Pressemitteilung: 9.734-176/10

Im Wiener Umland wächst die Bevölkerungszahl künftig am stärksten

Wien, 2010-08-06 – Die jüngste Bevölkerungsprognose der Statistik Austria zeigt, wie unterschiedlich die demographische Entwicklung in Österreichs Regionen in den kommenden Jahrzehnten verlaufen wird: Die Einwohnerzahl in den Städten und insbesondere in deren Umlandgebieten wird deutlich steigen, wobei der Großraum Wien besondere Dynamik zeigt. Strukturschwache, schwerer erreichbare Regionen werden hingegen an Bevölkerung verlieren.

Wachstum durch Wanderungsgewinne: Wien und Niederösterreich führen Bundeslandvergleich an

Aufgrund des geringen Geburtenniveaus ist internationale Zuwanderung generell der Motor des Bevölkerungswachstums. Wanderungsgewinne (Saldo aus internationaler Zu- und Abwanderung) lagen im Durchschnitt der vergangenen Jahre bei jährlich rund 37.000 Menschen. Die Prognose schreibt diesen Trend auch für die kommenden Jahrzehnte fort und ermittelt, unter der Annahme weiterhin geringer durchschnittlicher Kinderzahlen und steigender Lebenserwartung, einen Anstieg der Bevölkerungszahl Österreichs von 8.355.000 Personen (1.1.2009) auf 9.034.000 im Jahr 2030 (+8%) und auf 9.460.000 im Jahr 2050 (+13%).

Im Bundeslandvergleich ist das größte Bevölkerungswachstum bis 2050 in Wien (+22%) und Niederösterreich (+21%) zu erwarten. Kärnten wird mittelfristig stagnieren und bis 2050 mit leichten Bevölkerungsverlusten zu rechnen haben (-1%). Die künftigen Entwicklungen des Burgenlandes (+14%) sowie von Vorarlberg (+14%) und Tirol (+12%) entsprechen dem Bundestrend, das Bevölkerungswachstum Salzburgs (+7%), Oberösterreichs (+9%) und der Steiermark (+5%) fällt hingegen unterdurchschnittlich stark aus.

Das stärkste Bevölkerungswachstum ist in den Ballungsräumen zu erwarten

Städte und ihre Umlandgebiete, insbesondere der Großraum Wien, werden in Zukunft an Bevölkerung gewinnen, strukturschwache Industrieregionen sowie schwerer erreichbare Bezirke Österreichs werden schrumpfen.

Die relativ stärksten Zuwächse sind im nördlichen und südlichen Wiener Umland zu erwarten: 2030 werden diese beiden Regionen um 21% mehr Bevölkerung zählen als derzeit. Der Suburbanisierungsprozess Wiens reicht bis in das nördliche Burgenland, wo die Bevölkerungszahl bis 2030 um 14% zunehmen wird. Wien selbst wächst im Vergleich dazu bloß um 13%. In der Bundeshauptstadt werden zwar Geburtenbilanz und Wanderungssaldo gegenüber dem Ausland positiv sein, die Stadt hat aber gegenüber ihrem Umland deutliche Binnenwanderungsverluste zu verzeichnen. Auch für die steirischen Landeshauptstadt Graz und ihr Umland wird für die nächsten 20 Jahre ein starkes Bevölkerungswachstum von 15% prognostiziert. Weitere Regionen mit Bevölkerungsgewinnen bis 2030 von über 10% sind Rheintal-Bodensee in Vorarlberg, Linz-Wels in Oberösterreich, Innsbruck (Tirol) und Sankt Pölten (Niederösterreich).

Sowohl der Westen als auch der Osten der Obersteiermark werden auch künftig relativ stark an Bevölkerung verlieren: Geburtendefizite und Binnenwanderungsverluste führen zu einem Rückgang von 8% bis 2030. In Ober- und Unterkärnten sind die Bevölkerungsverluste bis 2030 mit 5% relativ betrachtet etwas geringer als in der Obersteiermark. Im Salzburger Lungau sowie in Osttirol geht die Bevölkerungszahl bis 2030 um 4% zurück.

Der Ausblick auf das Jahr 2050 zeigt im Wesentlichen eine Fortsetzung dieser Trends: Das Wiener Umland wird um über ein Drittel mehr Menschen zählen als heute, während sich in der Obersteiermark, in Ober- und Unterkärnten sowie in Osttirol und im Lungau die Bevölkerungsrückgänge fortsetzen werden.

Weiterführende Informationen: Pressemappe (PDF, 3,5 MB), Bericht (PDF, 11 MB)

Interaktive Karte: Bevölkerungsveränderung von 2009-2050

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Bevölkerung, Statistik Austria:  
Mag. Alexander HANIKA, Tel.: +43 (1) 71128-7279 bzw. alexander.hanika@statistik.gv.at

Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber: 
Bundesanstalt Statistik Österreich, Redaktion: Mag. Beatrix Tomaschek 
1110 Wien, Guglgasse 13, Tel.: +43 (1) 71128-7851, Fax: +43 (1) 71128-7088  
presse@statistik.gv.at © STATISTIK AUSTRIA