9.474-192/09
Wien, 2009-09-16
– Die Inflationsrate
für August 2009 betrug nach Berechnungen der Statistik Austria
0,3%. Damit zeigte die Teuerung nach dem zweimonatigen Sommertief wieder
einen Aufwärtstrend und erreichte die Rate des Monats Mai. Nachwievor
wirkten die Treibstoff- und Heizölpreise als Triebkraft für die Gesamtteuerungsentwicklung.
Aufgrund ihres kontinuierlichen Anstiegs in den letzten Monaten verringerte
sich der 12-Monatsabstand zum hohen Preisniveau des Vorjahres, was sich
weniger dämpfend als bisher auf die Inflation auswirkte und die Teuerungsrate
wieder in den Plusbereich zurückführte. Ohne diesen Effekt hätte
die August-Inflationsrate 1,5% betragen. Hauptpreistreiber waren Ausgaben
für die Instandhaltung von Wohnungen.
Der Indexstand des Verbraucherpreisindex 2005 (VPI 2005) für den
Monat August 2009 betrug 107,7 (Basisjahr 2005). Gegenüber dem Vormonat
(Juli 2009) stieg das durchschnittliche Preisniveau um 0,4%.
Die harmonisierte Inflationsrate (HVPI 2005) für den Monat August
2009 betrug 0,1% (Juli -0,4%, Juni -0,3%, Mai 0,1%), der Indexstand des
HVPI (Basisjahr 2005) lag im August 2009 bei 107,67 (Juli 107,24 revidiert).
Inflationsanalyse: Vergleich zu August 2008
Die Ausgabengruppe "Verkehr" (durchschnittlich -5,4%)
erwies sich als Hauptpreisdämpfer im Jahresabstand. Ausschlaggebend
waren vor allem die Treibstoffe, die insgesamt um 19% unter dem Vorjahresniveau
lagen (Dieseltreibstoff -24%, Superbenzin -13%, Normalbenzin -14%). Die
Preise für Flugtickets waren um 22% billiger als im August 2008. Wartung
und Reparaturen von PKW verteuerten sich hingegen insgesamt um 4%.
Nach den Teuerungsschüben im Jahr 2008 wirkte die
Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke"
(durchschnittlich -0,6%) im 12-Monatsabstand leicht preisdämpfend. Bei
den Nahrungsmitteln wurden Verbilligungen bei Obst (insgesamt -11%),
Molkereiprodukten und Eiern (insgesamt -3%) durch Preisanstiege bei Fleisch
und Fleischwaren (insgesamt +1%) sowie bei Zucker, Marmelade, Honig,
Süßwaren (insgesamt +4%) nahezu ausgeglichen.
Hauptpreistreiber im Jahresabstand war die Ausgabengruppe
"Wohnung, Wasser und Energie" (durchschnittlich +1,9%). Hauptverantwortlich
dafür waren Preisanstiege bei der Instandhaltung von Wohnungen (durchschnittlich
+5,4%), insbesondere Verteuerungen beim Material für die Instandhaltung
und Reparatur von Wohnungen (insgesamt +6%; Isolierglaskippfenster +17%,
Zement +11%, Hydratkalk +9%). Wohnungsmieten verteuerten sich durchschnittlich
um 5,3%. Haushaltsenergie verbilligte sich insgesamt um 3,0%, wobei
die starken Rückgänge beim Heizöl (-31%) durch Verteuerungen für
Strom (+5%) und Gas (+9%) nur teilweise kompensiert wurden.
Durchschnittliche Verteuerungen von 3,4% in der
Ausgabengruppe "Verschiedene Waren und Dienstleistungen" wurden
vor allem von deutlichen Preisanstiege für Versicherungsleistungen
verursacht (durchschnittlich +3,3%; Haushaltsversicherungen insgesamt
+5%, private Krankenversicherungen sowie Kraftfahrzeugversicherungen
jeweils insgesamt +3%). Die Preise für Körperpflege waren durchschnittlich
um 3,1% höher (Massage +9%).
In der Ausgabengruppe "Hausrat und laufende
Instandhaltung des Hauses" (durchschnittlich +2,9%) stiegen vor
allem Preise für Möbel und Einrichtungsgegenstände (durchschnittlich
+4%; Sitzgarnitur +6%, Schlafzimmermöbel +5%). Waren und Dienstleistungen
im Haushalt waren um durchschnittlich 3,1% teurer als vor einem Jahr
(Dienstleistung Wohnungsreinigung +4%; Geschirrspülmittel +7%).
