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Heuer mehr Wurzel- und Zwiebelgemüse, Ernteausfälle bei Blatt- und Kohlgemüse

Wien, 2009-11-23 - Die Produktion von Feld- und Gartenbaugemüse belief sich, wie die Statistik Austria mitteilt, im Jahr 2009 auf 594.600 Tonnen. Trotz Flächenrückgangs (–4% zu 2008) lag der Ertrag um 4% über dem Vorjahreswert und 10% über dem Erntedurchschnitt der letzten fünf Jahre. Zugewinne waren vor allem innerhalb der Produktgruppe Hülsenfrüchte, Wurzel- und Zwiebelgemüse zu verzeichnen, und auch bei Fruchtgemüse stiegen die Produktionsmengen leicht an. Bei Kohl-, Blatt- und Stängelgemüse, das vom feuchten Sommerwetter und damit verbundenen Unwetterereignissen stärker beeinträchtigt wurde, stagnierte die Produktion im Bereich der Vorjahreswerte.

Die Gruppe der Hülsenfrüchte, Wurzel- und Zwiebelgemüsearten erreichte eine Produktion von 289.200 Tonnen. Gegenüber 2008 entspricht das einem um 7% höheren Ertrag, obwohl die Anbaufläche um 8% geringer war. Insbesondere Zwiebeln, Österreichs Hauptgemüseart, erreichten heuer einen ausnehmend hohen Hektarertrag: So erzielten Sommerzwiebeln auf rückläufiger Fläche (–6%) eine gewaltige Produktionsmenge von 129.100 Tonnen (+14% zu 2008). Auch bei Grünerbsen ging die Fläche um rund ein Viertel zurück, trotzdem erhöhte sich die Produktion aufgrund des guten Ertrags auf 12.000 Tonnen (+7% zu 2008). Karotten erzielten ebenfalls wieder ein hohes Ernteergebnis von 83.600 Tonnen (+3% zu 2008). Bei Radieschen hingegen fiel die Produktion mit 6.300 Tonnen (–22% zu 2008) deutlich unterdurchschnittlich aus.

Die Produktion von Fruchtgemüse betrug 131.400 Tonnen und lag damit um 3% über jener des Vorjahres. Die Anbaufläche wurde erneut ausgeweitet (+5% zu 2008), insbesondere bei Zuckermais, Einlegegurken und Speisekürbis. Tomaten, die knapp ein Drittel der Fruchtgemüseerzeugung ausmachten, lieferten eine Ernte von 41.500 Tonnen und rangierten somit im Vorjahresbereich (-1% zu 2008). Die Flächenreduktion von 7% - überwiegend im Freilandanbau - wurde von einem höheren Ertragsniveau weitgehend ausgeglichen. Ein Mengenplus von 13% auf 41.500 Tonnen bei Gurken war eine Folge der vergrößerten Erntefläche (+17% zu 2008), die z.B. aus mehr Vertragsanbauflächen bei Einlegegurken und der Umstellung von Wiener Glashausflächen auf Mehrsatzanbau resultierte. Heimische Glashausgurken wurden zu 88% in der Bundeshauptstadt produziert. Bei Paprika verschoben sich erneut Flächen vom Freilandanbau hin zu den geschützten Kulturen; insgesamt wurde auf leicht reduzierter Fläche (–4%) eine Ernte von 17.600 Tonnen (+1% zu 2008) eingebracht. Der Zuckermaisanbau wurde noch einmal um über 40 Hektar ausgeweitet (+5%), dennoch ging die Produktion aufgrund der schwächeren Ertragslage auf 13.900 Tonnen (–5% zu 2008) zurück. Bei Speisekürbis hingegen bewirkte die Flächenzunahme von 8% ein Ernteplus von 5% auf 10.900 Tonnen.

Kohl-, Blatt- und Stängelgemüse wurden von unwetterbedingten Ausfällen und der hohen Feuchtigkeit im Sommer, die das Auftreten von Bakteriosen begünstigte, im Mitleidenschaft gezogen: Sie erreichten, ähnlich wie im Vorjahr, nur eine Erntemenge von 174.000 Tonnen (–1% zu 2008) und notierten damit im Bereich des Fünfjahresdurchschnitts (–2%). Die Salaternte umfasste eine Menge von 55.200 Tonnen und lag trotz leicht verstärkten Anbaus um 4% unter dem schon schwachen Vorjahresergebnis. Regional wurden hochwasserbedingt Erntedefizite verzeichnet. Häuptelsalat erreichte nach den Anbauausfällen des Vorjahres wieder annähernd das Flächenniveau von 2007 und erzielte bei niedrigem Ertragsniveau eine Produktion von 20.200 Tonnen (–3% zu 2008). Bei Bummerlsalat fiel die Produktion um 7% auf 24.300 Tonnen zurück. Bereits 3.300 Tonnen (7%) an Häuptel- und Bummerlsalat stammten aus geschützter Kulturführung. Auch bei Kraut ging die Produktion aufgrund der wetterbedingt schlechteren Ertragslage gegenüber 2008 leicht (–1%) auf 56.900 Tonnen zurück, und zwar trotz Kompensation der im Vorjahr wegen Hagel ausgefallenen Flächen (+6%). Chinakohl erreichte zwar einen höheren Hektarertrag als im "mageren" Vorjahr, die Produktion blieb mit 26.600 Tonnen (+12% zu 2008) aber deutlich unterdurchschnittlich (–5%). Erstmals seit fünf Jahren ging die Spinatfläche stark zurück (–24%) wodurch die Produktionsmenge auf 10.100 Tonnen (–21% zu 2008) abfiel. Bei Spargel wurde auf leicht ausgeweiteter Fläche (+2%) eine Ernte von 2.500 Tonnen (+9% zu 2008) erzielt.

Methodische Informationen, Definitionen: Die Erhebung der Gemüseproduktion beruht auf den Ertragsschätzungen der Gemüsebaureferenten der Landwirtschaftskammern. Als Flächengrundlage zur Berechnung der Erntemengen wurden die durch Schätzungen der Kammer-Referenten ergänzten Ergebnisse der letzten Gartenbau- und Feldgemüseerhebung (2004) herangezogen.

Rückfragen zum Thema beantworten in der Direktion Raumwirtschaft, Statistik Austria:  
Mag. Renate BADER, Tel. (01) 71128-7253 bzw. renate.bader@statistik.gv.at und Michael KRIESEL, Tel. (01) 71128-7955 bzw. michael.kriesel@statistik.gv.at

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