Pressemitteilung: 10.934-243/14

Inflation steigt im November 2014 auf +1,7%

Wien, 2014-12-17 – Die Inflationsrate für November 2014 betrug nach Berechnungen von Statistik Austria +1,7% (Oktober +1,6%). Ausschlaggebend für diesen leichten Anstieg waren Ausgaben für "Freizeit und Kultur", die sich im Jahresabstand stärker als im Oktober verteuerten. Als Hauptpreistreiber erwies sich weiterhin die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser, Energie".

Der Indexstand des Verbraucherpreisindex 2010 (VPI 2010) für den Monat November 2014 lag bei 110,3. Gegenüber dem Vormonat (Oktober 2014) stieg das durchschnittliche Preisniveau um 0,2%.

Ohne Ausgaben für Wohnen sowie für Restaurants und Hotels hätte die Inflation 1,1% betragen

Im Jahresabstand übte die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser, Energie" (durchschnittlich +1,6%) den stärksten Einfluss (+0,28 Prozentpunkte) auf die Inflation aus. Hauptverantwortlich dafür waren vor allem höhere Wohnungsmieten (insgesamt +5,0%). Die Instandhaltung von Wohnungen kostete durchschnittlich um 1,6% mehr. Haushaltsenergie verbilligte sich hingegen insgesamt um 1,1% (Heizöl -9,7%, Strom -0,9%, Gas +0,6%, feste Brennstoffe +3,3%, Fernwärme +5,9%).

In der Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels" (durchschnittlich +3,2%; Einfluss: +0,27 Prozentpunkte) kosteten Bewirtungsdienstleistungen im Jahresabstand um 3,0% mehr. Beherbergungsdienstleistungen verteuerten sich insgesamt um 4,8%.

Zu den durchschnittlichen Preisanstiegen von 2,1% in der Ausgabengruppe "Freizeit und Kultur" (Einfluss: +0,24 Prozentpunkte) trugen vor allem Pauschalreisen bei, die sich im Zwölfmonatsabstand um 5,3% verteuerten. Im Oktober hatten sie nur um 2,3% mehr gekostet. Außerdem verbilligten sich elektronische Geräte (Audiovisions-, Fotografie-, EDV-Geräte) im November nur um 0,2%, im Oktober waren es noch -2,4% gewesen.

Für die Teuerungen in der Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" (durchschnittlich +1,5%; Einfluss: +0,18 Prozentpunkte) waren höhere Preise für Nahrungsmittel ausschlaggebend (durchschnittlich +1,5%; Milch, Käse und Eier insgesamt +3,3%, Brot und Getreideerzeugnisse +2,2%, Fisch 5,7%, Gemüse +1,7%, Fleisch +0,1%, Obst -0,2%). Alkoholfreie Getränke verteuerten sich durchschnittlich um 1,0% (Bohnenkaffee +3,4%).

Die Preise in der Ausgabengruppe "Verkehr" erhöhten sich durchschnittlich um 0,4% (Einfluss: +0,06 Prozentpunkte). Die seit März geltende Erhöhung der motorbezogenen Versicherungssteuer (+12,9%) wirkte nach wie vor preistreibend. Instandhaltung und Reparaturen privater Verkehrsmittel verteuerten sich um 3,1%. Treibstoffe verbilligten sich hingegen im Jahresvergleich mit -4,1% etwas stärker als im Oktober (-3,1%) und erwiesen sich damit als Hauptpreisdämpfer im Jahresabstand (Einfluss: -0,17 Prozentpunkte).

Weitere Preisdämpfer waren Heizöl (-9,7%; Einfluss: -0,08 Prozentpunkte) sowie die Ausgabengruppe "Bekleidung und Schuhe" (durchschnittlich -1,2%; Einfluss: -0,07 Prozentpunkte). Bekleidungsartikel kosteten um 1,4% weniger, Schuhe um 0,9%.

Monatsvergleich: +0,2% gegenüber Oktober 2014

Als Hauptpreistreiber im Monatsabstand erwies sich die Ausgabengruppe "Freizeit und Kultur" (durchschnittlich +1,7%; Einfluss: +0,20 Prozentpunkte). Saisonbedingte Verteuerungen bei Pauschalreisen (insgesamt +5,4%) waren dafür ausschlaggebend.