Als zusätzlicher Preistreiber im 12-Monatsabstand
erwies sich die Ausgabengruppe "Bekleidung und Schuhe" (durchschnittlich
+4,9%), in der vor allem Bekleidung teurer wurde (durchschnittlich +6%;
Damenjacke +19%, Herrenjacke +24%). Zurückzuführen ist dies darauf,
dass in diesem Jahr bereits ein erheblicher Teil der Herbst/Winterkollektion
in den Geschäften verkauft wurde, zudem war weniger Schlussverkaufsware
im Angebot als im August 2008.
Kurzfristanalyse: +0,4% gegenüber Juli 2009
Eindeutiger Hauptpreistreiber im Monatsabstand war die Ausgabengruppe
"Bekleidung und Schuhe" (durchschnittlich +4,1%). Dies kann
fast ausschließlich auf das Eintreffen der Herbst/Winterkollektion
bei Bekleidung (insgesamt +5%) zurückgeführt werden (Damenjacke +15%,
Damenshirt +7%, Damenmantel +32%, Herrenpullover/-weste +17%, Herrenjacke
+8%). Auch bei Schuhen (insgesamt +1%; Damenstiefeletten +29%) machte
sich bereits der Kollektionswechsel bemerkbar.
Hauptverantwortlich für den durchschnittlichen
Preisanstieg von 0,6% in der Ausgabengruppe "Verkehr" waren
überwiegend die starken Teuerungen bei Treibstoffen (insgesamt +2%;
Dieseltreibstoff, Superbenzin, Normalbenzin jeweils +2%), aber auch
Flugtickets (+4%) wurden teurer.
Die durchschnittlichen Preisanstiege in der Ausgabengruppe
"Wohnung, Wasser und Energie" (+0,4%) konnten wiederum zum
größten Teil durch den Anstieg der Heizölpreise (+8%) erklärt werden.
Als leichter Preisdämpfer erwies sich die Ausgabengruppe
"Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" (durchschnittlich
-0,2%). Ausschlaggebend dafür war die Preisentwicklung bei Obst und
Gemüse, das saisonbedingt im Durchschnitt jeweils um 2% billiger wurde
(Trauben -19%; Zwiebeln -16%, Kartoffeln -10%).
In der Ausgabengruppe "Freizeit und Kultur"
(durchschnittlich -0,1%) schlugen am Ende der traditionellen Hauptreisesaison
die sinkenden Preise bei Pauschalreisen durch (insgesamt -1,6%; Flugpauschalreisen
-2%).
Der harmonisierte Verbraucherpreisindex 2005 (HVPI 2005) im August
2009: +0,1%
Der Indexstand des für die Europäische Währungsunion berechneten Harmonisierten Verbraucherpreisindex
2005 (HVPI 2005) betrug im August 107,67 (Juli 107,24 revidiert).
Die Inflationsrate des HVPI verzeichnete mit 0,1% einen deutlichen Anstieg
(Juli -0,4%). Sie war aber weiterhin etwas niedriger als jene des VPI.
Hauptverantwortlich für den Unterschied gegenüber dem VPI sind die
Ausgaben für eigentümergenutztes Wohnen, welche im HVPI nicht enthalten
sind, im VPI aber als Hauptpreistreiber wirkten. Da Versicherungsleistungen,
die im VPI deutliche Teuerungen aufwiesen, aufgrund konzeptueller Unterschiede
mit einem wesentlich geringeren Ausgabenanteil im HVPI berücksichtigt
werden, dämpften sie den HVPI zusätzlich (siehe methodische Informationen).
Nur teilweise kompensiert werden konnte dies durch die derzeitigen Preissteigerungen
in der Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels", die deutlich
preistreibend auf den HVPI wirkten, da er die Ausgaben von Touristen
in Österreich inkludiert.
