Pressemitteilung: 9.704-146/10

Öffentlicher Schuldenstand 1. Quartal 2010: 66,6% des BIP

Wien, 2010-06-30 – Nach neuesten Berechnungen von Statistik Austria betrug die Staatsverschuldung mit 31.3.2010 185,5 Mrd. Euro oder 66,6% des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Damit liegt die Staatsverschuldung um 0,3 Mrd. Euro unter dem Vorjahresquartalswert, was jedoch einem Anstieg des Schuldenstandes in der Höhe von 0,2 Prozentpunkten des BIP entspricht. Diese gegensätzliche Entwicklung – Rückgang der öffentlichen Verschuldung in absoluten Zahlen bei einem gleichzeitigen Anstieg in Prozent des BIP – ist durch einen noch deutlicheren Rückgang des BIP im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise zu erklären. Von der Art der Verschuldung entfielen Ende März 2010 161 Mrd. Euro auf Anleihen und 24,5 Mrd. Euro auf Kredite. Die Entwicklung des vierteljährlichen Schuldenstandes lässt sich aus folgender Grafik ablesen:

QGD_PM_Q1_2010.jpg

Im Vergleich zum Vorquartal war die größte Steigerung mit 1,082 Mrd. Euro beim Bund zu finden, während die Länder einen Anstieg von 906 Mio. Euro verzeichneten. Der öffentliche Schuldenstand der Gemeinden erhöhte sich vom 4. Quartal 2009 bis 1. Quartal 2010 um 426 Mio. Euro, während die Verbindlichkeiten der Sozialversicherungsträger (im Wesentlichen kurzfristige Kredite zur Zwischenfinanzierung von Pensionszahlungen) um 971 Mio. Euro zurückgingen.

 

Tabelle: Vierteljährlicher öffentlicher Schuldenstand vom 1. Quartal 2009 bis 1. Quartal 2010
Quartal/ Jahrin Mio. €in % des BIPDifferenz zum Vorquartal
in Mio. €in Prozentpunkten
Q1/2009185.84066,49,33,8
Q2/2009
189.30268,23,51,8
Q3/2009
184.95066,8-4,4-1,3
Q4/2009184.10566,4-0,8-0,4
Q1/2010185.54866,61,40,2

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zur Staatsverschuldung finden Sie auf unserer Webseite.

Methodische Informationen, Definitionen: Der Schuldenstand und der vierteljährliche öffentliche Schuldenstand werden in Übereinstimmung mit der EU-RatsVO Nr.475/2000 und EU_RatsVO Nr.1222/2004 respektive berechnet. Anknüpfungspunkt für die Klassifikationen in diesen Ratsverordnungen ist dabei das Europäische System für Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen (ESVG 95). Die Gebietskörperschaften umfassen die ihnen zugeordneten Kammern, Fonds und ausgegliederte Einheiten. Der Beitrag der einzelnen Teilsektoren wird um die intergovernmentalen Schulden bereinigt.

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Volkswirtschaft, Statistik Austria:  
Mag. Tommaso GERSTGRASSER, Tel.: +43 (1) 71128-7238 bzw. tommaso.gerstgrasser@statistik.gv.at

Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber: 
Bundesanstalt Statistik Österreich, Redaktion: Mag. Beatrix Tomaschek 
1110 Wien, Guglgasse 13, Tel.: +43 (1) 71128-7851, Fax: +43 (1) 71128-7088  
presse@statistik.gv.at © STATISTIK AUSTRIA