Pressemitteilung: 9.724-166/10

Produktionsentwicklung im Sachgüterbereich und Bauwesen im April 2010 positiv; Umsätze +7,7%

Wien, 2010-07-30 – Die 60.689 Unternehmen des gesamten Produzierenden Bereiches (Sachgüterbereich und Bauwesen) erzielten im April 2010 mit 881.418 unselbständig Beschäftigten (-1,3%) Umsätze in der Höhe von 17,9 Mrd. Euro (+7,7%). Rund zwei Drittel des Zuwachses bei der Anzahl der Unternehmen (+4,3% im Vergleich zum Vorjahr) sind auf Bestandsveränderungen bei Arbeitsgemeinschaften des Bauwesens zurückzuführen.

Beginnend mit Berichtsmonat Jänner 2010 hat die Statistik Austria eine methodische Anpassung bei der Berechnung der monatlichen Konjunkturstatistik im Produzierenden Bereich vorgenommen, durch die es möglich wird, 100% des Gesamtumsatzes bzw. der Gesamtproduktion Österreichs – im Gegensatz zur bisherigen Ergebnispräsentation von etwa 90% – und damit alle Unternehmen des Produzierenden Bereichs zu erfassen (siehe methodische Hinweise im letzten Absatz).

Der Sachgüterbereich erzielte auf Betriebsebene mit insgesamt 30.344 Einheiten (+2,4%), in denen 625.121 unselbständig Beschäftigte (-2,2%) arbeiteten, einen abgesetzten Produktionswert von 14,8 Mrd. Euro (+7,8%). Im Bauwesen lag die abgesetzte Produktion der 31.009 Betriebe (+6,0%) bei 2,8 Mrd. Euro (+2,6%).

Die zehn wichtigsten Branchen des Sachgüterbereichs entwickelten sich gegenüber dem Vorjahresmonat wie folgt (siehe Tabelle):

Herstellung von Kraftwagen und -teilen: +44,2% (961,5 Mio. Euro), Metallerzeugung und -bearbeitung: +32,7% (1,1 Mrd. Euro), Herstellung von Holz-, Flecht- Korb- und Korkwaren (ohne Möbel): +18,0% (600,7 Mio. Euro), Energieversorgung: +7,3% (2,4 Mrd. Euro), Herstellung von Metallerzeugnissen: +4,1% (976,2 Mio. Euro), Herstellung von Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden: +3,5% (583,5 Mio. Euro), Maschinenbau: +1,5% (1,2 Mrd. Euro), Herstellung von elektrischen Ausrüstungen: -1,1% (767,3 Mio. Euro), Nahrungs- und Futtermitteln: -3,0% (1,1 Mrd. Euro) sowie Herstellung von chemischen Erzeugnissen: -4,8% (516,3 Mio. Euro).

Die Betriebe der 14 erhobenen Branchen des Sachgüterbereichs verbuchten Ende April 2010 bei Auftragseingängen von 6,9 Mrd. Euro – dies entsprach einem Anstieg von 18,4% im Vergleich zum Vorjahr – Auftragsbestände in Höhe von 31,8 Mrd. Euro (+3,3%).

Im gesamten Bauwesen (Hoch- und Tiefbau einschließlich Baunebengewerbe) erwirtschafteten die 31.009 Betriebe (+6,0%) mit 256.865 unselbständig Beschäftigten (+0,7%) einen Produktionswert von 2,8 Mrd. Euro (+2,6%). Bedingt durch Aktualisierungen im Unternehmensregister sind ab 2010 für den Monat April rund 1.583 Betriebe (Arbeitsgemeinschaften) neu enthalten, die auch in der modellbasierten Datenergänzung (MDE) berücksichtigt werden; dadurch erhöht sich die abgesetzte Produktion um rund 126 Mio. Euro. Ohne Einbeziehung dieser Arbeitsgemeinschaften würde die Veränderung zum Vorjahresmonat bei den Betrieben +0,6% und bei der abgesetzten Produktion -2,1% betragen.

Die Auftragseingänge im Bauwesen lagen Ende April 2010 bei 1,9 Mrd. Euro; das bedeutete ein Plus von 0,6%. Die verfügbaren Auftragsreserven in der Höhe von 8,5 Mrd. Euro lagen zum Monatsende 3,8% unter dem Vorjahresniveau.

Detaillierte Ergebnisse bzw. Informationen zu diesem Thema finden Sie auf unserer Webseite.

Methodische Informationen, Definitionen: Die gegenständlichen Hauptergebnisse basieren zum einen auf den primärstatistischen Daten der Konjunkturerhebung im Produzierenden Bereich, in die – wie bisher – all jene Unternehmen einbezogen werden, die eine Beschäftigtengrenze (20 und mehr Beschäftigte) und/oder eine Umsatzgrenze (eine Mio. Euro und mehr Umsatzerlöse) überschreiten und somit rund 90% des Gesamtumsatzes bzw. der Gesamtproduktion repräsentieren, zum anderen auf einem modellbasierten Ansatz zur Datenergänzung (MDE). Letzterer versucht einerseits die Merkmalszusammenhänge der monatlichen Konjunkturerhebung einzubinden, und andererseits die Informationen aus den verschiedenen Verwaltungsquellen effizient zu nutzen. Dadurch soll die Struktur der Grundgesamtheit der Konjunkturstatistik im Produzierenden Bereich auf Aktivitätsebene als Kombination aus Primärdaten, Sekundärdaten und Modellrechnung dargestellt werden. Detaillierte methodische Beschreibungen finden sich auf der Webseite der Statistik Austria.

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Unternehmen, Statistik Austria:  
Leopold MILOTA, Tel.: +43 (1) 71128-7695 bzw. leopold.milota@statistik.gv.at

 

Tabelle: Ausgewählte Branchen des Sachgüterbereichs - Wert der abgesetzten Produktion
SACHGÜTER 04/2010Produktion insgesamt 
in Mio. Euro
Veränderungen zum 
Vorjahr in %
Sachgüter (insgesamt)14.831,77,8
Darunter
Energieversorgung2.391,77,3
Maschinenbau1.182,91,5
Metallerzeugung und -bearbeitung1.132,632,7
Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln1.057,1-3,0
Herstellung von Metallerzeugnissen976,24,1
Herstellung von Kraftwagen und -teilen961,544,2
Herstellung von elektrischen Ausrüstungen767,3-1,1
Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ohne Möbel)600,718,0
Herstellung von Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden583,53,5
Herstellung von chemischen Erzeugnissen516,3-4,8

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