Pressemitteilung: 11.540-100/17

2016 leichter Anstieg bei Unfällen und Verletzten, aber 9,8% weniger Verkehrstote

Wien, 2017-05-22 – Die Zahl der Straßenverkehrsunfälle erhöhte sich 2016 gegenüber dem Vorjahr um rund 500 (+1,3%) auf 38.466. Dabei wurden 48.393 Personen verletzt, um rund 1.000 (+2,2%) mehr als im Jahr davor. Mit 432 Todesopfern wurde – nach der vergleichsweise hohen Anzahl im Jahr 2015 (479) – wieder das Niveau von 2014 (430) erreicht. Damit liegt das zweitniedrigste Ergebnis seit Beginn der einheitlich geführten Unfallstatistik im Jahr 1961 vor (siehe Tabelle 1). Von den insgesamt 48.825 verunglückten Personen erlitten 1% tödliche Verletzungen, 15% schwere und 84% leichte Verletzungen. Im Durchschnitt ereigneten sich täglich 105 Verkehrsunfälle mit 132 Verletzten. Alle 20 Stunden forderte der Verkehr auf Österreichs Straßen ein Todesopfer.

Risikogruppe: Männer

Nach wie vor finden überwiegend Männer im Straßenverkehr den Tod: Drei von vier Verkehrstoten (72%) waren Männer, bei den 20- bis 24-Jährigen sogar neun von zehn (89%). Im Vergleich dazu die Zahl der Verletzten: 55% Männer, 45% Frauen.

Zwei Drittel aller Unfälle im Ortsgebiet, Dreiviertel aller Todesopfer im Freiland

64% aller Unfälle (24.604) ereigneten sich auf Straßen im Ortsgebiet, vor allem auf Gemeindestraßen, 36% im Freiland (13.862). Während sich die Zahl der Unfälle im Ortsgebiet um 0,8% erhöhte, gab es im Freiland ein Plus von 2,4%. Umgekehrt verhält es sich bei der Zahl der Todesopfer: 75% (322) sind auf Unfälle im Freiland zurückzuführen, 25% (110) auf Unfälle im Ortsgebiet (siehe Tabelle 2).

Mehr als 3.000 Verletzte bei Unfällen mit alkoholisierten Beteiligten

Die Zahl der Alkoholunfälle zeigt gegenüber 2015 einen Anstieg um 6,1% auf 2.361, jene der dabei verletzten Personen erhöhte sich um mehr als 200 auf 3.055 (+7,8%). Mit 22 Todesopfern bei Alkoholunfällen (2015: 27) wurde zwar das bisher niedrigste Ergebnis erzielt, die Zahl der schwer Verletzten stieg aber von 521 im Jahr 2015 um 4,6% auf 545 (siehe Tabelle 1).

Weniger getötete, aber mehr verletzte Kinder

Mit einem Plus um 10,4% erhöhte sich auch die Zahl der verletzten Kinder (0 bis 14 Jahre) auf 2.858. Der Wert liegt damit über dem der beiden vorangegangenen Jahre, wobei vor allem mehr Kinder in Pkw und als Radfahrer verletzt wurden. Sieben Kinder (2015: 11) wurden getötet (siehe Tabelle 1). Generell verunglücken Kinder vor allem als Mitfahrer in Pkw (43%), als Fußgänger (23%), mit dem Fahrrad (19%) sowie mit dem Moped (6%).

Zahl der getöteten Pkw-Insassen und Fußgänger sank auf Niveau von 2014; etwa gleich viele Motorradtote wie 2015

2016 kamen 189 Pkw-Insassen (-49), ebenso viele wie 2014, ums Leben. Mit 85 getöteten Motorradfahrern waren es etwa gleich viele wie im Jahr 2015 (83). Die Zahl der getöteten Fußgänger sank um 11 auf 73, jene der Radfahrer stieg von 39 im Jahr 2015 auf 48.

Der längerfristige Vergleich auf Basis der Daten 2006 zeigt die höchsten prozentuellen Rückgänge bei den getöteten Mopedfahrern, gefolgt von getöteten Pkw-Insassen und Fußgängern. Was die Gesamtzahl der verunglückten Personen betrifft, stieg seit 2006 jene der Radfahrer und Motorradfahrer. Die Zahlen der mit Moped und Pkw Verunglückten liegen deutlich, jene der Fußgänger jedoch nur knapp unter dem Niveau von 2006.

