PRESSEMITTEILUNG: 9.695-137/10

Leichter Rückgang der Inflation im Mai 2010 auf 1,9%

Wien, 2010-06-16 – Die Inflationsrate für Mai 2010 betrug nach Berechnungen der Statistik Austria 1,9% und war damit etwas geringer als in den Vormonaten (jeweils 2,0% im April und März). Maßgeblich beeinflusst wurde sie, wie schon in den vergangenen Monaten, durch Teuerungen bei Mineralölprodukten (+21%). Ohne diese hätte die Mai-Inflationsrate 1,0% betragen.

Der Indexstand des Verbraucherpreisindex 2005 (VPI 2005) für den Monat Mai 2010 betrug 109,7 (Basisjahr 2005). Gegenüber dem Vormonat (April 2010) stieg das durchschnittliche Preisniveau um 0,1%.

Ein Drittel der Inflationsrate durch teurere Treibstoffe verursacht

Als Hauptpreistreiber im Jahresabstand erwies sich die Ausgabengruppe "Verkehr" (durchschnittlich +4,2%; Einfluss: +0,62 Prozentpunkte). Dafür waren in erster Linie die um 19% teureren Treibstoffe verantwortlich. Wartung und Reparaturen von PKW waren im 12-Monatsabstand um insgesamt 3% teurer, PKW durchschnittlich um 2% billiger. Die Preise für Flugtickets gingen um insgesamt 13% zurück.

Zu den durchschnittlichen Preisanstiegen von 2,8% in der Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser und Energie" (Einfluss +0,52 Prozentpunkte) trugen vor allem Teuerungen bei Haushaltsenergie (insgesamt +4,7%; Heizöl +33%, Strom +1%, Gas jedoch -4%) sowie höhere Wohnungsmieten (+4,2%) bei.

In der Ausgabengruppe "Verschiedene Waren und Dienstleistungen" (durchschnittlich +2,6%; Einfluss: +0,27 Prozentpunkte) waren Preisanstiege bei Versicherungsdienstleistungen (durchschnittlich +2,2%) sowie bei Schmuck und Uhren (insgesamt +18%) ausschlaggebend.

Durchschnittlicher Preisanstieg gegenüber April 2010: +0,1%

Die Ausgabengruppe "Freizeit und Kultur" (durchschnittlich +1,3%; Einfluss: +0,15 Prozentpunkte) war Hauptpreistreiber im Monatsabstand. Dazu trugen überwiegend teurere Pauschalreisen (insgesamt +5,4%) bei.

Gegenüber April 2010 war die Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" (durchschnittlich -1,0%; Einfluss: -0,14 Prozentpunkte) Hauptpreisdämpfer. Hier schlugen vor allem saisonbedingt niedrigere Preise für Obst (insgesamt -6%) und Gemüse (insgesamt -5%) durch.

Harmonisierter Verbraucherpreisindex im Mai 2010: +1,7%

Der Indexstand des für die Europäische Währungsunion berechneten Harmonisierten Verbraucherpreisindex 2005 (HVPI 2005) lag im Mai bei 109,63. Die harmonisierte Inflationsrate betrug damit im Jahresvergleich 1,7% (April und März jeweils 1,8%) und war damit etwas niedriger als jene des VPI. Ausschlaggebend für den Unterschied waren Ausgaben für eigentümergenutztes Wohnen, die konzeptgemäß im HVPI nicht inkludiert sind, Versicherungsleistungen, die im HVPI eine geringere Gewichtung aufweisen und damit den HVPI gegenüber dem VPI abschwächten (siehe methodische Informationen). Im Vergleich zum Vormonat ging der HVPI um 0,1% zurück (VPI: +0,1%).

Preisindex für Pensionistenhaushalte im Mai 2010: +2,2%

Die Teuerungsrate des PIPH 2005 betrug im Mai 2010 2,2% (April 2,3%, März 2,1%), der Indexstand lag bei 111,5. Die Differenz zum VPI, der alle österreichischen Haushalte repräsentiert, betrug 0,3 Prozentpunkte und ist überwiegend auf Verteuerungen bei den Sozialschutz- und Krankenhausdienstleistungen sowie bei Heizöl zurückzuführen (jeweils höherer Gewichtsanteil im PIPH). Verteuerungen bei Treibstoffen (geringerer Gewichtsanteil im PIPH) schlugen im PIPH hingegen weniger durch als im VPI.

