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UVA-Statistik: Ein neues Produkt der Statistik Austria

Wien, 2009-12-04 – Ab Dezember 2009 bietet Statistik Austria die UVA-Statistik an, eine Statistik der von den Unternehmen bei der Finanzverwaltung eingereichten Umsatzsteuervoranmeldungen (UVA). Diese Statistik, wichtig für Wirtschaftsforschung, Finanzverwaltung, Finanzpolitik und Medien, wird quartalsweise jeweils im 4. auf das Berichtsquartal folgenden Monat erstellt. Sie ist wegen ihrer hohen Aktualität ein wichtiges Element der Umsatzsteuerstatistik.

Im 2. Quartal 2009 meldeten 365.422 Steuerpflichtige einen steuerbaren Umsatz von 134,3 Mrd. €. Verglichen mit dem Vorjahr ging der steuerbare Umsatz damit um 10,8% zurück. Der steuerpflichtige Umsatz betrug 93,3 Mrd. € und ging um 7,6% zurück.

Die vierteljährliche UVA-Statistik

Seit dem Jahr 2003 sind Unternehmen ab einem bestimmen Vorjahresumsatz – derzeit liegt die Umsatzgrenze bei 100.000 € – verpflichtet, eine Aufstellung ihrer Umsätze und der zu entrichtenden Umsatzsteuer bei der Finanzverwaltung einzureichen. Beginnend mit dem 1. Quartal 2007 werden die Ergebnisse der UVA-Statistik auf der Webseite der Statistik Austria zum Download angeboten. Die Auswertung der Umsatzsteuervoranmeldungen erfolgt quartalsweise; die UVA-Statistik wird jeweils im 4. auf das Berichtsquartal folgenden Monat publiziert. Ebenfalls angeboten wird ein Überblick über die wichtigsten Kenngrößen der UVA-Statistik ab dem Jahr 2005.

Da die Umsatzsteuerstatistik wegen der späten Verfügbarkeit hinreichend vollzähliger Daten erst rund 2,5 Jahre nach Ende des Berichtsjahres vorliegt, besteht der Wert der Statistik der Umsatzsteuervoranmeldungen darin, dass sie sehr aktuelle und nicht nur jährliche, sondern auch Quartalswerte liefert.

Ergebnisse der UVA-Statistik für das 2. Quartal 2009

Im 2. Quartal 2009 meldeten 365.422 Steuerpflichtige einen steuerbaren Umsatz von 134,3 Mrd. €. Er verringerte sich gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres um 10,8%, obwohl die Zahl der Meldenden im gleichen Zeitraum um 2,7% zunahm. Der steuerpflichtige Umsatz betrug 93,3 Mrd. € und ging im Vergleich zum 2. Quartal 2008 um 7,6% zurück; als steuerfreier Umsatz wurden 38,1 Mrd. € gemeldet, was einem Rückgang von 17,7% entspricht.

Die Bruttoumsatzsteuer fiel im Vergleich zum selben Vorjahresquartal um 8,1% auf 18,8 Mrd. €, die Erwerbsteuer (für Einfuhren aus der EU) ging um 26,6% auf 3,5 Mrd. € zurück. Das gesamte Steueraufkommen, das sich aus Bruttoumsatzsteuer abzüglich Vorsteuern und zuzüglich Erwerbsteuer sowie Einfuhrumsatzsteuer ergibt, betrug im 2. Quartal 2009 5,4 Mrd. €.

Die Analyse der Haupterhebungsmerkmale der UVA-Statistik seit Beginn des Jahres 2005 könnte man ab dem 4. Quartal 2008 unter den Titel "Wirtschaftskrise" stellen. Bis zum 3. Quartal 2008 nahm der steuerbare Umsatz gegenüber dem jeweiligen Vergleichsquartal des Vorjahres stets zu; die kleinste Zunahme betrug 3,7%. Im 4. Quartal 2008 konnte nur noch eine Zunahme um 0,5% registriert werden. Die Umsatzrückgänge von 9,0% im 1. Quartal 2009 und von 10,8% im 2. Quartal 2009 zeigen das (vorläufig) ganze Ausmaß der Krise.

Methodische Informationen, Definitionen: Der Zweck der Umsatzsteuervoranmeldung besteht in der laufenden Entrichtung der Umsatzsteuer, indem jeweils für den sogenannten Voranmeldungszeitraum – ein Monat oder ein Quartal – die Umsatzsteuer für die in diesem Zeitraum angefallenen Umsätze abzüglich der Vorsteuer berechnet und im Fall einer Zahllast an die Finanzverwaltung abgeführt wird. Dabei handelt es sich um Umsatzsteuervorauszahlungen; die endgültige Umsatzsteuer für ein Kalenderjahr wird auf Basis der Umsatzsteuererklärung für dieses Jahr durch die Umsatzsteuerveranlagung und den daraus resultierenden Umsatzsteuerbescheid festgelegt.
Eine Umsatzsteuervoranmeldung muss nur dann bei der Finanzverwaltung eingereicht werden, wenn bestimmte Bedingungen – im Wesentlichen ein Vorjahresumsatz ab derzeit 100.000 € – erfüllt sind.
Die Statistik der Umsatzsteuervoranmeldungen basiert auf den Daten der bei der Finanzverwaltung eingereichten Umsatzsteuervoranmeldungen und wird quartalsweise, jeweils im 4. auf das Berichtsquartal folgenden Monat, erstellt und auf der Website der Statistik Austria publiziert. Weil Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz unter 100.000 € normalerweise keine Umsatzsteuervoranmeldung einreichen müssen, deckt diese Statistik zwar nur knapp zwei Drittel der Unternehmen, aber rund 96% der Umsätze ab und liefert daher eine gute Umsatzschätzung. Branchen mit einem hohen Anteil an umsatzstarken Unternehmen sind besser repräsentiert als jene mit einem hohen Anteil an umsatzschwachen Unternehmen.

Rückfragen zum Thema beantworten in der Direktion Volkswirtschaft, Statistik Austria:  
Mag. Andreas MITTERLEHNER, Tel. (01) 71128-8111 bzw. andreas.mitterlehner@statistik.gv.at und Mag. Judith AIGNER, Tel (01) 71128-8124 bzw. judith.aigner@statistik.gv.at.

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