einwohnerinnen und Einwohner. 2021 wird Österreich gemäß Vorausschätzung die 9-Millionen-Marke überschreiten. In weiterer Folge sollte Österreich im Jahr 2040 bereits 9,56 Mio. Einwohnerinnen und Einwohner zählen, um 9% mehr als 2016; 2080 schließlich 9,99 Mio., ein Plus von 14%.

Zuwanderung kompensiert demographisch bedingten Rückgang der Bevölkerung im Erwerbsalter

Die aktuelle Zuwanderung nach Österreich verschiebt den zu erwartenden Rückgang der Bevölkerung im Erwerbsalter zwischen 20 und 65 Jahren um einige Jahre. 2016 zählten 5,41 Mio. Personen zu dieser Altersgruppe, also zum sogenannten Erwerbspotenzial. Bis zum Jahr 2021 wird sich das Erwerbspotenzial um 1,5% auf 5,49 Mio. Personen erhöhen. Danach werden jedoch die Babyboomer der 1960er-Jahre ins Pensionsalter übertreten – dabei handelt es sich um deutlich stärkere Jahrgänge als jene, die als Jugendliche aus der Ausbildung bzw. Zugewanderte hinzukommen. Dementsprechend wird die Zahl der potenziellen Erwerbspersonen gegen Ende der 2020er-Jahre unter das derzeitige Niveau sinken, jedoch über den gesamten Prognosezeitraum bis 2080 mehr als 5,1 Mio. Personen betragen.

Ohne Zuwanderung würde das Erwerbspotenzial langfristig betrachtet erheblich sinken, wie die Prognosevariante ohne Wanderungen zeigt. Im Jahr 2030 sind nur noch 4,89 Mio. Menschen im erwerbsfähigen Alter, das entspricht einem Minus von 10% gegenüber 2016.

Durch Immigration mehr Kinder und Jugendliche; die Babyboom-Generation altert

Zuwanderungsbedingt wird die Zahl der Kinder und Jugendlichen bis 19 Jahre steigen, wobei bis 2035 ein Anstieg um 8% von derzeit 1,71 Mio. auf 1,86 Mio. zu erwarten ist. Dazu tragen sowohl die zuwandernden unter 20-Jährigen als auch Geburten der Immigrantinnen bei. Ohne Zuwanderung nach Österreich würde die Zahl der Kinder und Jugendlichen bis 2035 um 7% auf 1,59 Mio. absinken.

Die stärksten Zuwächse werden für die Altersgruppe der über 65-jährigen Bevölkerung prognostiziert. Seit der Jahrhundertwende wechseln immer stärker besetzte Generationen ins Pensionsalter. Vorerst waren dies die Geburtsjahrgänge um 1940, in Zukunft werden es die Babyboom-Jahrgänge der 1950er- und 1960er-Jahre sein. Auch durch Zugewinne bei der Lebenserwartung und das Nachrücken von Männergenerationen, die von Kriegsverlusten unversehrt geblieben sind, werden anteilsmäßig mehr Menschen als früher ein höheres Alter erreichen.

Seit der Jahrhundertwende ist die Zahl der über 65-Jährigen um 381.000 Personen bzw. 31% gestiegen. 2016 waren 1,62 Mio. Personen 65 Jahre und älter. 2030 wird ihre Zahl mit 2,15 Mio. um 33% größer sein als 2016. Bis 2050 wächst diese Bevölkerungsgruppe auf 2,64 Mio. (+64%). Im Jahr 2080 würden demnach in Österreich 2,89 Mio. Personen der Generation 65+ leben, um 79% mehr als heute. Unter Ausschluss von Wanderungen fällt der kurz- und mittelfristige Anstieg nur unwesentlich schwächer aus, da die meisten Menschen, die künftig in dieser Altersgruppe stehen werden, bereits heute in Österreich leben. Immigrantinnen und Immigranten sind im Durchschnitt deutlich jünger als die Wohnbevölkerung, sie erreichen das Pensionsalter erst in fernerer Zukunft.

