Pressemitteilung: 10.362-215/12

Künftig stärkstes Bevölkerungswachstum in Wien; Kärnten verliert an Bevölkerung

Wien, 2012-10-09 – Während die Bevölkerung österreichweit in den nächsten Jahrzehnten stark wächst, sind regional unterschiedliche Entwicklungen zu erwarten. Überdurchschnittlich starkes Bevölkerungswachstum wird von Statistik Austria für Wien und Niederösterreich prognostiziert, Kärnten wird langfristig mit weiteren Bevölkerungsverlusten zu rechnen haben. Die Entwicklungen des Burgenlandes sowie Vorarlbergs entsprechen dem Bundestrend, das Bevölkerungswachstum von Oberösterreich, Tirol und Salzburg sowie der Steiermark fällt hingegen unterdurchschnittlich aus.

Wien wächst durch Zuwanderung und Geburtenüberschüsse

Wien wird das stärkste Bevölkerungswachstum aller neun Bundesländer ausweisen. Grund dafür ist die Zuwanderung: Rund 39% der Immigranten siedeln sich in der Bundeshauptstadt an. Wien verliert zwar Bevölkerung an das Umland, was aber durch Zuwanderung aus anderen Bundesländern weitgehend kompensiert wird. Darüber hinaus sind in Wien jährlich mehr Geburten als Sterbefälle zu erwarten. Somit wächst die Bevölkerung von 1,72 Mio. (2011) bis 2020 auf 1,85 Mio. (+8%) und bis 2030 auf 1,97 Mio. (+15%). In der ersten Hälfte der 2030er-Jahre wird die Bevölkerungszahl laut dieser Prognose zwei Millionen überschreiten und 2060 mit 2,19 Mio. um 27% höher sein als 2011. Niederösterreich wird infolge der Zuwanderung weiter stark an Bevölkerung gewinnen und von 1,61 Mio. (2011) bis 2060 um 17% auf 1,88 Mio. anwachsen. Auf Niederösterreich entfällt damit nach der Bundeshauptstadt Wien das langfristig zweithöchste Bevölkerungswachstum aller Bundesländer.

Das Burgenland wird künftig ebenfalls steigende Bevölkerungszahlen verzeichnen. Bis 2030 wächst die Bevölkerung um 6% und bis 2060 schließlich um 12%. Demnach steigt die Bevölkerungszahl des östlichsten Bundeslandes zwischen 2011 und 2060 von 285.000 auf 319.000 an. Die Bevölkerungszahl von Vorarlberg wird bis 2055 wachsen. Derzeit leben hier 371.000 Menschen. Im Jahr 2030 werden es mit 399.000 um 8%, im Jahr 2055 schließlich mit 413.000 um 11% mehr sein als 2011. 2060 sollte die Bevölkerungszahl dann 412.000 Einwohner betragen.

Oberösterreichs Bevölkerung wird von 1,42 Mio. (2011) auf 1,49 Mio. im Jahr 2030 (+5%) und weiter auf 1,53 Mio. (2050) steigen; dann werden hier um 7% mehr Personen leben als 2011. Bis 2060 sinkt die Bevölkerungszahl des Landes wiederum leicht auf 1,51 Mio. ab. Bis zum Jahr 2030 steigt die Bevölkerungszahl in Tirol um 6%, von derzeit 711.000 (2011) auf 752.000. Ihr Maximum erreicht sie 2048 mit 766.000 (+8%). Bis 2060 sinkt die Einwohnerzahl von Tirol wiederum leicht auf 761.000. Derzeit leben in Salzburg 533.000 Personen. 2030 werden es mit 556.000, 2045 schließlich mit 560.000 jeweils um 4% mehr sein als derzeit. Bis 2060 sinkt die Bevölkerungszahl des Landes wiederum leicht auf 556.000. Ab Mitte der 2020er-Jahre dürfte Salzburg mehr Einwohner als Kärnten zählen und somit zum bevölkerungsmäßig sechstgrößten Bundesland aufsteigen. Bis 2030 steigt die Einwohnerzahl der Steiermark von dzt. 1,21 Mio. auf 1,24 Mio. (+2%) und erreicht im Jahr 2043 mit 1,25 Mio. (+3%) ihr Maximum. Bis 2060 sinkt die Einwohnerzahl der Steiermark wiederum leicht auf 1,23 Mio. ab.

