Pressemitteilung: 11.501-061/17

Kaufpreise von Häusern und Wohnungen stiegen im Jahr 2016 um 8,5%

Wien, 2017-03-28 – Der Häuserpreisindex (HPI) weist für das Jahr 2016 eine Preissteigerung von 8,5% im Vergleich zum Vorjahr auf. Laut Berechnungen von Statistik Austria war die Preisdynamik im Jahr 2016 deutlich höher als in den Jahren davor (2015: +4,9%, 2014: +3,5%). Der Kauf von bestehendem Wohnraum wurde mit einem Plus von 9,4% deutlich teurer als jener des neu gebauten Wohnraums (+3,8%). Grundlage der Erhebung sind die von Privathaushalten getätigten Käufe von neuen und bestehenden Häusern und Wohnungen. Es werden die tatsächlichen Transaktionspreise erfasst, auf Quadratmeterpreise umgerechnet und quartalsweise ausgewertet.

Der Indexstand des Häuserpreisindex 2010 (HPI 2010) lag im Jahresdurchschnitt 2016 bei 141,32. Das vierte Quartal 2016 wies einen Indexstand von 142,38 auf.

Bestehender Wohnraum mit höherem Preisanstieg als neuer Wohnraum

Der Teilindex "Kauf von neuem Wohnraum", der die Preisentwicklung von neuen Wohnungen und Fertighäusern abbildet, stieg im Jahr 2016 im Vergleich zu 2015 um 3,8% (Indexstand 136,24). Bestehender Wohnraum verteuerte sich im Jahr 2016 um 9,4% (Indexstand 143,60). Davon nahmen die Preise bestehender Häuser um 7,4%, jene bestehender Wohnungen um 10,4% im Jahresvergleich zu.

Regionaler Vergleich

Seit Beginn der HPI-Indexreihe im Jahr 2010 stiegen die Preise im ländlichen Raum weniger stark als im Österreichdurchschnitt (+41,3%). In ländlichen Gebieten war die Teuerung der Häuser im Bundesland Salzburg (ohne die Stadt Salzburg) (+35,3%) am höchsten, gefolgt von Kärnten (+32,9%). Den geringsten Preisanstieg der Häuser wies das westliche Niederösterreich (+25,0%) auf. In den sechs größten städtischen Regionen reihten sich die Teuerungsraten der Wohnungen seit 2010 wie folgt: Wien lag an erster Stelle (+71,8%), gefolgt von Salzburg (+58,2%), Bregenz und Innsbruck (+50,6%), Graz (+41,6%) und Linz (+36,1%). Im Vergleich zum Vorjahr verteuerten sich Häuser im Burgenland am stärksten (+13,8%), während sich im Bundesland Salzburg sogar eine Preissenkung im Vergleich zu 2015 (-3,2%) zeigte. Bei den Wohnungen in städtischen Regionen wies Graz mit 14,0% die stärkste Teuerung auf, gefolgt von Bregenz und Innsbruck (12,1%), Wien (10,9%) und der Stadt Salzburg (8,2%).

International bei den Spitzenreitern

Im europäischen Vergleich lag der österreichische Häuserpreisindex im Durchschnitt der ersten drei Quartale 2016 (das vierte Quartal wird international erst im April 2017 veröffentlicht) mit einer Preissteigerung von 9,1% im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres deutlich über der durchschnittlichen HPI-Teuerungsrate des Euroraums (+3,2%) und der Europäischen Union (+4,1%).

Preisindex für selbstgenutzten Wohnraum

Der Preisindex für selbstgenutzten Wohnraum (Owner Occupied Housing, kurz: OOH) stellt eine Erweiterung zum Häuserpreisindex dar. Er enthält neben der Beschaffung von neuem und bestehendem Wohnraum auch Ausgaben, die mit der Anschaffung und dem Eigentum von Wohnraum anfallen, z. B. Gebühren des Erwerbs, Versicherungen und Kosten für Reparaturen und Renovierungen. Dieser Index enthält nur den neu zum Sektor Haushalte hinzugekommenen Wohnraum (also keine Transaktionen von Haushalt zu Haushalt). Er stieg im Jahr 2016 um 1,8% (2015: +2,1%, 2014: +2,7%) und wies auf Basis 2010 einen Indexstand von 117,84 auf.

Weitere Informationen zum Häuserpreisindex finden Sie auf unserer Webseite.

