Pressemitteilung: 10.493-069/13

Familien 2012: Jede achte Frau mit Kindern unter 15 Jahren ist Alleinerzieherin

Wien, 2013-03-28 – Insgesamt gibt es in Österreich 2.347.000 Familien, darunter 935.000 Paare ohne im gemeinsamen Haushalt lebende Kinder. So leben in vier von zehn Familien (39,8%) keine Kinder, wie Berechnungen von Statistik Austria auf Basis der Daten des Mikrozensus 2012 ergaben. Bezogen auf alle Frauen mit Kindern unter 15 Jahren versorgt mehr als jede achte Mutter (13,2%) ihre Kinder ohne einen im Haushalt lebenden Partner. Insgesamt sind das rund 99.000 alleinerziehende Mütter. Die ökonomische Notwendigkeit, sich auf dem Arbeitsmarkt zu beteiligen, ist für diese Frauen größer als für jene, die in Partnerschaften leben. So arbeitet jede vierte Alleinerzieherin auf Vollzeitbasis (27,1%), aber nicht einmal jede fünfte Mutter, die mit einem Partner lebt (18,6%).

Mehr kinderlose Familien

Seit dem Jahr 1985 ist die Anzahl der Familien von 2.052.000 auf 2.347.000 im Jahr 2012 angestiegen. Besonders Familien ohne im Haushalt lebende Kinder haben zu diesem Anstieg geführt. Die Zahl der Ehepaare ohne Kinder ist von 606.000 im Jahr 1985 auf 741.000 im Jahr 2012 angewachsen. Diese Entwicklung lässt sich überwiegend durch die Zunahme älterer Ehepaare erklären, deren Kinder den gemeinsamen Haushalt bereits verlassen haben. Eine gegensätzliche Entwicklung zeigt sich bei Ehepaaren mit Kindern unter 15 Jahren: Hier wurde zwischen 1985 und 2012 ein starker Rückgang verzeichnet (1985: 700.000; 2012: 529.000). Die beträchtlich gestiegene Zahl der Lebensgemeinschaften mit Kindern unter 15 Jahren (1985: 21.000; 2012: 122.000) kompensiert diesen Trend nur bis zu einem gewissen Grad und spiegelt die insgesamt niedrigen durchschnittlichen Kinderzahlen der vergangenen Jahrzehnte wider.

Jede achte Frau mit Kindern unter 15 Jahren ist alleinerziehend

In insgesamt 108.000 Familien lebt zumindest ein Kind unter 15 Jahren mit nur einem Elternteil, meistens mit der Mutter (Mütter: 99.000; Väter: 9.000). Mehr als jede achte Frau mit unter 15-jährigen Kindern ist demzufolge alleinerziehend (13,2%); bei Männern mit Kindern dieses Alters ist es nur gut einer von 100 (1,3%). Die Anteile der Alleinerziehenden mit Kindern unter 15 Jahren an allen Familien mit Kindern dieser Altersgruppe blieben dabei zwischen 1985 mit insgesamt 13,6% und 2012 mit 14,2% nahezu unverändert. Bei den alleinerziehenden Müttern schwankten die Anteile dabei zwischen 12 und 14 Prozent, bei den Vätern zwischen einem Prozent und knapp unter zwei Prozent.

Alleinerzieherinnen arbeiten häufiger Vollzeit als Mütter in Paarfamilien

Besonders für Alleinerzieherinnen ist es häufig eine Herausforderung, ein ausreichendes Erwerbseinkommen mit den Kinderbetreuungspflichten zu vereinbaren. So beträgt die aktive Erwerbstätigenquote von Alleinerzieherinnen mit unter 15-jährigen Kindern 71,2%, während nur 66,0% der in Partnerschaft lebenden Mütter aktiv einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Überdies arbeitet jede vierte Mutter ohne Partner auf Vollzeitbasis (27,1%) aber nicht einmal jede fünfte Frau, die mit einem Partner zusammen lebt (18,6%). Für diese Ergebnisse ist die für Alleinerzieherinnen höhere ökonomische Notwendigkeit, sich auf dem Arbeitsmarkt zu beteiligen, verantwortlich. Trotzdem hatten Personen in Ein-Eltern-Haushalten im Jahr 2011 mit 24% ein stark erhöhtes Armutsrisiko gegenüber der Armutsgefährdungsquote von 13% im Bevölkerungsdurchschnitt.

Methodische Informationen, Definitionen: Eine Familie im Sinne der Familienstatistik bilden Ehepaare und Lebensgemeinschaften mit oder ohne (im gemeinsamen Haushalt lebenden) Kind(ern) bzw. Ein-Eltern-Familien.  
Kinder sind in der Definition der Familienstatistik alle mit ihren beiden Eltern oder einem Elternteil im selben Haushalt lebenden leiblichen, Stief- und Adoptivkinder, die ohne eigene Partner im Haushalt leben und selbst noch keine Kinder haben – ohne Rücksicht auf das Alter.  
Armutsgefährdungsquote in Ein-Eltern-Haushalten: Männer und Frauen, deren Haushalt sich aus einer erwachsenen Person und mindestens einem Kind oder abhängigen jungen Erwachsenen unter 27 Jahren zusammensetzt, und deren äquivalisiertes Haushaltseinkommen unterhalb eines festgelegten Schwellenwertes (60% des Medians = Armutsgefährdungsschwelle) liegt, gelten als armutsgefährdet. 2011 lag diese Schwelle für einen Haushalt mit einem Erwachsenen und einem Kind bei 1.386 Euro, wenn das Kind jünger als 14 Jahre ist, bzw. bei 1.599 Euro, wenn das Kind älter ist.

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Bevölkerung, Statistik Austria:  
Mag. Karin KLAPFER, Tel.: +43 (1) 71128-7318 bzw. karin.klapfer@statistik.gv.at

 

Tabelle: Familien 1985 bis 2012
JahrFamilien
ins- 
gesamt
ohne Kindmit zumindest einem Kind unter 15 JahrenFamilien mit Kindern ab 15 Jahren
EhepaareLebens- 
gemein- 
schaften
Ehepaare
Lebens- 
gemein- 
schaften
Alleiner- 
ziehende 
Mütter
Alleiner- 
ziehende 
Väter
in 1.000
19852.052606457002110311566
19862.055607456912210410576
19872.069603526852210211593
19882.07961850687181039593
19892.095633506832010610594
19902.114633576892310311598
19912.118635626922510011594
19922.153637686943110811602
19932.178654726973611317590
19942.2226641126885711310579
19952.223667100686561158590
19962.226669986776311912588
19972.2246811026806311311574
19982.2366951116707010810571
19992.249701119665691119574
20002.265717124647741169577
20012.2667211236367511813581
20022.2717171286267811513594
20032.2867221296317811213601
2004*)2.28270216059410111312601
20052.29271815958610611510598
20062.3117251625861081119610
20072.3157221685751081118624
20082.3267271745591191068633
20092.3357341835571201069626
20102.3347311865381211057646
20112.3427451925351211007642
20122.347741194529122999654

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