9.602-044/10
Wien, 2010-02-26
– Die Inflationsrate
für Jänner 2010 betrug nach Berechnungen der Statistik Austria
1,2% (Dezember 1,0%, November 0,7%). Damit setzte sich der Aufwärtstrend
der vergangenen Monate fort. Hauptverantwortlich für diese dennoch
moderate Inflationsrate war die Entwicklung der Treibstoffpreise, die
im Jahresabstand 15% über dem Niveau des Vorjahresmonats lagen. Ohne
diesen Anstieg hätte die Inflationsrate nur 0,7% betragen. Zweitwichtigster
Preistreiber waren Ausgaben für Wohnen. Hauptpreisdämpfer waren die
Ausgaben für Nahrungsmittel.
Der Indexstand des Verbraucherpreisindex 2005 (VPI 2005) für den
Monat Jänner 2010 betrug 107,9 (Basisjahr 2005). Gegenüber dem Vormonat
(Dezember 2009) fiel das durchschnittliche Preisniveau um 0,3%.
Die harmonisierte Inflationsrate (HVPI 2005) für den Monat Jänner
2010 betrug 1,2% (Dezember 1,1%, November 0,6%), der Indexstand des
HVPI (Basisjahr 2005) lag im Jänner 2010 bei 108,09.
Inflationsanalyse: Vergleich zu Jänner 2009
Hauptpreistreiber im Jahresabstand (+0,55 Prozentpunkte) war die Ausgabengruppe
"Verkehr" (durchschnittlich +3,7%). Verantwortlich dafür
waren in erster Linie die Treibstoffpreise, die im Jänner um durchschnittlich
15% höher als vor einem Jahr waren. Im Jänner 2009 waren sie auf das
niedrigste Niveau seit dem Frühjahr 2005 gefallen, nachdem sie im Sommer
2008 ihre Höchststände erreicht hatten. Wartung und Reparaturen von
PKW verteuerten sich insgesamt um 3%. Flugtickets kosteten im Jahresabstand
jedoch um 5% weniger.
Die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser und Energie"
(+0,40 Prozentpunkte) verzeichnete durchschnittliche Preisanstiege von
2,0%. Ausschlaggebend dafür waren vorwiegend höhere Wohnungsmieten
(+5,6%). Die Preise für die Instandhaltung von Wohnungen stiegen durchschnittlich
um 2,1%. Ausgaben für Haushaltsenergie stiegen im 12-Monatsabstand
hingegen kaum (insgesamt +0,4%), da höhere Heizölpreise (+14%) durch
gesunkene Gaspreise (-11%) kompensiert wurden. Die Strompreise stiegen
moderat (+1%).
In der Ausgabengruppe "Verschiedene Waren und
Dienstleistungen" (durchschnittlich +3,0%; +0,30 Prozentpunkte)
schlugen vor allem teurere Versicherungsdienstleistungen zu Buche (durchschnittlich
+2,5%). Die Preise für Schmuck und Uhren stiegen durchschnittlich um
12%, jene für Körperpflege durchschnittlich um 2,2%.
Stärkster Preisdämpfer im Jahresabstand war die
Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke"
(durchschnittlich -1,6%; -0,20 Prozentpunkte), wo vor allem Molkereiprodukte
und Eier (insgesamt -2%) sowie Fleisch und Fleischwaren (insgesamt -1%)
billiger wurden. Die Preise für Obst sanken insgesamt um 2%, jene für
Gemüse um 5%.
In der Ausgabengruppe "Erziehung und Unterricht"
(-0,20 Prozentpunkte) führte der teilweise Wegfall der Studiengebühren
(-68%) und die Realisierung des Gratiskindergartenjahres (-41%) insgesamt
zu durchschnittlichen Preisreduktionen von 16,0%.
Kurzfristanalyse: -0,3% gegenüber Dezember 2009
Der bei weitem stärkste Preisdämpfer im Monatsabstand (-0,60
Prozentpunkte) war die Ausgabengruppe "Bekleidung und Schuhe"
(durchschnittlich -10,9%). Zurückzuführen war dies nahezu ausschließlich
auf den saisonalen Effekt des Winterschlussverkaufes, insbesondere bei
Bekleidung. Gegenüber Dezember 2009 wurden Bekleidungsartikel insgesamt
um 13%, Schuhe um 5% billiger.