Methodische Hinweise, Definitionen:  
Der seit März 2015 quartalsweise publizierte Häuserpreisindex (HPI) bildet die Entwicklung der Kaufpreise von Wohnimmobilien in ganz Österreich ab. Neben dem Häuserpreisindex wird von Statistik Austria auch ein Preisindex für selbstgenutztes Wohneigentum erstellt. 
Die Erstellung beider Indizes ist rechtlich durch zwei Verordnungen auf nationaler und internationaler Ebene gedeckt: 1) EU VO 93/ 2013 Verordnung der Kommission vom 1. Februar 2013 zur Festlegung von Durchführungsbestimmungen zu der Verordnung (EG) Nr. 2494/95 des Rates über harmonisierte Verbraucherpreisindizes im Hinblick auf die Schaffung von Preisindizes für selbstgenutztes Wohneigentum; 2) 253. Verordnung des Bundesministers für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und des Bundesministers für Finanzen über die Erstellung von Häuser- und Wohnungspreisindizes vom 13.10.2014
Der Immobilienpreisindex ist einer von elf wirtschaftlichen Indikatoren, die in der Macroeconomic Imbalance Procedure (MIP) als Frühwarnsystem in Form eines Scoreboards auf makroökonomische Ungleichgewichte hinweisen sollen. Zu diesem Zwecke wurde die EU-Verordnung Nr. 1176/2011 über die "Vermeidung und Korrektur übermäßiger makroökonomischer Ungleichgewichte" am 16.11.2011 erlassen. Die Verordnung regelt, dass, wenn eine oder mehrere dieser Kennzahlen vorgegebene Schwellen überschreiten, die wirtschaftliche Lage eines Landes genauer untersucht wird, um ggf. Gegenmaßnahmen einleiten zu können. 
Der Häuserpreisindex und der Index für selbstgenutztes Wohneigentum werden auf Basis Jahresdurchschnitt 2010=100 berechnet. Grundlage der Gewichtung stellen das Transaktionsvolumen der Wohnimmobilienkäufe, die VGR-Daten zu Wohnbauinvestitionen und Eigenleistungen sowie die Umsätze für Fertigteilhäuser dar. Die Indexberechnung erfolgt auf Grundlage der Laspeyres-Formel, bei der Preisveränderungen von ausgewählten Gütern des Warenkorbes mit festen Mengen eines Basisjahres gewichtet werden. Das aktuelle Basisjahr ist gegenwärtig das Jahr 2010. Es wird ein Laspeyres-Kettenindex erstellt, bei dem jährlich die Gewichtung adaptiert wird. Regionen und Immobilientypen mit steigender Marktbedeutung können daher jahresaktuell in den Warenkorb aufgenommen und bei der Indexberechnung berücksichtigt werden.

 
Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Volkswirtschaft, Statistik Austria:  
Mag. Michaela MAIER, Tel. +43 (1) 71128-7187 bzw. michaela.maier@statistik.gv.at

 

Tabelle 1: Häuserpreisindex und Owner Occupied Housing, Indexstände und Veränderungsraten
 Indexstand HPI 2010Veränderungsrate 
zum Vorjahr in %
Indexstand OOH 2010Veränderungsrate 
zum Vorjahr in %
Q1 201096,43-98,75-
Q2 201099,66-99,68-
Q3 2010101,77-100,93-
Q4 2010102,14-100,64-
Jahresdurchschnitt 2010100,00-100,00-
Q1 2011102,886,7101,873,2
Q2 2011105,535,9102,943,3
Q3 2011107,866,0104,193,2
Q4 2011108,726,4104,744,1
Jahresdurchschnitt 2011106,256,3103,443,4
Q1 2012111,338,2106,084,1
Q2 2012112,967,0107,003,9
Q3 2012116,077,6107,843,5
Q4 2012115,746,5108,043,2
Jahresdurchschnitt 2012114,037,3107,243,7
Q1 2013117,685,7109,112,9
Q2 2013119,455,7110,443,2
Q3 2013123,026,0111,103,0
Q4 2013119,543,3110,942,7
Jahresdurchschnitt 2013119,925,2110,402,9
Q1 2014122,824,4112,693,3
Q2 2014124,784,5113,462,7
Q3 2014123,880,7113,982,6
Q4 2014125,054,6113,252,1
Jahresdurchschnitt 2014124,133,5113,352,7
Q1 2015122,24-0,5114,501,6
Q2 2015130,074,2115,521,8
Q3 2015135,439,3116,922,6
Q4 2015133,116,4115,962,4
Jahresdurchschnitt 2015130,214,9115,722,1
Q1 2016138,6513,4117,242,4
Q2 2016141,779,0117,461,7
Q3 2016142,495,2118,241,1
Q4 2016142,387,0118,402,1
Jahresdurchschnitt 2016141,328,5117,841,8

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