Hauptpreisdämpfer im Monatsabstand war die Ausgabengruppe "Verkehr" (durchschnittlich -1,0%; Einfluss: -0,14 Prozentpunkte), wobei die Treibstoffpreise gegenüber Oktober um 2,5% fielen.

Teuerung laut harmonisiertem Verbraucherpreisindex im November 2014: +1,5%

Der Indexstand des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI 2005) lag im November 2014 bei 121,31 (Oktober 121,14 revidiert). Die harmonisierte Inflationsrate betrug +1,5% (Oktober +1,4%). Der Unterschied zum VPI von -0,2 Prozentpunkten resultiert aus Gewichtungsunterschieden zwischen VPI und HVPI (siehe methodische Informationen). Preisanstiege bei der motorbezogenen Versicherungssteuer (keine Gewichtungsanteile im HVPI), bei Versicherungsdienstleistungen, bei der Instandhaltung von Wohnungen sowie bei Pauschalreisen (jeweils geringere Gewichtungsanteile im HVPI als im VPI) verminderten den HVPI gegenüber dem VPI. Billigere Treibstoffe (jeweils höhere Gewichtsanteile im HVPI als im VPI) dämpften ebenfalls den HVPI gegenüber dem VPI. Teilweise kompensierend wirkten deutliche Preisanstiege in der Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels" (höhere Gewichtsanteile im HVPI als im VPI).

Teuerung für Pensionistenhaushalte im November 2014 bei +1,7%

Die durchschnittliche Teuerungsrate des Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH 2010) betrug im November 2014 +1,7% (Oktober +1,7%). Damit erwies sie sich im November also genauso hoch wie die des nationalen VPI. Der Indexstand des PIPH lag bei 110,9. Gewichtungsunterschiede zwischen VPI und PIPH ergaben im Einzelnen unterschiedliche Veränderungsraten, die sich jedoch insgesamt wieder ausglichen.

Inflation für täglichen und wöchentlichen Einkauf niedriger als jene des VPI

Das Preisniveau des Mikrowarenkorbes, der überwiegend Nahrungsmittel enthält und den täglichen Einkauf repräsentiert, stieg im Jahresabstand um 1,3% (Oktober: 1,4%). Das Preisniveau des Miniwarenkorbes, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, erhöhte sich im Zwölfmonatsvergleich um 0,6% (Oktober: 0,9%).

Weitere Informationen zum VPI und HVPI, HVPI-KS und PIPH sowie zum aktuellen Warenkorb und zur Gewichtung, zur Revision und zu den verketteten Indexreihen finden Sie auf unserer Webseite.

