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Erzeugerpreise der Industrie im Juli 2009 deutlich gesunken: -3,4% gegenüber Vorjahresmonat

Wien, 2009-09-18 – Der Index der Erzeugerpreise der Industrie, EPI 2005, erreichte im Juli 2009 nach Mitteilung der Statistik Austria 105,6 Punkte und fiel damit gegenüber Juli 2008 um beachtliche 3,4%. Seit Bestehen der Statistik im Jahr 1996 ist dies der höchste Rückgang der Erzeugerpreise. Im Juni 2009 lag die Jahresveränderungsrate bei –2,3% und im Mai 2009 bei –1,5%. Gegenüber dem Vormonat Juni 2009 fiel der Index um 0,5%.

Veränderungen von Juli 2009 gegenüber Juli 2008

Die Jahresveränderungsrate wurde im Juli 2009 maßgeblich durch den enormen Rückgang der Energiepreise beeinflusst. Diese fielen gegenüber dem Vorjahresmonat um beachtliche 13,0%. Im Juni 2009 lag die Jahresveränderungsrate für Energie bei –10,0% und im Mai 2009 bei –8,4%. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise wäre der Index im Durchschnitt um 1,4% gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken. Die Preise für Dienstleistungen der Wärme- und Kälteversorgung verbilligten sich um 11,4% und jene für elektrischen Strom und Dienstleistungen der Elektrizitätsversorgung um 1,3%.

Im Jahresabstand stark gefallen sind ebenfalls die Preise für Vorleistungsgüter, sie wurden im Schnitt um 5,2% billiger (Juni 2009: –4,1%, Mai 2009: –3,0%). Die höchsten Preisrückgänge wurden im Bereich der Metallerzeugung und –bearbeitung (–15,7%) sowie der chemischen Industrie (–10,2%) beobachtet. Sonstige Erzeugnisse der ersten Bearbeitung aus Eisen und Stahl um verbilligten sich 26,8%, Stahlrohre, Rohrform-, Rohrverschluss- und Rohrverbindungsstücke aus Stahl um 23,4%, Roheisen, Stahl und Ferrolegierung sanken um 18,5% sowie NE-Metalle und Halbzeug daraus um 11,7%. Bei den chemischen Erzeugnissen fielen die Preise für chemische Grundstoffe, Düngemittel und Stickstoffverbindungen, Kunststoffe in Primärform und synthetischer Kautschuk in Primärform um 17,7% und für Chemiefasern um 8,4%.

Weitere nennenswerte Preisrückgänge bei den Vorleistungsgütern gab es für feuerfeste keramische Werkstoffe und Waren (–7,3%), Futtermittel (–6,3%), Mahl- und Schälmühlenerzeugnisse (–5,7%), Kunststoffwaren (–4,6%) sowie für Papier, Karton- und Pappwaren (–2,7%).

Im Jahresvergleich gestiegen sind hingegen die Preise für sonstige Porzellan- und keramische Erzeugnisse (+4,7%), Zement, Kalk und gebrannter Gips (+4,6%), elektronische Bauelemente und Leiterplatten (+3,6%) sowie für die Produktgruppe „Holz, gesägt und gehobelt“ (+3,0%).

Die Jahresteuerungsrate für Gebrauchsgüter lag im Juli 2009 bei 1,9% (Juni 2009: +1,7%, Mai 2009: +2,0%). Teuerungen gab es hier vor allem bei den Preisen für Möbel. Küchenmöbel waren um 6,9% teurer als im Vergleichsmonat des Vorjahres, Büro- und Ladenmöbel stiegen um 3,8% sowie Matratzen um 3,6%. Die Preise für Musikinstrumente erhöhten sich um 5,0%.

Preisrückgänge verzeichneten bei den Gebrauchsgütern die Geräte der Unterhaltungselektronik (–3,7%) sowie Haushaltsgeräte (–0,2%).

Verbrauchsgüter verbilligten sich gegenüber Juli 2008 um 1,1% (Juni 2009: –0,8%, Mai 2009: –0,4%). Am stärksten gesunken sind die Preise für Nahrungsmittel. Pflanzliche und tierische Öle und Fette fielen um 22,7%, Milch und Milcherzeugnisse um 7,2%, Obst- und Gemüseerzeugnisse um 6,3% sowie haltbar gemachtes Fleisch und Fleischerzeugnisse um 2,8%.

Gestiegen sind bei den Verbrauchsgütern hingegen die Preise für Seifen, Wasch-, Reinigungs- und Köperpflegemittel (+16,7%), Traubenwein (+3,6%), pharmazeutische Grundstoffe (+2,8%) sowie für Bekleidung (+1,4%).

Veränderungen von Juli 2009 gegenüber Juni 2009

Im Vergleich zum Vormonat erhöhten sich die Erzeugerpreise im Juli 2009 im Bereich der Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ohne Möbel) um 0,5% sowie der Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen um 0,3%. Wesentliche Preissenkungen gab es in der Metallerzeugung und –bearbeitung (–1,6%) sowie der Energieversorgung (–0,8%).

Industrieller Erzeugerpreisindex1) (Gesamtindex) 2005=100
  Basisjahr 2005% Vormonat/ 
-periode
% Vorjahresmonat/ 
-periode
2008Jänner106,60,93,2
 Februar106,70,13,5
 März107,10,42,9
1. Quartal 2008  106,81,33,2
 April107,40,33,3
 Mai107,70,33,3
 Juni108,60,84,0
2. Quartal 2008 107,91,03,5
1. Halbjahr 2008 107,4-3,4
 Juli109,30,64,3
 August109,2–0,14,2
 September109,70,54,6
3. Quartal 2008 109,41,43,7
 Oktober109,70,04,2
 November108,6–1,02,9
 Dezember107,4–1,11,7
4. Quartal 2008 108,6–0,73,0
Jahresdurchschnitt 2008 108,2-3,5
2009Jänner107,50,10,8
 Februar107,3–0,20,6
 März107,0–0,3–0,1
1. Quartal 2009 107,3–1,20,5
 April105,7–1,2–1,6
 Mai106,10,4–1,5
 Juni*)106,10,0–2,3
2. Quartal 2009*) 106,0–1,2–1,8
1. Halbjahr 2009*) 106,6-–0,7
 Juli*)105,6–0,5–3,4
Methodische Informationen, Definitionen: Im Basisjahr einer Indexperiode wird die durchschnittliche Jahresmesszahl auf 100 normiert. Die Indexreihe wird mit dem Basisjahr bezeichnet, d.h. die durchschnittliche Messzahl des Index der Erzeugerpreise der Industrie 2005 beträgt im Jahr 2005 100,0.

Nähere Informationen zum Erzeugerpreisindex für Sachgüter erhalten Sie im Ergebnisteil unter http://www.statistik.at/web_de/statistiken/preise/erzeugerpreisindex_sachgueter/index.html. Rückfragen richten Sie bitte direkt an Mag. Ingrid Vrabec, Direktion Volkswirtschaft, Statistik Austria, unter Tel. (01) 711 28-8103 bzw. ingrid.vrabec@statistik.gv.at

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