Der Preisindex für Pensionistenhaushalte 2005 (PIPH 2005) im August
2009: +0,7%
Die Teuerungsrate des PIPH 2005 betrug im August 2009 0,7%
(Juli 0,1%, Juni 0,6%, Mai 0,7%), der Indexstand lag bei 109,1. Die
Differenz zum VPI, der alle österreichischen Haushalte repräsentiert,
betrug 0,4 Prozentpunkte. Der Unterschied kam durch Preissenkungen bei
Treibstoffen aber auch bei technischen Geräten für die Freizeit sowie
für Pauschalreisen zustande, die aufgrund ihres geringeren Gewichtsanteils
im PIPH nicht so stark preisdämpfend wirkten wie im VPI. Zusätzlich
erwiesen sich Verteuerungen bei den Sozialschutzdienstleistungen und
bei der Körperpflege im PIPH als deutlich stärkere Preistreiber als
im VPI. Stärker preisdämpfend als im VPI wirkten beim HVPI jedoch
die Preisreduktionen bei Heizöl.
Methodische Informationen, Definitionen: Im Basisjahr einer
Indexperiode wird die durchschnittliche Jahresmesszahl auf 100 normiert.
Die Indexreihe wird mit dem Basisjahr bezeichnet, d.h. die durchschnittliche
Messzahl des Verbraucherpreisindex 2005 (VPI 2005) beträgt im Jahr
2005 100,0.
Als Inflationsrate wird die durchschnittliche Preisentwicklung
im 12-Monatsabstand bezeichnet.
Preismessung von Versicherungsleistungen: Sowohl im HVPI als auch
im VPI werden die Brutto-Prämien, welche von den Haushalten gezahlt
werden, für die monatliche Preismessung herangezogen. In der
Gewichtung des VPI sind Versicherungsleistungen mit dem Brutto-Anteil
berücksichtigt. Im HVPI-Gewichtungsschema werden jedoch die Schadenszahlungen
der Versicherungen an die privaten Haushalte von den Brutto-Prämienzahlungen
abgezogen. Daher sind Versicherungsleistungen nur mit dem Netto-Anteil
berücksichtigt, welcher niedriger ist als der entsprechende Brutto-Anteil. |
|---|
| COICOP-Gruppen | Index | Veränderung (+/- %) |
|---|
August
20092) | Juli
20093) | August
2009/
Juli
2009 | August
2009/
August
2008 | Juli
2009/
Juli
2008 |
|---|
| Basisjahr
2005 | +/-% |
|---|
| 01 | Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke | 111,7 | 111,9 | -0,2 | -0,6 | -0,4 |
|---|
| 02 | Alkoholische Getränke und Tabak | 109,0 | 109,0 | 0,0 | 0,7 | 0,8 |
|---|
| 03 | Bekleidung und Schuhe | 97,2 | 93,4 | 4,1 | 4,9 | 0,5 |
|---|
| 04 | Wohnung, Wasser, Energie | 114,5 | 114,04) | 0,4 | 1,9 | 1,1 |
|---|
| 05 | Hausrat und laufende Instandhaltung des Hauses | 107,3 | 107,1 | 0,2 | 2,9 | 2,8 |
|---|
| 06 | Gesundheitspflege | 106,8 | 106,9 | -0,1 | 1,8 | 1,8 |
|---|
| 07 | Verkehr | 105,3 | 104,7 | 0,6 | -5,4 | -6,8 |
|---|
| 08 | Nachrichtenübermittlung | 86,0 | 86,0 | 0,0 | -0,3 | -2,2 |
|---|
| 09 | Freizeit und Kultur | 101,5 | 101,6 | -0,1 | -0,5 | -0,5 |
|---|
| 10 | Erziehung und Unterricht | 98,0 | 98,0 | 0,0 | -11,9 | -11,9 |
|---|
| 11 | Restaurants und Hotels | 113,4 | 112,6 | 0,7 | 2,3 | 2,1 |
|---|