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Methodische Informationen, Definitionen: Im Basisjahr einer Indexperiode wird die durchschnittliche Jahresmesszahl auf 100 normiert. Die Indexreihe wird mit dem Basisjahr bezeichnet, d. h. die durchschnittliche Messzahl des Verbraucherpreisindex 2010 (VPI 2010) beträgt im Jahr 2010 100,0. Der HVPI wird weiterhin auf Basis 2005 veröffentlicht, weil das Basisjahr auf europäischer Ebene erst zu einem späteren Zeitpunkt umgestellt wird. 
Als Inflationsrate wird die durchschnittliche Preisentwicklung im Zwölfmonatsabstand bezeichnet. 
Einfluss = Veränderungsrate x Gewicht der betreffenden Position (vereinfachte Darstellung).  
Der Basiseffekt ist ein statistisches Phänomen und betrifft den Einfluss des vergleichbaren Bezugszeitpunktes (Basis) auf die aktuelle Preisentwicklung. Der Basiseffekt spielt insbesondere bei der Interpretation der Veränderungsraten zum Vorjahr eine Rolle. Die Höhe der Teuerungsrate eines bestimmten Monats hängt nicht nur von der aktuellen Preisentwicklung ab, sondern auch vom Preisniveau des Vorjahres. Gab es in der vergleichbaren Vorjahresperiode einen (vorübergehenden) starken Preisanstieg, so wird die aktuelle Teuerungsrate tendenziell niedriger, gegebenenfalls auch rückläufig ausfallen. Selbst bei unveränderter Preisentwicklung im aktuellen Monat gegenüber dem Vormonat kann die zugehörige Teuerungsrate aufgrund des statistischen Basiseffektes variieren.  
Unterschiede VPI/HVPI: 1) Gewichtungsunterschiede aufgrund der EU-Verordnung Nr. 1114/2010: Seit Jänner 2012 müssen für den HVPI aus Vergleichsgründen die Daten der Konsumrechnung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung als Gewichtung verwendet werden. Dadurch erhielten beispielsweise im HVPI "Bekleidung und Schuhe" ein deutlich höheres Gewicht als im VPI, Pauschalreisen hingegen ein deutlich niedrigeres. 2) Gewichtungsunterschiede aufgrund unterschiedlicher Konzepte: Eigentümergenutztes Wohnen und die motorbezogene Versicherungssteuer sind nur im VPI enthalten. Im HVPI sind Ausgaben für Eigentumswohnungen/Häuser nicht enthalten, die Instandhaltung von Wohnungen ist im HVPI deshalb geringer gewichtet als im VPI. Die Ausgaben ausländischer Touristen sind nur im HVPI enthalten. Deshalb sind Treibstoffe, Flugtickets, Bewirtungs- und Beherbergungsdienstleistungen im HVPI höher gewichtet als im VPI. Bei Versicherungsdienstleistungen werden sowohl im HVPI als auch im VPI die von den Haushalten gezahlten Brutto-Prämien für die monatliche Preismessung herangezogen. In der VPI-Gewichtung sind Versicherungsdienstleistungen mit dem Brutto-Anteil berücksichtigt, im HVPI-Gewichtungsschema abzüglich der Schadenszahlungen der Versicherungen an die privaten Haushalte (Netto-Konzept).  
Saisonale Produkte: Aufgrund der EU-Verordnung Nr. 330/2009 wird für Saisonprodukte wie Obst, Gemüse, Fisch, Bekleidung und Schuhe die Preisentwicklung in den außersaisonalen Zeiträumen mithilfe der durchschnittlichen Preisentwicklung aller Produkte bzw. der restlichen Saisonprodukte derselben Produktgruppe geschätzt. Die Anwendung dieser Methoden ist für den HVPI verpflichtend, für den VPI wird aus Konsistenzgründen analog vorgegangen.

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Volkswirtschaft, Statistik Austria:  
Mag. Michaela BÖTTCHER, Tel. +43 (1) 71128-7187 bzw. michaela.boettcher@statistik.gv.at

 

Tabelle 1: Indexstände und Veränderungsraten für Gesamtindizes und COICOP-Hauptgruppen1)
Index/AggregatVeränderungEinflussIndex
November 
2014/ 
November 
2013
November 
2014/ 
Oktober 
2014
Oktober 
2014/ 
Oktober 
2013
November 
2014/ 
November 
2013
November 
2014/ 
Oktober 
2014
November 
20142)
Oktober 
20143)
+/- %+/- ProzentpunkteBasisjahr 2010
Verbraucherpreisindex 2010 (gesamt)1,70,21,6--110,3110,1
Mikrowarenkorb (täglicher Einkauf; Basis 2010) 1,30,31,4--114,0113,7
Miniwarenkorb (wöchentlicher Einkauf; Basis 2010) 0,6-0,40,9--112,9113,4
Index ohne Saisonwaren 20101,70,21,7--110,5110,3
Index der Saisonwaren 2010-0,12,1-0,8--103,5101,4
Index für den privaten 
Pkw-Verkehr 20105)
0,5-0,70,8--107,7108,5
Preisindex für Pensionistenhaushalte 20106)1,70,11,7--110,9110,8
Harmonisierter Verbraucherpreisindex 20057)1,50,11,4--121,31121,144)
Harmonisierter Verbraucherpreisindex zu konstanten Steuersätzen 20058)1,50,11,3--120,36120,194)
COICOP-Hauptgruppen (VPI) 2010       
01 Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke1,50,21,50,1780,026113,7113,5
02 Alkoholische Getränke und Tabak4,10,14,10,1620,001115,6115,5
03 Bekleidung und Schuhe-1,20,4-1,2-0,0700,029111,7111,2
04 Wohnung, Wasser, Energie1,60,11,50,2770,007111,3111,2
05 Hausrat und laufende Instandhaltung des Hauses 0,80,40,60,0620,029107,3106,9
06 Gesundheitspflege2,20,02,10,110-0,001109,5109,5
07 Verkehr0,4-1,00,90,058-0,136107,1108,2
08 Nachrichtenübermittlung7,80,57,30,1850,011109,7109,2
09 Freizeit und Kultur2,11,71,10,2430,200107,3105,54)
10 Erziehung und Unterricht2,80,02,90,0360,000117,8117,8
11 Restaurants und Hotels3,20,52,80,2740,041112,8112,2
12 Verschiedene Waren und Dienstleistungen1,90,01,80,1850,003110,1110,1

