Wien, 2009
Dieses Ergebniss zeigt eine heute von der Statistik Austria publizierte Statistik, die erstmals umfassende Ergebnisse zu den sogenannten "Auslandsunternehmenseinheiten" zusammenfasst. Mit ihr sollen Fragen, die vor allem im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Globalisierung diskutiert werden, mit österreich-relevanten Daten hinterlegt werden.
Die Bedeutung des Bereiches der Auslandsunternehmenseinheiten zeigt ein Vergleich mit den entsprechenden Größenordnungen für die österreichische Gesamtwirtschaft.
Während die
Diese hohen Anteile sind einerseits ein Effekt der überdurchschnittlichen Größe dieser Unternehmen, im Durchschnitt weisen sie 57 Beschäftigte je Unternehmen auf, während die gesamtösterreichische Vergleichsmasse nur auf neun Beschäftigte kommt.
Andererseits weisen die auslandskontrollierten Unternehmen auch eine spezifische Wirtschaftsstruktur auf. So reichen die Anteile des ausländisch dominierten Bereichs an der Gesamtbeschäftigung des jeweiligen Wirtschaftsbereiches von nur 1% in der Energie- und Wasserversorgung bis zu 28% in der aufgrund ihres Umfanges besonders bedeutsamen Sachgütererzeugung. In einzelnen Teilbereichen tragen sie bis zu zwei Drittel zur Branchenbeschäftigung bei (Fahrzeugbau: 60%, Herstellung von Chemikalien: 65%).
Die bestimmenden Unternehmenszentralen für auslandskontrollierte Unternehmen in Österreich sitzen in erster Linie in Deutschland (in 42% der Fälle), der Schweiz (13%), den Niederlanden, Italien und den USA (jeweils 6%), dem Vereinigten Königreich (4%) und Frankreich (3%).
Neben ihren inländischen Tätigkeiten erwirtschafteten in Österreich ansässige Unternehmen laut der neuen Statistik durch ihre ausländischen Töchter 2007 Umsätze im Wert von 178 Mrd. Euro (was einem knappen Drittel des heimischen Umsatzes entsprach). Sie waren dabei ebenfalls hauptsächlich in den EU-Ländern vertreten, wobei hier allerdings die "neuen Mitgliedsländer" eine weit wichtigere Rolle spielen, nämlich:
Außerhalb der EU sind österreichische Unternehmen mit Mehrheitsbeteiligungen ebenfalls vor allem im Osten engagiert, und zwar in der Ukraine mit 5% aller Auslandsbeschäftigten, Russland und Kroatien mit jeweils 4%, sowie mit 3% in den USA.
Nach Wirtschaftsbranchen gesehen sind österreichische Unternehmen im Ausland vor allem im Kreditwesen (18%, ebenfalls gemessen an der Beschäftigung), im Einzelhandel (ohne Kfz-Handel und Tankstellen; 10%) und im Großhandel (wiederum ohne Kfz; 7% der Auslandsbeschäftigten) aktiv. Der umfassende Bereich der Sachgütererzeugung bringt es auf insgesamt 44% der Beschäftigten aller österreichischen Tochterunternehmen im Ausland.
Grenzüberschreitende Unternehmensbeteiligungen sind ein wesentlicher Aspekt des Phänomens der (wirtschaftlichen) "Globalisierung". Da auf diesem Gebiet bisher nur sehr unzureichende Datengrundlagen für fundierte Aussagen zur Verfügung standen, wurde auf europäischer Ebene im Jahr 2007 eine Verordnung zur Erstellung von Statistiken zu Auslandsunternehmenseinheiten (multinationale Unternehmen) erlassen.
Diese soll in Zukunft EU-weit vergleichbare Daten zum Thema liefern und bezieht sich einerseits auf Informationen über inländische Unternehmen, die von im Ausland ansässigen Einheiten kontrolliert werden (= "Inward-FATS", FATS steht dabei für "Foreign Affiliates Statistics") und andererseits auf Einheiten im Ausland, die von im Inland ansässigen Einheiten kontrolliert werden (= "Outward-FATS"). Die Statistik ist EU-weit ab dem Berichtsjahr 2007 verpflichtend im jährlichen Rhythmus zu erstellen; die Daten sind 20 Monate nach Ende des Berichtsjahres an das statistische Amt der EG zu übermitteln.
| Methodische Informationen, Definitionen: Die Daten sind Ergebnis
einer engen Zusammenarbeit zwischen Statistik Austria und Oesterreichischer Nationalbank (OeNB). Sie verbindet Informationen
der OeNB (in erster Linie aus deren "Direktinvestitionserhebung";
s. http://www.oenb.at/de/stat_melders/datenangebot/aussenwirtschaft/direktinvestitionen/direktinvestitionen.jsp)
mit Daten der Statistik Austria, hier insbesondere aus dem statistischen
Unternehmensregister, der jährlichen Leistungs- und Strukturerhebung
und der F&E-Erhebung (Erhebungen über Forschung und experimentelle
Entwicklung). Durch diese innovative Methode der Nutzung großteils
bereits vorhandener Informationen wird gewährleistet, dass aus der
Erstellung dieser neuen Statistik nur geringste Belastungen für die
betroffenen Respondenten entstehen. Die Daten zu den österreichischen Tochtergesellschaften im Ausland werden zur Gänze von der OeNB erhoben/erfasst und der Statistik Austria zur Erstellung der "Outward-FATS"-Statistik zur Verfügung gestellt; für die Inward-FATS-Statistik identifiziert die OeNB die Einheiten unter ausländischer Kontrolle, die sodann mit Daten der Statistik Austria aus ihren eigenen Erhebungen ergänzt werden. Ausländische "Kontrolle" von Unternehmen Kontrolle bedeutet in diesem Zusammenhang – entsprechend internationalen Standards – die Möglichkeit, die allgemeine Unternehmenspolitik eines Unternehmens zu bestimmen. Ausländische Kontrolle ist in der Regel der Fall, wenn sich ein Unternehmen im mehrheitlichen Besitz einer Muttergesellschaft mit Sitz im Ausland befindet (= multinationaler Konzern). Dies gilt sowohl für in Österreich ansässige Unternehmen unter ausländischer Kontrolle als auch für Tochtergesellschaften österreichischer Unternehmen im Ausland. |
|---|
Weitere Informationen und umfassendere Ergebnisse stehen auf unserer Homepage unter http://www.statistik.at/web_de/statistiken/unternehmen_arbeitsstaetten/auslandsunternehmenseinheiten/index.html zur Verfügung.
Rückfragen zum Thema beantwortet in der Abteilung Register,
Klassifikationen und Methodik, Statistik Austria: Erich GREUL, Tel.
(01) 71128
Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber:
Bundesanstalt Statistik Österreich, Redaktion: Mag. Beatrix
Tomaschek
1110 Wien, Guglgasse 13, Tel.:
presse@statistik.gv.at © STATISTIK AUSTRIA