Wien, 2009
Bestätigt wurde die konstant hohe Kaufkraft des Euro in vielen unserer Nachbarländer. Wie schon im Vorjahresvergleich bekommt man in den osteuropäischen EU-Ländern, die vor allem bei Kurzurlauben voll im Trend liegen, heuer für sein Euro-Budget zwischen 40 und 65% mehr an Gütern und Dienstleistungen als in Österreich.
In Ungarn befindet sich der Forint (HUF) in einer Abwärtsspirale
gegenüber dem Euro und verlor im Jahresabstand über 18% an Wert. Eine
höhere Inflation von 3% (0,8% in Österreich) bringt insgesamt einen
Euro-Gegenwert von 166 gegenüber 143 im Vorjahr
Die Tschechische Republik auf Rang 3 mit einem Euro-Gegenwert von
153 und die Slowakei
mit 143 Euro auf Rang 5 runden dieses Bild ab. In der Slowakei – dem
16. und jüngsten Mitglied in der Eurozone - bedingte jedoch die Festsetzung
des "Unwiderruflichen Euro-Umrechnungskurses ab 1. Jänner 2009"
gegenüber dem Vergleichkurs der Slowakischen Krone (SKK) aus April
2008
Auch das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland gehört
zu jenen Ländern mit starken Kursverlusten der Landeswährung und damit
zu einem Reiseziel mit potentiellen Kaufkraftgewinnen für österreichische
Touristen. Bei einer gestiegenen Inflation von knapp 3% brach das Pfund
(GBP) im Vergleichszeitraum um 11,5% ein, was Großbritannien mit einem
Gegenwert von 113 Euro gegenüber 103 im Vorjahr
Das beliebte Urlaubsland Kroatien konnte seine Position mit einem Preisniveau von 20% unter dem von Österreich trotz höherer Inflation (knapp 4%) halten und bringt für Urlauber einen Euro-Gegenwert von 124. Ähnliches gilt für die Türkei mit einem Wert von 130 Euro.
Unter den untersuchten 25 Auslandsdestinationen weist wie schon im Vorjahr Mexiko mit einem Euro-Gegenwert von 181 das derzeit niedrigste Preisniveau auf. Bei den meisten Überseedestinationen führte jedoch die Abwertung der europäischen Gemeinschaftswährung gegenüber 2008 zu einem deutlichen Kaufkraftverlust für österreichische Touristen. Die USA verzeichneten eine Aufwertung des US-Dollars von knapp 18% im Jahresabstand gegenüber dem Euro und liegen nun bei einem Gegenwert von 115 gemessen an der heimischen Kaufkraft nach 137 Euro im Vorjahr. Japan verzeichnete sogar eine Aufwertung des Yen um über 20% und liegt nun mit einem Euro-Gegenwert von 86 wieder deutlich unter der magischen Grenze von 100.
Innerhalb der Eurozone bilden derzeit wie im Vorjahr die Reiseziele Irland, mit Abstand vor Frankreich und Belgien, die drei teuersten Plätze; in Deutschland bekommt man für 100 Euro mit 102 knapp mehr als in Österreich.
Durch den Wegfall der Wechselkurseffekte kam es im Euroraum praktisch nur zu marginalen Veränderungen in den relativen Positionen gegenüber Österreich, da auch die Unterschiede in den Inflationsraten eher gering ausfielen.
Das Fazit aus preisstatistischer Sicht: Reisen in östliche Nachbarländer sind für das Urlaubsbudget der Österreicherinnen und Österreicher nach wie vor am attraktivsten, Überseedestinationen wie die USA, Australien (108 Euro) und vor allem Mexiko sind trotz Kursaufwertungen der Nationalwährungen nach wie vor preisattraktiv. Das Urlaubsland "Numero Uno" der österreichischen Bevölkerung, Italien, liegt hinsichtlich des Preisniveaus mit 98 Euro Gegenwert praktisch gleichauf.
Neben der Berücksichtigung der jeweils aktuellen Wechselkurse bei Urlaubsantritt ist weiters zu beachten, dass die hier präsentierten Ergebnisse für den Durchschnitt des jeweiligen Landes gelten. In Ländern mit starken regionalen Preisdifferenzen kann sich das Preisniveau an einem spezifischen Urlaubsort innerhalb des Landes dementsprechend anders darstellen als im Landesdurchschnitt.
| Kaufkraftparitäten (KKP) sind in ihrer einfachsten Form Preisrelationen
für vergleichbare Güter und Dienstleistungen in verschiedenen Ländern
(z.B. Preis für 1 Liter stilles Mineralwasser in Österreich in Euro
– Preis für 1 l stilles Mineralwasser in der Schweiz in Schweizer
Franken – in Slowenien in Euro, etc.). Die KKP stammen aus Erhebungen
im Rahmen eines internationalen Wirtschaftsvergleichsprogramms (European
Comparison Programme) unter der Ägide von EUROSTAT und der OECD, die
Informationen über etwa |
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Weitergehende Informationen finden sich im gleichnamigen Aufsatz in der Mai-Ausgabe der "Statistischen Nachrichten".
Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Volkswirtschaft,
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