2016 standen noch 18% der Bevölkerung im Pensionsalter, ab 2023 werden es mehr als 20% sein, nach 2035 mehr als 25%. Der Anteil des Erwerbspotenzials an der Gesamtbevölkerung sinkt von derzeit 62% bis 2025 auf unter 60%, ab 2037 wird er weniger als 55% betragen. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen geht von gegenwärtig knapp 20% auf langfristig rund 19% zurück. Ohne Zuwanderung nach Österreich würde der Anteil des Erwerbspotenzials bis 2080 auf 48% sinken, während der Anteil der Bevölkerung im Pensionsalter langfristig auf 36% anwachsen dürfte.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zur Bevölkerungsprognose finden Sie auf unserer Webseite.

Methodische Informationen, Definitionen: Zur Berechnung der Prognose wird der nach Alter, Geschlecht und Geburtsland differenzierte Bevölkerungsstand zum 1.1.2017 in die Zukunft fortgeschrieben. Pro Kalenderjahr altern die Bevölkerungsbestände um ein Jahr. Die neuen Geburtsjahrgänge eines Prognosejahres werden mittels altersspezifischer Fertilitätsraten (Lebendgeburten nach Alter der Mutter) berechnet. Die Sterbefälle ergeben sich aus alters- und geschlechtsspezifischen Sterbewahrscheinlichkeiten, die mit den Bevölkerungsständen multipliziert werden. Während sich die internationale Abwanderung analog zu den Sterbefällen aus Raten errechnet, wird die Zuwanderung in Absolutzahlen vorgegeben (ebenfalls jeweils nach Alter und Geschlecht). Die Binnenwanderungen zwischen den neun Bundesländern Österreichs werden mittels alters-, geschlechts- und richtungsspezifischer Abwanderungsraten modelliert. 
Bei der Interpretation der Ergebnisse nach dem Merkmal "im Inland/Ausland geboren" wird darauf hingewiesen, dass es sich hierbei nicht um eine Prognose der Bevölkerung Österreichs nach der Staatsangehörigkeit ("Ausländerprognose") handelt. Die künftige Entwicklung der Bevölkerung nach der Staatsangehörigkeit ist neben der internationalen Zu- und Abwanderung (und natürlich auch deren Fertilität und Mortalität) insbesondere von der Entwicklung der Einbürgerungsraten abhängig. Solche Raten vorauszuschätzen bedeutet aber auch, künftige politische Rahmenbedingungen zu antizipieren. Demgegenüber bleibt das hier gewählte Merkmal "Geburtsland" der jeweiligen Person lebenslang unverändert erhalten.

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Bevölkerung, Statistik Austria:  
Mag. Alexander HANIKA, Tel.: +43 (1) 71128-7279 bzw. alexander.hanika@statistik.gv.at

 

Bevölkerung Österreichs im Jahresdurchschnitt 2016 bis 2080 nach breiten Altersgruppen
JahrHauptvarianteVariante ohne Wanderungen
InsgesamtBis unter 20 Jahre20 bis unter 65 Jahre65 und mehr JahreInsgesamtBis unter 20 Jahre20 bis unter 65 Jahre65 und mehr Jahre
20168.739.8061.714.4005.408.9751.616.4318.739.8061.714.4005.408.9751.616.431
20208.941.6431.744.8745.487.4971.709.2728.791.2021.697.5465.378.6331.715.023
20259.158.2601.799.4695.461.2251.897.5668.790.7871.690.1945.183.5551.917.038
20309.331.4011.843.0265.342.5852.145.7908.739.1641.660.3754.890.0932.188.696
20359.460.8271.859.6205.235.2902.365.9178.632.0451.589.9144.609.1272.433.004
20409.561.9471.845.9685.225.6592.490.3208.486.5761.485.5304.438.8082.562.238
20459.643.0391.829.9655.249.9102.563.1648.315.1741.391.9874.301.8972.621.290
20509.702.6821.828.0315.231.0482.643.6038.114.3701.333.4974.092.7172.688.156
20559.742.0021.841.0695.201.7142.699.2197.880.8321.306.1113.856.4772.718.244
20609.772.6121.859.4365.166.6792.746.4977.623.1421.285.6373.621.9572.715.548
20659.812.8921.873.5505.159.2222.780.1207.362.9821.251.0393.471.6792.640.264
20709.869.5421.879.5635.174.4982.815.4817.114.4421.197.5133.376.4812.540.448
20759.931.8911.880.2365.197.0892.854.5666.872.2781.136.0073.288.5342.447.737
20809.989.4741.880.9695.215.4952.893.0106.629.8731.082.3793.181.2352.366.259

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