Unfälle mit schweren Lkw: 3% der Unfälle fordern 17% aller Todesopfer

An 1.291 Unfällen waren Lkw über 3,5t beteiligt, um 10,5% mehr als 2015. Die Zahl der dabei verletzten Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer (1.668; +11,5%) nahm ebenso wie die Anzahl der dabei Getöteten zu (von 66 auf 74). Von den 74 Todesopfern waren 13 Insassen in schweren Lkw und 61 andere Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer.  
28% dieser Unfälle ereigneten sich im hochrangigen Straßennetz (Autobahnen, Schnellstraßen). Im Vergleich dazu ereigneten sich nur 6% des Gesamtunfallgeschehens auf Autobahnen und Schnellstraßen.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zur Statistik der Straßenverkehrsunfälle finden Sie auf unserer Webseite und in der interaktiven Verkehrsunfallkarte.

Methodische Informationen, Definitionen: Mit 1. Jänner 2012 erfolgte eine weitreichende Änderung der Erhebungsmethode von einer Erhebung mittels Unfallzählblättern auf eine elektronische, an die Erstellung der Verkehrsunfallanzeige gekoppelte Meldung durch die Polizei. Es fließen nun auch nachträglich bekannt gewordene Erhebungsergebnisse sowie nachträgliche Verletzungsanzeigen in die Statistik ein. Dadurch ergab sich ab dem Berichtsjahr 2012 ein Zeitreihenbruch. Aufgrund der geänderten Erhebungsmethode ist ein direkter Vergleich der Ergebnisse vor 2012 mit jenen ab 2012 nicht zulässig.  
Ein Straßenverkehrsunfall mit Personenschaden liegt vor, wenn infolge des Straßenverkehrs auf Straßen mit öffentlichem Verkehr Personen verletzt oder getötet wurden und daran zumindest ein in Bewegung befindliches Fahrzeug beteiligt war.  
Als Verkehrstote gelten Personen, die entweder am Unfallort oder innerhalb von 30 Tagen, gerechnet ab dem Unfallereignis, an den Unfallfolgen verstorben sind.  
Schwere Verletzung: gemäß §84 StGB eine länger als 24 Tage dauernde Gesundheitsschädigung oder Berufsunfähigkeit oder eine an sich schwere Verletzung oder Gesundheitsschädigung.

Rückfragen zum Thema beantworten in der Direktion Raumwirtschaft, Statistik Austria:  
Eva DIETL, Tel.: +43 (1) 71128-7553 bzw. eva.dietl@statistik.gv.at und  
Eveline PFEILER, Tel.: +43 (1) 71128-7223 bzw. eveline.pfeiler@statistik.gv.at

 

Tabelle 1: Unfallgeschehen 2013 bis 2016
 JahresergebnisseVeränderung 2015/2016
2013201420152016
absolut
in %
Unfallgeschehen insgesamt
Unfälle
38.50237.95737.96038.466+506+1,3
Verletzte
48.04447.67047.36648.393+1.027+2,2
Getötete1)
455430479432-47-9,8
Unfallgeschehen mit alkoholisierten Beteiligten
Alkoholunfälle
2.3502.2132.2262.361+135+6,1
Verletzte
3.0652.8902.8343.055+221+7,8
Getötete1)
31322722-5-18,5
Unfallgeschehen mit Kindern (0 bis 14 Jahre)
Unfälle mit Kindern 2.6702.5662.3872.583+196+8,2
Verletzte Kinder 2.9412.7942.5892.858+269+10,4
Getötete Kinder1) 108117-4-36,4
Unfallgeschehen mit schweren Lkw (Sattelkraftfahrzeuge und Sattelzugfahrzeuge über 3,5t)
Unfälle mit schweren Lkw 1.1971.1171.1681.291+123+10,5
Verletzte
1.5851.4471.4961.668+172+11,5
Getötete1)
50516674+8+12,1
Tabelle 2: Getötete 2013 bis 2016 nach Ortsgebiet, Freiland und Straßenarten
Ortsgebiet, Freiland und StraßenartJahresergebnisseVeränderung 2015/2016
2013201420152016absolutin %
Ortsgebiet115123128110-18-14,1
davon      
    Landesstraße B26473638+2+5,6
    Landesstraße38182019-1-5,0
    Sonstige Straße51587253-19-26,4
Freiland340307351322-29-8,3
davon      
    Autobahn, Schnellstraße37485046-4-8,0
    Landesstraße B148111168155-13-7,7
    Landesstraße1131018984-5-5,6
    Sonstige Straße42474437-7-15,9
Getötete insgesamt1)455430479432-47-9,8

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