Kärntens Bevölkerungszahl sinkt seit 2009 jährlich um rund 1.000 Einwohner. Die Rückgänge werden sich auch in Zukunft fortsetzen. Die internationale Zuwanderung kann die Binnenwanderungsverluste und die negativen Geburtenbilanzen nicht kompensieren. Bis 2030 sinkt die Bevölkerung um rund 2%, sie wird dann 547.000 gegenüber 558.000 im Jahr 2011 betragen. Bis 2060 wird ein weiteres Absinken auf 511.000 Einwohner errechnet, das ist gegenüber 2011 ein Minus von 8%.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zur Bevölkerungsprognose finden Sie auf unserer Webseite.

Methodische Informationen, Definitionen: Zur Berechnung der Prognose wird der nach Alter und Geschlecht differenzierte Bevölkerungsstand zum 1.1.2012 in die Zukunft fortgeschrieben. Pro Kalenderjahr altern die Bevölkerungsbestände um ein Jahr (die 0-Jährigen werden zu den 1-Jährigen, die 1-Jährigen zu den 2-Jährigen, usw.). Die neuen Geburtsjahrgänge eines Prognosejahres werden mittels altersspezifischer Fertilitätsraten (Lebendgeburten nach Alter der Mutter) errechnet. Die Sterbefälle ergeben sich aus alters- und geschlechtsspezifischen Sterbewahrscheinlichkeiten, die mit den Bevölkerungsständen multipliziert werden. Während sich die internationale Abwanderung aus Raten errechnet, wird die Zuwanderung in Absolutzahlen vorgegeben (ebenfalls jeweils nach Alter und Geschlecht). Die Binnenwanderungen zwischen den neun Bundesländern Österreichs werden mittels richtungsspezifischer Abwanderungsraten berechnet.

Die Bevölkerungsvorausschätzung für Österreich ist die Summe der neun Bundesländerprognosen, die mit einem multiregionalen Prognosemodell erstellt wurden. Die getroffenen Annahmen über die künftige Entwicklung von Fertilität, Mortalität und Migration entsprechen pro Bundesland den aktuellen Niveaus und Trends.

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Bevölkerung, Statistik Austria:  
Mag. Alexander HANIKA, Tel.: +43 (1) 71128-7279 bzw. alexander.hanika@statistik.gv.at

 

Tabelle: Bevölkerungsentwicklung 2011 bis 2060 nach Bundesländern und breiten Altersgruppen
JahrBevölkerung nach breiten Altersgruppen
InsgesamtBis unter 
20 Jahre
20 bis unter 
65 Jahre
65 und 
mehr Jahre
Bis unter 
20 Jahre
20 bis unter 
65 Jahre
65 und 
mehr Jahre
Absolut
In Prozent
Österreich       
20118.420.9001.721.5015.212.9581.486.44120,461,917,7
20309.000.0071.721.1385.116.6482.162.22119,156,924,0
20609.378.2511.743.0734.928.0072.707.17118,652,528,9
Burgenland       
2011285.37753.146176.68555.54618,661,919,5
2030303.04852.352165.49285.20417,354,628,1
2060319.48055.031157.865106.58417,249,433,4
Kärnten       
2011558.056110.382339.784107.89019,860,919,3
2030547.07893.565296.773156.74017,154,228,7
2060510.68184.891252.186173.60416,649,434,0
Niederösterreich       
20111.614.661334.246979.038301.37720,760,618,7
20301.741.660333.350966.935441.37519,155,525,3
20601.882.824353.789956.129572.90618,850,830,4
Oberösterreich       
20111.415.020306.416866.355242.24921,761,217,1
20301.487.852292.313828.454367.08519,655,724,7
20601.513.729287.194773.395453.14019,051,129,9
Salzburg       
2011532.713113.168330.66188.88421,262,116,7
2030556.493103.551316.272136.67018,656,824,6
2060555.94498.375292.014165.55517,752,529,8
Steiermark       
20111.211.506233.721750.069227.71619,361,918,8
20301.237.575218.285698.086321.20417,656,426,0
20601.230.787212.337637.434381.01617,351,831,0
Tirol       
2011711.161151.811443.174116.17621,362,316,3
2030752.393142.498431.236178.65918,957,323,7
2060761.204135.637400.020225.54717,852,629,6
Vorarlberg       
2011370.83386.048227.36357.42223,261,315,5
2030399.07980.746227.37690.95720,257,022,8
2060412.47278.177214.502119.79319,052,029,0
Wien       
20111.721.573332.5631.099.829289.18119,363,916,8
20301.974.829404.4781.186.024384.32720,560,119,5
20602.191.130437.6421.244.462509.02620,056,823,2

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