 

Tabelle 2: Wichtigste Preisänderungen im November 2014 gegenüber dem Vorjahr
Indexposition1)Veränderung 
gegenüber 
November 2013
Einfluss auf 
Vorjahresveränderung
+/- %+/- Prozentpunkte
Preistreiber  
Wohnungsmiete (alle Kategorien)5,00,209
Mobiltelefon, Grundentgelt18,70,098
Flugpauschalreisen5,80,082
Zigaretten3,50,074
Festnetz, Gesprächsentgelt11,70,042
Preissenker  
Dieseltreibstoff-5,4-0,133
Heizöl extra leicht / Großabnahme-9,7-0,084
Superbenzin-2,2-0,038
Flachfernseher-8,3-0,037
Vollwaschmittel-9,0-0,021
Tabelle 3: Wichtigste Preisänderungen im November 2014 gegenüber dem Vormonat
Indexposition1)Veränderung 
gegenüber 
Oktober 2014
Einfluss auf  
Vormonatsveränderung
+/- %+/- Prozentpunkte
Preistreiber  
Flugpauschalreisen9,70,126
Schi inkl. Bindung27,80,032
Wohnungsmiete (alle Kategorien)0,60,026
Buspauschalreisen im Ausland5,30,015
Übernachtung im Ausland, Appartement5,00,014
Preissenker  
Superbenzin-3,8-0,062
Städteflug-13,9-0,041
Dieseltreibstoff-1,7-0,039
Flugticket-9,8-0,039
Heizöl extra leicht / Großabnahme-3,5-0,027

 

Tabelle 4: Sonderaggregate des Verbraucherpreisindex 2010 nach COICOP
Sonderaggregate,1) 
Güter und Dienstleistungen
VeränderungEinflussIndex
November 
2014/ 
November 
2013
November 
2014/ 
Oktober 
2014
November 
2014/ 
November 
2013
November 
2014/ 
Oktober 
2014
November 
20142)
Oktober 
20143)
+/- %+/- ProzentpunkteBasisjahr 2010
A,E,F,SGESAMTINDEX (VPI)1,70,2 - -110,3110,1
A,E,FGüter0,40,00,2360,041109,1109,1
A,EIndustriegüter und Energie-0,20,1-0,1040,014107,2107,1
AIndustriegüter0,40,50,1200,142106,2105,7
A1Kurzlebige Industriegüter0,70,10,0800,013108,5108,4
A2Halbdauerhafte Industriegüter-0,41,1-0,0350,110108,9107,7
A3Dauerhafte Industriegüter0,70,20,0760,019101,8101,6
EEnergie-2,5-1,4-0,225-0,128111,0112,6
E1Elektrizität, Gas, feste Brennstoffe, Fernwärme0,80,10,0300,000109,6109,5
E2Mineralölprodukte-5,0-2,7-0,256-0,128112,2115,3
F
Lebensmittel, Tabak, Alkohol2,10,20,3400,027114,3114,1
F1Verarbeitete Lebensmittel und Alkohol2,80,10,3000,000115,3115,2
F2Saisonwaren (Obst, Gemüse, Fisch)1,61,00,0370,025108,9107,8
F3Fleisch- und Wurstwaren0,10,00,0030,002115,0115,0
SDienstleistungen3,20,41,4620,169111,8111,4
S1Verkehrsdienstleistungen3,8-0,40,250-0,028110,7111,2
S2Dienstleistungen zur Wohnung2,80,30,3250,032112,6112,3
S3Reisen und Unterkunft4,93,90,1510,123107,5103,5
S4Restaurants und Dienstleistungen (Freizeit)2,90,40,3630,046113,7113,2
S5Kommunikationsdienstleistungen7,20,00,1620,000111,8111,8
S6Dienstleistungen zu Gesundheit, Erziehung, Sozialschutz sowie sonstige Dienstleistungen2,40,00,212-0,004110,2110,2

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