Ebenfalls preisdämpfend wirkte im Monatsabstand
die Ausgabengruppe "Freizeit und Kultur" (durchschnittlich
-1,4%; -0,15 Prozentpunkte). Dazu trugen hauptsächlich die Pauschalreisen
bei, die im Monatsabstand um 6,0% billiger waren.
Hauptpreistreiber im Monatsabstand war die Ausgabengruppe
"Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" (durchschnittlich
+1,2%; +0,15 Prozentpunkte). Dies wurde überwiegend durch saisonbedingt
höhere Preise für Obst (insgesamt +12%) und Gemüse (insgesamt +4%)
verursacht.
In der Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser und
Energie" (+0,10 Prozentpunkte) stiegen die Preise durchschnittlich
um 0,4%, wofür zum größten Teil Teuerungen beim Heizöl (+5%) verantwortlich
waren.
Der harmonisierte Verbraucherpreisindex 2005 (HVPI 2005) im Jänner
2010: +1,2%
Der Indexstand des für die Europäische Währungsunion berechneten Harmonisierten Verbraucherpreisindex
2005 (HVPI 2005) lag im Jänner bei 108,09. Die HVPI-Inflationsrate betrug 1,2% und war damit
genauso hoch wie jene des VPI. Im HVPI sind die Ausgaben für eigentümergenutztes
Wohnen nicht enthalten, ihre derzeitigen Preisanstiege wirkten daher
nur auf den VPI preistreibend. Teuerungen bei Versicherungsleistungen
dämpften aufgrund konzeptueller Unterschiede (wesentlich geringerer
Ausgabenanteil im HVPI; siehe methodische Informationen) den HVPI zusätzlich.
Preistreibend auf den HVPI wirkten hingegen Preissteigerungen in der
Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels", da der HVPI die Ausgaben
von Touristen in Österreich beinhaltet.
Der Preisindex für Pensionistenhaushalte 2005 (PIPH 2005) im Jänner
2010: +1,6%
Die Teuerungsrate des PIPH 2005 betrug im Jänner 2010 1,6% (Dezember
1,5%, November 0,9%), der Indexstand lag bei 109,7. Die Differenz
zum VPI, der alle österreichischen Haushalte repräsentiert, betrug
0,4 Prozentpunkte. Aufgrund ihres geringeren Gewichtsanteils im PIPH
wirkten die Preissenkungen bei Studien- und Kindergartengebühren, bei
technischen Geräten für die Freizeit, bei Pauschalreisen, sowie bei
Flugtickets nicht so stark preisdämpfend wie im VPI und erhöhten dadurch
den PIPH. Aufgrund ihres höheren Gewichtsanteils im PIPH erwiesen sich
Verteuerungen bei den Sozialschutz- und Krankenhausdienstleistungen
als starke PIPH-Preistreiber. Die derzeitigen Preisanstiege beim Heizöl
wirkten zusätzlich preistreibend auf den PIPH, da Heizöl im PIPH höher
als im VPI gewichtet ist. Die aktuellen Verteuerungen bei Treibstoffen
schlugen wegen ihres geringeren Gewichtsanteils im PIPH weniger durch
als im VPI. Die deutlichen Preissteigerungen für Wohnungsmieten dämpften
zusätzlich den PIPH aufgrund ihrer geringeren Gewichtung gegenüber
dem VPI.
Methodische Informationen, Definitionen: Im Basisjahr einer
Indexperiode wird die durchschnittliche Jahresmesszahl auf 100 normiert.
Die Indexreihe wird mit dem Basisjahr bezeichnet, d.h. die durchschnittliche
Messzahl des Verbraucherpreisindex 2005 (VPI 2005) beträgt im Jahr
2005 100,0.
Als Inflationsrate wird die durchschnittliche
Preisentwicklung im 12-Monatsabstand bezeichnet.
Preismessung von Versicherungsleistungen: Sowohl im HVPI als auch
im VPI werden die Brutto-Prämien, welche von den Haushalten gezahlt
werden, für die monatliche Preismessung herangezogen. In der Gewichtung
des VPI sind Versicherungsleistungen mit dem Brutto-Anteil berücksichtigt.