Weitere Informationen zum VPI und HVPI, HVPI-KS und PIPH sowie zum aktuellen Warenkorb und zur Gewichtung, zur Revision und zu den verketteten Indexreihen finden Sie auf unserer Internetseite.

Den Wertsicherungsrechner mit und ohne Schwellenwertklauseln finden Sie unter: Wertsicherungsrechner

Informationen finden Sie auch in zahlreichen Artikeln in den Statistischen Nachrichten, ausführlich im März 2010.

Methodische Informationen, Definitionen: Im Basisjahr einer Indexperiode wird die durchschnittliche Jahresmesszahl auf 100 normiert. Die Indexreihe wird mit dem Basisjahr bezeichnet, d. h. die durchschnittliche Messzahl des Verbraucherpreisindex 2005 (VPI 2005) beträgt im Jahr 2005 100,0. 
Als Inflationsrate wird die durchschnittliche Preisentwicklung im 12-Monatsabstand bezeichnet.  
Einfluss = Veränderungsrate x Gewicht der betreffenden Position.  
Konzeptunterschiede VPI/HVPI: Eigentümergenutztes Wohnen ist nur im VPI enthalten, die Ausgaben ausländischer Touristen nur im HVPI. Preismessung von Versicherungsleistungen: Sowohl im HVPI als auch im VPI werden die von den Haushalten gezahlten Brutto-Prämien für die monatliche Preismessung herangezogen. In der VPI-Gewichtung sind Versicherungsleistungen mit dem Brutto-Anteil berücksichtigt, im HVPI-Gewichtungsschema abzüglich der Schadenszahlungen der Versicherungen an die privaten Haushalte (Netto-Konzept).

 

