Wien, 2009
Jedes Jahr werden im Rahmen von EU-SILC (Statistics on Income
and Living Conditions) mehr als
Die heute veröffentlichte Studie der Statistik Austria zu
EU-SILC 2007 zeigt unter anderem, dass der Medianwert für das äquivalisierte
Jahreseinkommen bei
Als armutsgefährdet gelten Personen mit einem Haushaltseinkommen, das niedriger als 60% des Medianeinkommens ist: Diese Schwelle zur Armutsgefährdung lag bei 912 Euro netto pro Monat für einen Erwachsenen und erhöht sich für jeden weiteren Erwachsenen im Haushalt um 456 Euro und für jedes Kind um 274 Euro.
Laut EU-SILC 2007 lag die Zahl der Armutsgefährdeten in Österreich bei rund einer Million Menschen bzw. rund 12% der Bevölkerung. Die Veränderung gegenüber dem Jahr davor liegt im Bereich der zufälligen Schwankungsbreite. Die Armutsgefährdungsquote für Österreich lag deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 16%. Die angeführten Quoten berücksichtigen die Umverteilungswirkung von Pensionen und Sozialleistungen. Werden nur Erwerbseinkommen, Kapitalerträge und private Transferleistungen eingerechnet, nicht aber Pensionen und Sozialleistungen, so hatten fast 3,6 Millionen Menschen bzw. 43% der Bevölkerung ein Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle.
Nach Berücksichtigung von Sozialleistungen und Pensionen war die Gefährdung im Allgemeinen dann überdurchschnittlich, wenn mehr als zwei Kinder (19%) oder nur ein Elternteil (32%) im Haushalt leben. Menschen mit Behinderung (19%), Personen ohne weiterführenden Schulabschluss (20%) sowie allein lebende Frauen (25%) zählten ebenso wie Personen ohne EU Staatsbürgerschaft (28%) zu den am stärksten gefährdeten Gruppen.
Armutsgefährdung ist umso geringer, je besser das Erwerbspotential
eines Haushalts ausgeschöpft werden kann. Etwa 3,5 Millionen Menschen
bzw. rund 42% der Gesamtbevölkerung lebten laut EU-SILC 2007 in einem
Haushalt, in dem alle Personen im Erwerbsalter überwiegend vollzeiterwerbstätig
sind.
Die Studie der Statistik Austria zeigt, dass es bei lange andauernder
Arbeitslosigkeit besonders schwierig wird, grundlegende Bedürfnisse
zu erfüllen. Rund
Von den im Laufe des ganzen Jahres erwerbstätigen Personen
lebten laut EU-SILC 2007 rund 2% in manifester Armut. Für Personen,
die ein oder mehrere Monate arbeitslos waren, wurde ein erheblich höheres
Risiko für manifeste Armut berechnet (5%
| Methodische Informationen, Definitionen: Verfügbares Haushaltseinkommen: Einkommen aus Erwerbsarbeit, Pensionen, Sozialtransfers, Transferleistungen zwischen Haushalten (z.B. Unterhaltszahlungen) und Kapitaleinkommen abzüglich Steuern und sonstiger Abgaben. Die Nettobeträge aller Personen im Haushalt werden über das ganze Jahr summiert. Äquivalisiertes Einkommen (bedarfsgewichtetes Pro-Kopf-Einkommen) gilt als Maßzahl für den Lebensstandard eines Haushaltes und wird nach der EU-Skala berechnet. Das insgesamt verfügbare Haushaltseinkommen wird dabei durch die Summe der Äquivalenzgewichte im Haushalt dividiert. Jede erwachsene Person wird mit dem Wert 0,5 und Kinder unter 14 Jahren mit 0,3 gewichtet. Zusätzlich wird ein Wert von 0,5 für den Grundbedarf jedes Haushalts hinzugezählt. Medianeinkommen: Jener Wert, der von 50% der Bevölkerung über- und 50%. unterschritten wird. Armutsgefährdung: Alle Personen, deren jährliches Äquivalenzeinkommen (gewichtetes Pro-Kopf-Einkommen) unterhalb eines festgelegten Schwellenwertes (60% des Medians = Armutsgefährdungsschwelle) liegt, gelten nach europäischer Definition als armutsgefährdet. Berechnet wird auch die Zahl jener Personen deren Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle liegt, wenn Sozialleistungen und Pensionen nicht berücksichtigt werden. Manifeste (oder sichtbare) Armut: In einer manifesten Armutslage befinden sich alle armutsgefährdeten Personen, die angeben, sich zwei oder mehr der folgenden Dinge nicht leisten können: - Die Wohnung angemessen warm zu halten - Regelmäßige Zahlungen (Miete, Betriebskosten) rechtzeitig zu begleichen - Notwendige Arzt- oder Zahnarztbesuche in Anspruch zu nehmen - Unerwartete Ausgaben (z.B. für Reparaturen) zu finanzieren - Neue Kleidung zu kaufen - Jeden zweiten Tag Fleisch, Fisch oder eine vergleichbare vegetarische Speise zu essen - Freunde oder Verwandte einmal im Monat zum Essen einzuladen. Gegenüber Vorjahren wurde die Definition in Hinblick auf solche Merkmale präzisiert, die durch eine bessere finanzielle Situation verändert werden können. Weiters wurden nur Merkmale ausgewählt die in einer eigens durchgeführten Befragung von der Mehrheit der als absolute Notwendigkeiten bewertet wurden. Umstrittene Merkmale wie zum Beispiel die Leistbarkeit eines DVD-Players wurden ausgeschieden. Gesundheitliche und wohnungsbezogene fließen ebenfalls nicht mehr in die Definition von manifester Armut ein, werden aber ausführlich in der Studie behandelt. Erwerbstätigkeit: bei EU SILC wird für jedes Monat des Jahres nach der Haupttätigkeit nach eigener Einschätzung gefragt. Als erwerbstätig gelten hier Personen, die mindestens 1 Monat erwerbstätig waren. Berücksichtigt werden selbständige oder unselbständige bzw. Vollzeit- oder Teilzeiterwerbstätigkeiten im Laufe eines Jahres. Erwerbsintensität: Berechnet wird das Verhältnis der im Laufe eines Jahres gearbeiteten Vollzeiterwerbsmonate zur maximaler Zahl der Erwerbsmonate im Haushalt. Dazu wird die Zahl der Personen im Erwerbsalter (20 |
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