Wien, 2008
Die jüngste Studie der Statistik Austria zu EU-SILC 2006 zeigt,
dass die Hälfte der Bevölkerung in einem Haushalt mit einem äquivalisierten
Jahreseinkommen von mehr als
Wie viel Einkommen tatsächlich benötigt wird,
um diesen Lebensstandard zu erreichen, hängt von der Haushaltsgröße
ab. Alleine lebende Personen erreichen den Medianlebensstandard mit
An der Verteilung von Lebensstandardpositionen zeigt
sich das Ausmaß der sozialen Ungleichheit in Österreich. Jene
rund
Als armutsgefährdet gelten Personen mit niedrigem Haushaltseinkommen. Die Schwelle zur Armutsgefährdung liegt bei 60% des Medianeinkommens und beträgt aktuell 893 Euro netto pro Monat. Für jeden weiteren Erwachsenen im Haushalt sind 447 Euro und für jedes Kind 268 Euro hinzuzurechnen. Die Zahl der Armutsgefährdeten in Österreich liegt bei über 1 Million Menschen bzw. rund 13% der Bevölkerung.
Die Erhebung zeigt, dass nahezu ein Viertel aller
Armutsgefährdeten in Österreich unter 20 Jahre alt ist. Hochgerechnet
sind somit etwa
Haushalte mit nur einem Elternteil (28%) sowie Familien mit mehr als zwei Kindern (16%) bzw. Familien mit Kleinkindern (16%) haben erhöhtes Armutsrisiko, besonders dann, wenn Mütter nicht erwerbstätig sind (21%). Auch allein lebende Frauen (26%) sind stärker gefährdet als allein lebende Männer (16%). Personen ohne EU Staatsbürgerschaft zählen zu den am stärksten gefährdeten Gruppen (28%). Hauptrisikofaktor für Armutsgefährdung ist mangelnde oder prekäre Erwerbseinbindung.
Insgesamt sind fast ein Viertel der Bevölkerung bzw. rund
2 Millionen Menschen benachteiligt. Diese Menschen haben in mindestens
einem Lebensbereich mehrfache Probleme: Sie leben in schlechten Wohnungen,
einer belastenden Wohnumwelt, sind gesundheitlich beeinträchtigt oder
können sich benötigte Konsumgüter oder elementare Grundbedürfnisse
nicht leisten Benachteiligungen treten gehäuft bei Armutsgefährdeten
auf: Etwa die Hälfte von ihnen ist betroffen. In einer sogenannten
manifesten Armutslage, bei der Benachteiligungen gleichzeitig mit einem
armutsgefährdenden Einkommen auftreten, leben
Laut der aktuellen Studie der Statistik Austria sind insgesamt
rund
Verfügbares Haushaltseinkommen: Einkommen aus Erwerbsarbeit, Pensionen, Sozialtransfers, Transferleistungen zwischen Haushalten (z.B. Unterhaltszahlungen) und Kapitaleinkommen abzüglich Steuern und sonstiger Abgaben. Die Nettobeträge aller Personen im Haushalt werden über das ganze Jahr summiert.
Äquivalisiertes Einkommen (bedarfsgewichtetes Pro-Kopf-Einkommen) gilt als Maßzahl für den Lebensstandard eines Haushaltes und wird nach der EU-Skala berechnet. Um die finanzielle Situation von Haushalten mit mehreren Personen zu jener von allein lebenden Personen vergleichbar zu machen, wird das insgesamt verfügbare Haushaltseinkommen durch die Summe der Äquivalenzgewichte im Haushalt dividiert (bei einem echten Pro-Kopf-Einkommen würde durch die Haushaltsgröße dividiert). Beim bedarfsgewichteten Pro-Kopf-Einkommen wird jede Erwachsene Person mit dem Wert 0,5 und Kinder unter 14 Jahren mit 0,3 gewichtet. Der Bedarf eines Kindes wird daher mit 60% von dem eines Erwachsenen angenommen. Zusätzlich wird ein Wert von 0,5 für den Grundbedarf jedes Haushalts hinzugezählt.
Mittleres Einkommen: Angegeben ist der Median, also jener Wert, der in der Mitte der Verteilung liegt (50% liegen darüber, 50% darunter).
Armutsgefährdung: Alle Personen, deren jährliches Äquivalenzeinkommen (gewichtetes Pro-Kopf-Einkommen) unterhalb eines festgelegten Schwellenwertes (60% des Medians = Armutsgefährdungsschwelle) liegt, gelten nach europäischer Definition als armutsgefährdet.
Benachteiligung: Personen mit mindestens 2 Problemen in einem dieser Lebensbereiche:
Oder mindestens 3 Problemen in einem dieser Lebensbereiche:
Vier Typen von Armutslagen: Aufgrund von Armutsgefährdung und/oder Benachteiligung lassen sich vier Gruppen in der Gesamtbevölkerung identifizieren:
Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Bevölkerung,
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