Pressemitteilung: 10.528-104/13

Strom- und Gastagebuch: Haushaltsgroßgeräte als bedeutendste Stromverbraucher

Wien, 2013-05-17 – 2011 betrug der Anteil der privaten Haushalte am gesamten Stromverbrauch 27,7%. Bei Naturgas lag der Anteil am Energetischen Endverbrauch für 2011 bei 27,1%. Das "Strom- und Gastagebuch" von Statistik Austria liefert mit seinen Erhebungsperioden 2008 und 2012 ein umfassendes Bild über den Strom- und Gaseinsatz österreichischer Haushalte.

Stromkosten aller Haushalte nach Jahresabrechnung

Die österreichischen Haushalte gaben im Jahr 2011 (aktuellste verfügbare Abrechnungsperiode der Haushalte) durchschnittlich 577 Euro (ohne MWSt) für Strom aus. Durch einen gesunkenen Verbrauch an Strom fiel im Vergleich zur Erhebungsperiode 2008 die durchschnittliche Stromrechnung damit um 21 Euro niedriger aus.

Alle Haushalte besitzen einen Kühlschrank, 93% Waschmaschine sowie Fernseher, 82% einen PC oder Laptop

Jeder Haushalt war 2012 mit mindestens einem Kühlschrank ausgestattet, davon 32% in der Energieeffizienzklasse A (2008: 25%). Nur 7% aller Haushalte besaßen keinen Fernseher (2008: 4%). Während der Anteil der Bildröhrenfernseher von 2008 auf 2012 um 40 Prozentpunkte zurückging, stieg der Anteil jener die einen LCD/LED Fernseher besitzen von 19% (2008) auf 58% im Jahr 2012 an. Auch die Anzahl der Haushalte mit einem PC oder Laptop stieg von 2008 auf 2012 um 20 Prozentpunkte.

Beleuchtung: Glühbirne weiterhin dominant

Bei den in den Haushalten vorhandenen Beleuchtungskörpern dominierte die Glühbirne auch 2012 mit einem Anteil von 43%, gefolgt von Niedervolt-Halogenlampen (25%), Energiesparlampen (16%) und Lampen mit LED-Technologie (10%). 2008 betrug der Anteil der Glühbirnen noch 51% und der Anteil der Energiesparlampen 7%.

Stand-by Verbrauch um einen Prozentpunkt gesunken

Der Stand-by Verbrauch betrug 2012 3,2% des gesamten Haushaltsstromverbrauchs; 2008 lag er noch bei 4,2%. Am höchsten war er mit 93 kWh bzw. 2,2% im Bereich Unterhaltungselektronik, das sind 52% des Aktivverbrauchs von 178 kWh.

Bedeutendste Stromverbraucher: Haushaltsgroßgeräte, Kühl-/Gefriergeräte, Warmwasser/Heizung

Ein durchschnittlicher Haushalt verbrauchte 2012 4.187 kWh Strom; 2008 waren dies noch 4.417 kWh. Heizung und Warmwasserbereitung sowie Haushaltsgroßgeräte und Kühl-/Gefriergeräte verbrauchten 2012 gemeinsam etwas über 60% des Haushaltsstromes. Bereits 2008 zählten diese Geräte zu den größten Verbrauchern.

Täglicher Strom- und Gasverbrauch

In der Winterperiode 2012 lag der Stromverbrauch eines Haushaltes an einem durchschnittlichen Tag mit rund 14,1 kWh um 30% höher als in der Sommerperiode mit 9,8 kWh (2008: 14,4 kWh in der Winterperiode und 9,7 kWh in der Sommerperiode). Dabei spielen vor allem die Temperatur sowie die Tageslänge eine entscheidende Rolle. Die größten Verbraucher waren – wie schon 2008 – Heizung, Haushaltsgroßgeräte, Beleuchtung sowie Unterhaltungselektronik.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zum Strom- und Gastagebuch finden Sie auf unserer Webseite.

Methodische Informationen, Definitionen: Das "Strom- und Gastagebuch" ist ein Projekt von Statistik Austria im Auftrag des Bundesministeriums für Land und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft sowie der Energie-Control Austria. Es ist die umfassendste Erhebung zum Strom- und Gaseinsatz der Haushalte in Österreich.  
Erhoben wurde die Ausstattung der Haushalte mit Elektrogeräten ebenso wie Daten zu Heizung, Warmwasser und Beleuchtung. Die Nutzung der Geräte wurde jeweils eine Woche lang protokolliert und dabei auch der Stromzähler täglich abgelesen. Weiters wurde von den Respondenten der spezifische Stromverbrauch diverser Elektrogeräte gemessen. Haushalte mit Erdgasanschluss meldeten auch Daten zum Einsatz von Erdgas für Heizen, Warmwasser und Kochen. 
Für die Verbrauchskategorien Heizung, Warmwasserbereitung, Beleuchtung sowie Haushaltsgroßgeräte und Unterhaltungselektronik wurde der durchschnittliche Stromverbrauch pro Haushalte berechnet. 
Erhebungshintergrund: Primärdatensammlung mit drei Befragungsrunden. Die Teilnahme erfolgte freiwillig; Rücklaufquote: 40%. 
Als Repräsentativitätskriterien für die Hochrechnung wurden die Haushaltsgröße, die Anzahl der Wohnungen im Gebäude sowie der Bildungsstand herangezogen.

Rückfragen zum Thema beantworten in der Direktion Raumwirtschaft, Statistik Austria:  
Mag. (FH) DI Manuela STRASSER, Tel.: +43 (1) 71128-7235 bzw. manuela.strasser@statistik.gv.at  
Dr. Wolfgang BITTERMANN, Tel.: +43 (1) 71128-7315 bzw. wolfgang.bittermann@statistik.gv.at

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