Im HVPI-Gewichtungsschema werden jedoch die Schadenszahlungen der Versicherungen
an die privaten Haushalte von den Brutto-Prämienzahlungen abgezogen.
Daher sind Versicherungsleistungen nur mit dem Netto-Anteil berücksichtigt. |
|---|
| COICOP-Gruppen | Index | Veränderung (+/- %) |
|---|
Jänner
20102) | Dezember
20093) | Jänner
2010/
Dezember
2009 | Jänner
2010/
Jänner
2009 | Dezember
2009/
Dezember
2008 |
|---|
| Basisjahr
2005 | +/-% |
|---|
| 01 | Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke | 113,6 | 112,2 | 1,2 | -1,6 | -1,9 |
|---|
| 02 | Alkoholische Getränke und Tabak | 109,1 | 108,9 | 0,2 | 0,3 | 0,6 |
|---|
| 03 | Bekleidung und Schuhe | 98,1 | 110,1 | -10,9 | 0,1 | 0,2 |
|---|
| 04 | Wohnung, Wasser,
Energie | 115,7 | 115,2 | 0,4 | 2,0 | 2,4 |
|---|
| 05 | Hausrat und laufende Instandhaltung des Hauses | 107,7 | 108,0 | -0,3 | 1,9 | 2,5 |
|---|
| 06 | Gesundheitspflege | 107,8 | 106,9 | 0,8 | 2,3 | 1,9 |
|---|
| 07 | Verkehr | 105,6 | 105,1 | 0,5 | 3,7 | 2,5 |
|---|
| 08 | Nachrichtenübermittlung | 86,8 | 86,3 | 0,6 | 1,0 | 0,5 |
|---|
| 09 | Freizeit und Kultur | 97,6 | 99,0 | -1,4 | 0,1 | 0,0 |
|---|
| 10 | Erziehung und Unterricht | 92,5 | 92,0 | 0,5 | -16,0 | -16,3 |
|---|
| 11 | Restaurants und Hotels | 111,8 | 112,3 | -0,4 | 1,1 | 1,1 |
|---|
| 12 | Verschiedene Waren und Dienstleistungen | 112,7 | 111,5 | 1,1 | 3,0 | 3,2 |
|---|
| | VPI-Gesamtindex 2005 | 107,9 | 108,2 | -0,3 | 1,2 | 1,0 |
|---|
| | Index ohne Saisonwaren | 107,7 | 108,2 | -0,5 | 1,3 | 1,2 |
|---|
| | Index der Saisonwaren | 119,7 | 108,9 | 9,9 | -4,3 | -7,6 |
|---|
| | Index für den privaten
Pkw-Verkehr 20054) | 106,6 | 106,1 | 0,5 | 4,1 | 3,2 |
|---|
| | Preisindex für Pensionistenhaushalte 20055) | 109,7 | 109,8 | -0,1 | 1,6 | 1,5 |
|---|
| | Harmonisierter Index 20056) | 108,09 | 108,57 | -0,4 | 1,2 | 1,1 |
|---|
| | Harmonisierter Index zu konstanten Steuersätzen 20057) | 107,86 | 108,32 | -0,4 | 1,2 | 1,1 |
|---|
|
| Jahr/Monat | Basisjahr
2005 | +/-
% zu Vorjahr | +/-%
zu Vormonat | |
|---|
| Jänner
09 | 106,81 | 1,2 | -0,6 | |
|---|
| Februar
09 | 107,33 | 1,4 | 0,5 | |
|---|
| März
09 | 107,52 | 0,6 | 0,2 | rev. |
|---|
| April
09 | 107,71 | 0,5 | 0,2 | |
|---|
| Mai
09 | 107,79 | 0,1 | 0,1 | rev. |
|---|
| Juni
09 | 107,68 | -0,3 | -0,1 | rev. |
|---|
| Juli
09 | 107,24 | -0,4 | -0,4 | rev. |
|---|
| August
09 | 107,69 | 0,2 | 0,4 | rev. |
|---|
| September
09 | 107,90 | 0,0 | 0,2 | |
|---|
| Oktober
09 | 108,02 | 0,1 | 0,1 | rev. |
|---|
| November
09 | 108,24 | 0,6 | 0,2 | |
|---|
| Dezember
09 | 108,57 | 1,1 | 0,3 | |
|---|