Tabelle 1: Indexstände und Veränderungsraten für Gesamtindizes und COICOP-Hauptgruppen1)
Index/AggregatVeränderungEinflussIndex
Mai 
2010/ 
Mai 
2009
Mai 
2010/ 
April 
2010
April 
2010/ 
April 
2009
Mai 
2010/ 
Mai 
2009
Mai 
2010/ 
April 
2010
Mai 
20102)
April 
20103)
+/- %+/-  
Prozentpunkte
Basisjahr 2005
VPI-Gesamtindex 20051,90,12,01,8570,068109,7109,6
Harmonisierter Index 20055)1,7-0,11,81,7-0,1109,63109,69
Harmonisierter Index zu konstanten Steuersätzen 20056)1,7-0,11,81,7-0,1109,36109,434)
Preisindex für Pensionistenhaushalte 20057)2,20,12,32,1450,054111,5111,4
Index für den privaten 
PKW-Verkehr 20058)
5,00,25,60,6840,015109,5109,3
Index ohne Saisonwaren1,80,21,91,7390,188109,5109,3
Index der Saisonwaren7,2-6,513,40,118-0,120119,9128,3
COICOP-Hauptgruppen       
01 Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke0,0-1,00,6-0,001-0,140113,2114,4
02 Alkoholische Getränke und Tabak2,60,52,10,0740,016112,0111,4
03 Bekleidung und Schuhe1,0-0,31,50,060-0,013110,6110,9
04 Wohnung, Wasser, Energie2,80,32,70,5220,054117,1116,7
05 Hausrat und laufende Instandhaltung des Hauses 1,40,12,30,1120,005108,6108,5
06 Gesundheitspflege1,40,01,60,0690,000108,6108,6
07 Verkehr4,20,15,00,6220,007108,0107,9
08 Nachrichtenübermittlung1,40,01,40,0310,00087,387,3
09 Freizeit und Kultur0,71,30,00,0730,148100,098,7
10 Erziehung und Unterricht-5,3-0,1-5,2-0,0530,00092,892,9
11 Restaurants und Hotels1,1-0,31,10,082-0,017111,4111,7
12 Verschiedene Waren und Dienstleistungen2,60,12,50,2670,009113,6113,5
Tabelle 2: Wichtigste Preisänderungen im Mai 2010 gegenüber Vorjahr
IndexpositionVeränderung 
gegenüber 
Mai 2009
Einfluss auf 
Vorjahresveränderung
+/- %+/- Prozentpunkte
Preistreiber  
Dieseltreibstoff19,50,341
Mobiltelefon, Grundentgelt55,10,244
Superbenzin18,80,230
Heizöl extra leicht/Großabnahme33,30,217
Wohnungsmiete (alle Kategorien)4,20,169
Preissenker  
Mobiltelefon, Gesprächsentgelt-38,3-0,222
PKW, Neuwagen-1,9-0,085
Kindergartengebühr
-41,2-0,071
Flugticket-12,9-0,067
Städteflug-7,4-0,048
Tabelle 3: Wichtigste Preisänderungen im Mai 2010 gegenüber Vormonat
IndexpositionVeränderung 
gegenüber 
April 2010
Einfluss auf  
Vormonatsveränderung
+/- %+/- Prozentpunkte
Preistreiber  
Flugpauschalreisen5,10,080
Städteflug8,60,046
Dieseltreibstoff1,10,022
Heizöl extra leicht/Großabnahme2,00,017
Übernachtung im Ausland (Appartement)5,60,017
Preissenker  
Pfirsiche, Nektarinen-28,6-0,065
Häuptelsalat-23,3-0,036
Eissalat-32,2-0,029
Hotelzimmer mit Frühstück 4* oder 5*-7,7-0,022
PKW, Neuwagen-0,4-0,015
Tabelle 4: Sonderaggregate des Verbraucherpreisindex 2005 nach COICOP
Sonderaggregate, 1) 
Güter und Dienstleistungen
VeränderungEinflussIndex
Mai 
2010/ 
Mai 
2009
Mai 
2010/ 
April 
2010
Mai 
2010/ 
Mai 
2009
Mai 
2010/ 
April 
2010
Mai 
20102)
April 
20103)
+/- %+/-  
Prozentpunkte
Basisjahr 2005
A,E,F,SGESAMTINDEX (VPI)1,90,11,8570,068109,7109,6
A,E,FGüter2,3-0,11,269-0,070111,2111,3
A,EIndustriegüter und Energie3,00,11,1960,054110,5110,4
AIndustriegüter0,90,00,3180,004107,9107,9
A1Kurzlebige Industriegüter1,80,20,1740,017115,9115,7
A2Halbdauerhafte Industriegüter1,1-0,20,104-0,021107,1107,3
A3Dauerhafte Industriegüter0,30,00,0390,008102,3102,3
EEnergie10,60,50,8780,050120,6120,0
E1Elektrizität, Gas, feste Brennstoffe, Fernwärme0,00,00,0030,002118,9118,9
E2Mineralölprodukte21,31,00,8760,048122,1120,9
F
Lebensmittel, Tabak, Alkohol0,5-0,80,072-0,124113,0113,9
F1Verarbeitete Lebensmittel und Alkohol-0,40,2-0,0440,012112,7112,5
F2Saisonwaren (Obst, Gemüse, Fisch)3,7-4,20,093-0,115117,8123,0
F3Fleisch- und Wurstwaren0,8-0,80,023-0,021109,8110,7
SDienstleistungen1,30,30,5880,138107,8107,5
S1Verkehrsdienstleistungen1,5-0,20,108-0,010104,1104,3
S2Dienstleistungen zur Wohnung2,40,20,2750,020112,6112,4
S3Reisen und Unterkunft-1,93,0-0,0810,11296,994,1
S4Restaurants und Dienstleistungen (Freizeit)1,60,20,1710,019113,1112,9
S5Kommunikationsdienstleistungen1,70,00,0340,00089,289,2
S6Dienstleistungen zu Gesundheit, Erziehung, Sozialschutz sowie sonstige Dienstleistungen0,9-0,10,081-0,003109,7109,8

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Volkswirtschaft, Statistik Austria: Mag. Michaela BOETTCHER, Tel. (01) 71128-7187 bzw. michaela.boettcher@statistik.gv.at

Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber: 
Bundesanstalt Statistik Österreich, Redaktion: Mag. Beatrix Tomaschek 
1110 Wien, Guglgasse 13, Tel.: +43 (1) 71128-7851, Fax: +43 (1) 71128-7088  
presse@statistik.gv.at © STATISTIK AUSTRIA