Wien, 2009
Der Wert der Erzeugung des landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs verringerte sich gegenüber 2008 zu laufenden Preisen um 10,3% auf rund 6,0 Mrd. Euro. Diese Entwicklung ist u.a. auf ein geringeres Produktionsvolumen in der pflanzlichen Erzeugung, insbesondere aber auf niedrigere Preise für zentrale Erzeugnisse der heimischen Landwirtschaft (Milch, Getreide, Schweine und Rinder) zurückzuführen.
Demgegenüber nahmen die im Rahmen der Einkommensberechnung
berücksichtigten Förderungszahlungen im Vorjahresvergleich leicht zu
Infolge des starken Rückgangs des Produktionswerts nahm der Saldo, das landwirtschaftliche Faktoreinkommen (jener Betrag, welcher für die Entlohnung der Produktionsfaktoren Boden, Arbeit und Kapital zur Verfügung steht), um 20,0% ab.
Bedingt durch die weitere Abnahme des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes
Der Produktionswert der pflanzlichen Erzeugung unterschritt das Niveau der letzten beiden Jahre deutlich. Gegenüber 2008 betrug der wertmäßige Rückgang 10,4%. Dem Volumen nach verringerte sich die pflanzliche Produktion um 4,3%.
Die Getreideernte entsprach einer guten Durchschnittsernte, lag aber deutlich unter dem sehr hohen Vorjahresergebnis. Die Preise für Getreide fielen weiter, nachdem sie bereits 2008 gegenüber dem hohen Niveau des Jahres 2007 stark gesunken waren. Der Wert der Getreideproduktion verringerte sich damit lt. den ersten Schätzungen im Vorjahresvergleich um 29,1%.
Ebenfalls deutlich billiger wurden Ölsaaten und Eiweißpflanzen. Unter dem Vorjahresniveau lagen weiters die Erzeugerpreise und Erntemengen von Kartoffeln. Ähnlich hoch wie im Jahr 2008 fiel bei rückläufigen Erzeugerpreisen die Zuckerrübenernte aus.
Im Vorjahresvergleich stabil blieb lt. den vorläufigen Berechnungen der Produktionswert von Gemüse. Im Obstbau war demgegenüber trotz höherer Erntemenge ein preisbedingter Rückgang des Produktionswerts zu verzeichnen.
Vor dem Hintergrund der außergewöhnlich hohen Weinernte des Vorjahres ist auch im Weinbau von einem deutlich niedrigeren Produktionswert als 2008 auszugehen. So wurde 2009 lt. letzten Schätzungen im Rahmen der Ernteberichterstattung (Stand Oktober 2009) mit rd. 2,3 Mio. hl eine um mehr als ein Fünftel geringere Erntemenge als im Vorjahr eingebracht.
Kräftige Einbußen waren außerdem in der tierische Erzeugung (sie umfasst sowohl Tiere als auch tierische Erzeugnisse) zu verzeichnen. Diese blieb zwar dem Volumen nach stabil; wertmäßig nahm sie jedoch um 11,6% ab.
Ins Gewicht fiel vor allem der Preisverfall bei Milch, welche gemessen am Beitrag zum Gesamtproduktionswert das wichtigste Erzeugnis der heimischen Landwirtschaft darstellt. So reduzierte sich der Produktionswert von Milch bei einem gleichbleibenden Erzeugungsvolumen preisbedingt um rund ein Viertel.
Bei den Rindern (Produktionswert:
Die Hauptergebnisse der ersten Schätzung der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung für 2009 sind in den nachstehenden Tabellen zusammengefasst.
Die gegenständliche erste Vorausschätzung der Landwirtschaftlichen
Gesamtrechnung für Österreich wurde Ende November 2009 an das Statistische
Amt der Europäischen Gemeinschaften (Eurostat) übermittelt. Die Meldungen
der einzelnen Mitgliedstaaten sowie die darauf basierende erste Schätzung
der Entwicklung der landwirtschaftlichen Einkommen in der EU
(http://epp.eurostat.ec.europa.eu/portal/page/portal/eurostat/home)
| Methodische Informationen, Definitionen: Der ersten Vorausschätzung der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung (LGR) für das Jahr 2009 liegt die mit November 2009 verfügbare Datenbasis zugrunde. Da bei den meisten Basisstatistiken noch keine endgültigen Jahresdaten zur Verfügung standen bzw. einzelne Datenquellen für 2009 überhaupt noch nicht verfügbar waren, handelt es sich um vorläufige Ergebnisse. Vergleichsweise hohe Unsicherheiten bestehen betreffend die Entwicklung der Aufwendungen für Vorleistungen, da zum Zeitpunkt der Erstellung der LGR-Vorausschätzungen nur zur Preisentwicklung Daten vorliegen. Änderungen der Preise und Werte sind in der gegenständlichen Pressemitteilung - sofern nicht anders angegeben - in nominellen Werten ausgedrückt. Sofern Daten in realen Werten angegeben werden, handelt es sich um mit dem impliziten Preisindex des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu Marktpreisen deflationierte Angaben. |
|---|
Weitere Informationen zur Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung finden Sie auf unserer Website unter Dokumentationen/Land- und Forstwirtschaft.
Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion
Raumwirtschaft, Statistik Austria:
DI Christina Mayer, Tel. (01) 71128
Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber:
Bundesanstalt Statistik Österreich, Redaktion: Mag. Beatrix
Tomaschek
1110 Wien, Guglgasse 13, Tel.:
presse@statistik.gv.at © STATISTIK AUSTRIA