| 12 | Verschiedene Waren und Dienstleistungen | 110,9 | 110,9 | 0,0 | 3,4 | 3,4 |
|---|
| | VPI-Gesamtindex 2005 | 107,7 | 107,3 | 0,4 | 0,3 | -0,3 |
|---|
| | Index ohne Saisonwaren | 107,8 | 107,4 | 0,4 | 0,4 | -0,2 |
|---|
| | Index der Saisonwaren | 99,5 | 101,9 | -2,4 | -7,4 | -8,0 |
|---|
| | Index für den privaten
Pkw-Verkehr 20055) | 105,9 | 105,4 | 0,5 | -5,0 | -6,9 |
|---|
| | Preisindex für Pensionistenhaushalte 20056) | 109,1 | 108,7 | 0,4 | 0,7 | 0,1 |
|---|
| | Harmonisierter Index 20057) | 107,67 | 107,244) | 0,4 | 0,1 | -0,4 |
|---|
| | Harmonisierter Index zu konstanten Steuersätzen 20058) | 107,42 | 106,994) | 0,4 | 0,2 | -0,4 |
|---|
|
| Jahr/Monat | Basisjahr
2005 | +/-
% zu Vorjahr | +/-%
zu Vormonat | |
|---|
| Jänner
08 | 105,58 | 3,1 | -0,3 | rev. |
|---|
| Februar
08 | 105,90 | 3,1 | 0,3 | |
|---|
| März
08 | 106,86 | 3,5 | 0,9 | |
|---|
| April
08 | 107,15 | 3,4 | 0,3 | rev. |
|---|
| Mai
08 | 107,72 | 3,7 | 0,5 | rev. |
|---|
| Juni
08 | 108,02 | 4,0 | 0,3 | rev. |
|---|
| Juli
08 | 107,70 | 3,8 | -0,3 | |
|---|
| August
08 | 107,51 | 3,6 | -0,2 | rev. |
|---|
| September
08 | 107,93 | 3,7 | 0,4 | rev. |
|---|
| Oktober
08 | 107,89 | 3,0 | 0,0 | rev. |
|---|
| November
08 | 107,61 | 2,3 | -0,3 | |
|---|
| Dezember
08 | 107,44 | 1,5 | -0,2 | |
|---|
| Jahr 2008 | 107,28 | 3,2 | | |
|---|
| Jänner
09 | 106,81 | 1,2 | -0,6 | |
|---|
| Februar
09 | 107,33 | 1,4 | 0,5 | |
|---|
| März
09 | 107,52 | 0,6 | 0,2 | rev. |
|---|
| April
09 | 107,71 | 0,5 | 0,2 | |
|---|
| Mai
09 | 107,79 | 0,1 | 0,1 | rev. |
|---|
| Juni
09 | 107,68 | -0,3 | -0,1 | rev. |
|---|
| Juli
09 | 107,24 | -0,4 | -0,4 | rev. |
|---|
| August
09 | 107,67 | 0,1 | 0,4 | vorl. |
|---|
|
| Indexpositionen | Veränderung
gegenüber Juli 2009 | Einfluss
auf Vormonatsveränderung |
|---|
| +/-
% |
|---|
| Heizöl
extra leicht/Großabnahme | 8,4 | 0,056 |
|---|
| Dieseltreibstoff | 2,0 | 0,035 |
|---|
| Übernachtung
im Ausland (Appartement) | 7,0 | 0,033 |
|---|
| Wohnungsmiete
(alle Kategorien) | 0,7 | 0,030 |
|---|
| Superbenzin | 2,0 | 0,025 |
|---|
| Damenjacke | 14,8 | 0,023 |
|---|
| Damenshirt | 7,1 | 0,021 |
|---|
| Flugticket | 3,8 | 0,020 |
|---|
| Herrenpullover/-weste | 16,9 | 0,019 |
|---|
| Damenmantel | 31,7 | 0,018 |
|---|
| Damenstiefeletten | 28,6 | 0,016 |
|---|
| Betriebskosten,
Mietwohnung | 0,6 | 0,014 |
|---|
| Damenbluse | 8,7 | 0,014 |
|---|
| Bohnenkaffee | 3,8 | 0,012 |
|---|
| Gartenpflanze | 6,0 | 0,011 |
|---|
| Erdbeeren | 17,1 | 0,010 |
|---|
| Normalbenzin | 2,0 | 0,010 |
|---|
| Toastschinken | 3,5 | 0,010 |
|---|
| Notebook | -11,3 | -0,010 |
|---|
| Brennholz | -2,5 | -0,012 |
|---|
| Kartoffeln | -9,7 | -0,014 |
|---|
| Zwiebeln | -16,4 | -0,014 |
|---|
| Trauben | -19,0 | -0,015 |
|---|
| Flugpauschalreisen | -2,1 | -0,048 |
|---|
|
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