| Jahr 2009 | 107,71 | 0,4 | | |
|---|
| Jänner
10 | 108,09 | 1,2 | -0,4 | vorl. |
|---|
|
| Indexpositionen | Veränderung
gegenüber Dezember 2009 | Einfluss
auf Vormonatsveränderung |
|---|
| +/-
% |
|---|
| Pfirsiche,
Nektarinen | 129,4 | 0,100 |
|---|
| Mobiltelefon,
Grundentgelt | 10,7 | 0,059 |
|---|
| Private
Krankenversicherung | 2,3 | 0,043 |
|---|
| Heizöl
extra leicht/Großabnahme | 5,3 | 0,039 |
|---|
| Dieseltreibstoff | 1,4 | 0,026 |
|---|
| CD,
Hitparade | 14,2 | 0,020 |
|---|
| Herrenanzug | -12,7 | -0,020 |
|---|
| Herrenhemd | -11,9 | -0,023 |
|---|
| Herrenpullover/-weste | -15,7 | -0,023 |
|---|
| PKW,
Neuwagen | -0,8 | -0,031 |
|---|
| Übernachtung
im Ausland (Appartement) | -8,7 | -0,031 |
|---|
| Damenbluse | -15,7 | -0,033 |
|---|
| Herrenjacke | -22,3 | -0,034 |
|---|
| Damenpullover | -21,2 | -0,042 |
|---|
| Damenjacke | -23,9 | -0,049 |
|---|
| Mobiltelefon,
Gesprächsentgelt | -10,7 | -0,050 |
|---|
| Damenhose | -19,6 | -0,053 |
|---|
| Damenshirt | -15,9 | -0,058 |
|---|
| Flugpauschalreisen | -8,1 | -0,143 |
|---|
|
| Indexpositionen | Veränderung gegenüber
Jänner 2009 | Einfluss
auf
Vorjahresveränderung |
|---|
| +/-
% |
|---|
| Superbenzin | 21,3 | 0,236 |
|---|
| Wohnungsmiete
(alle Kategorien) | 5,6 | 0,221 |
|---|
| Mobiltelefon,
Grundentgelt | 39,5 | 0,176 |
|---|
| Dieseltreibstoff | 8,7 | 0,154 |
|---|
| Heizöl
extra leicht/Großabnahme | 14,0 | 0,095 |
|---|
| Normalbenzin | 21,3 | 0,089 |
|---|
| Isolierglaskippfenster | 12,1 | 0,067 |
|---|
| Halskette | 20,3 | 0,056 |
|---|
| Betriebskosten,
Mietwohnung | 2,4 | 0,055 |
|---|
| Private
Krankenversicherung | 2,3 | 0,043 |
|---|
| Pflegeheime | 3,7 | 0,042 |
|---|
| Teilkaskoversicherung | 7,6 | 0,036 |
|---|
| Tageszeitungen | 5,5 | 0,030 |
|---|
| Wohnungsreinigung | 5,6 | 0,029 |
|---|
Haftpflichtversicherung
| 2,4 | 0,023 |
|---|
| Heizlüfter/Klimagerät | 28,7 | 0,021 |
|---|
Seniorenheim
| 2,9 | 0,020 |
|---|
| Notebook | -21,4 | -0,020 |
|---|
| Ziegelstein | -5,0 | -0,022 |
|---|
| Damenpullover | -12,6 | -0,023 |
|---|
| Flugticket | -5,3 | -0,028 |
|---|
| Kosten
für Eigentumswohnung | -8,4 | -0,029 |
|---|
| Hochschrank
(für Kühlschrank) | -27,4 | -0,030 |
|---|
| Damenhose | -12,5 | -0,032 |
|---|
| Häuptelsalat | -23,8 | -0,046 |
|---|
| PKW,
Neuwagen | -1,3 | -0,054 |
|---|
Kindergartengebühr
| -40,9 | -0,072 |
|---|
| Flugpauschalreisen | -4,3 | -0,073 |
|---|
| Gas,
Arbeitspreis | -11,7 | -0,101 |
|---|
| Studiengebühr | -68,3 | -0,126 |
|---|
| Mobiltelefon,
Gesprächsentgelt | -27,7 | -0,162 |
|---|
|
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