Wien, 2009
Auch 2008 stiegen die Steuereinnahmen des Staates noch an
Der Großteil der Staatsausgaben wird in Österreich für Soziales und Gesundheit aufgewandt. 2008 wurden außerordentliche Ausgaben in den Kategorien "Verteidigung" und "Wirtschaftliche Angelegenheiten" verzeichnet, die auf die Anschaffung der Eurofighter und auf einen Kapitaltransfer an die Austrian Airlines zurückzuführen sind.
Den Einnahmen des Staates 2008 in der Höhe von 136,47 Mrd. €
Im Detail betrachtet gingen das Defizit des Bundes
und der Sozialversicherung zurück (um 270 Mio. € bzw. 180 Mio.
€). Der Überschuss der Länder stieg um 90 Mio. €, der der Gemeinden
(einschließlich Wien) fiel hingegen um 150 Mio. €. 2008 standen den
Gemeinden 1,11 Mrd. € bzw. 5,4% mehr Einnahmen zur Verfügung als
im Jahr zuvor. Die Ausgabenseite wuchs jedoch mit
Der öffentliche Schuldenstand, der im Jahr 2001 noch 67,1% betrug und bis 2007 auf 59,5% schrumpfte – das erste Mal übrigens seit 1992 unter 60% – stieg 2008 wieder auf 62,6% an. Grund dafür war das im vierten Quartal 2008 beschlossene "Bankenpaket", das Zahlungen zur Eigenkapitalstärkung an Banken umfasst. Wie die ersten zwei Quartale des Jahres 2009 zeigen, wird sich der Schuldenstand auch in diesem Jahr deutlich erhöhen.
Die Einnahmenseite des Staates wird von den Steuereinnahmen und Tatsächlichen Sozialbeiträgen mit mehr als 91% dominiert. Österreichs Steueraufkommen stieg 2008 gegenüber dem Vorjahr um 6,1% oder 4,6 Mrd. €, die Tatsächlichen Sozialbeiträge liegen um 4,6% oder 1,8 Mrd. € über dem Vorjahreswert.
Beachtlich ist die 2008 stark gewachsene Kategorie der "Einkommensteuern"
Ein Ausblick auf die ersten beiden Quartale des Jahres 2009 ergibt jedoch ein anderes Bild. Im Vergleich zu den ersten zwei Quartalen des Jahres 2008 gibt es starke Einbrüche in der Kategorie "Einkommensteuern" (1. und 2. Quartal 2009: –12,7%). Darin spiegeln sich die Lohnsteuerreform 2009, die Rückgänge von zu versteuernden Einkommen der Kapitalgesellschaften (Körperschaftsteuer) sowie geringere Kapitalerträge aus Dividenden (Kapitalertragsteuern) wider.
Insgesamt fließen 2008 rund 90,9% der gesamten Staatsausgaben in fünf Aufgabenbereiche. Die größte Ausgabenposition des Staates ist mit Abstand der Bereich "Soziales", für den 56,4 Mrd. € bzw. 40,9% der Gesamtausgaben aufgewandt werden. Dahinter folgen die Bereiche "Gesundheitswesen" mit 21,8 Mrd. € bzw. 15,8% und "Allgemeine öffentliche Verwaltung" mit 18,3 Mrd. € bzw. 13,3%. Der Bereich "Bildungswesen" hat mit 15 Mrd. € bzw. 10,9% einen fast ebensogroßen Anteil an den Ausgaben wie der Bereich "Wirtschaftliche Angelegenheiten" mit 13,7 Mrd. € bzw. 10% der Gesamtausgaben des Staates. Bereichsübergreifend beträgt der Personalaufwand des Staates 19%.
Die Aufgabenbereiche "Verteidigung" mit
Zusätzliche Informationen und detaillierte Tabellen finden Sie unter folgendem link:
| Methodische Informationen, Definitionen: Die Staatseinnahmen und -ausgaben werden nach dem Europäischen System für Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen (ESVG 95) kategorisiert. Nach dieser Klassifikation werden Defizit/Finanzierungssaldo und Schuldenstand des Staates berechnet. Österreichs Steuereinnahmen werden klassifiziert nach Gütersteuern, Sonstige Produktionsabgaben, Einkommensteuern, Sonstige direkte Steuern und Abgaben und Vermögenswirksame Steuern. Die Staatsausgaben werden gemäß ESVG 95 auch nach Aufgabenbereichen (nach COFOG: "Classification of the Functions of Government") ausgewiesen. |
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