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Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs führende Todesursachen; Obduktionen sinken kontinuierlich

Wien, 2009-06-16 - Im Jahr 2008 gab es insgesamt 75.083 Sterbefälle. Von je 100 Todesfällen entfielen im Durchschnitt 53 auf Frauen, 47 auf Männer. Beinahe 90 Prozent aller Verstorbenen waren 60 Jahre oder älter. Bei 43 Prozent der Todesfälle lagen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zugrunde, bei weiteren 26 Prozent Krebserkrankungen. Die absolute Zahl der Sterbefälle sank in den vergangenen zehn Jahren um vier Prozent, bei Berücksichtigung der steigenden Zahl älterer Menschen beträgt der Rückgang sogar 21 Prozent (altersstandardisierte Sterberaten). Die Obduktionsquote (Anteil der obduzierten Sterbefälle an allen Sterbefällen) ging von 26 Prozent (1998) auf 18 Prozent (2008) zurück. Ein besonders starker Rückgang war bei den sanitätsbehördlichen Obduktionen in Wien zu verzeichnen. Die Obduktionsquote ist ein wichtiger Qualitätsindikator der Todesursachenstatistik.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs häufigste Todesursachen

Todesursachengruppe Nummer eins waren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie z.B. Herzinfarkt oder Schlaganfall. Sie verursachten mit 32.294 Gestorbenen rund 43 Prozent aller Todesfälle. Alterstrukturbereinigt sank die Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den letzten zehn Jahren um 41 Prozent und ist somit bestimmend für das Ausmaß und die Geschwindigkeit des gesamten Sterblichkeitsrückganges. Von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Frauen aufgrund ihres höheren Anteils an der älteren Bevölkerung häufiger betroffen als Männer (59 vs. 41 Prozent).

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Krebsleiden waren die zweithäufigste Todesursachengruppe und für gut ein Viertel aller Todesfälle verantwortlich (26 Prozent). In den letzten zehn Jahren hat die Krebssterblichkeit altersstandardisiert um 11 Prozent abgenommen. Die übrigen Sterbefälle verteilten sich auf Krankheiten der Atmungsorgane (sechs Prozent), Krankheiten der Verdauungsorgane (vier Prozent), sonstige Krankheiten (15 Prozent) sowie äußere Todesursachen (vorwiegend Verletzungen und Vergiftungen; sechs Prozent).

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Gestorbene 2008 nach Hauptgruppen der Todesursachen und Geschlecht (absolut, altersstandardisierte Raten)
Todesursachen, ICD-CodesAbsolutAltersstandardisierte Raten
MännlichWeiblichInsgesamtMännlichWeiblichInsgesamt
Bösartige Neubildungen C00-C9710.5569.22419.780159,097,1122,4
Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems I00-I9913.12919.16532.294188,7123,9151,6
Krankheiten der Atmungsorgane J00-J992.1222.0084.13030,514,720,9
Krankheiten der Verdauungsorgane K00-K931.6281.4153.04326,112,819,2
Sonstige Krankheiten A00-B99, D01-H95, L00-R994.9776.64211.61983,559,170,8
Verletzungen und Vergiftungen V01-Y892.7441.4734.21751,617,433,4
Insgesamt 35.15639.92775.083539,3325,0418,3

Jeder fünfte Todesfall wurde obduziert

Ein wichtiger Qualitätsindikator für die Todesursachenstatistik, die Obduktionsquote, steht aufgrund des Inkrafttretens des neuen Wiener Leichen- und Bestattungsgesetzes (im September 2007) verstärkt im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Österreichweit wurden 2008 18 Prozent aller Todesursachendiagnosen mittels einer Obduktion gesichert: Im Vergleich dazu wurden 1984 (erstes Jahr der Erfassung) noch 35 Prozent, im Jahr 1998 26 Prozent obduziert. Betrachtet man die Obduktionsquoten nach dem Bundesland des bzw. der Verstorbenen, so zeigen sich beträchtliche Unterschiede. Während in Oberösterreich jeder vierte Sterbefall obduziert wurde, war das in Kärnten nur bei jedem zehnten Sterbefall.

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Bundesweit sinkende Obduktionsquoten

In den letzten zehn Jahren sank die österreichweite Obduktionsquote um 33 Prozent. Die stärksten Rückgänge der letzten zehn Jahre waren in Wien (-51 Prozent), Tirol (-43 Prozent) und dem Burgenland (-39 Prozent) zu beobachten. Der geringste Rückgang war in Oberösterreich (-6 Prozent) zu finden. Seit zwei Jahren ist Wien nicht mehr das Bundesland mit der traditionell höchsten Obduktionsquote: In Oberösterreich wurde in den Jahren 2007 und 2008, in Niederösterreich im Jahr 2008 eine höhere Obduktionsquote als in Wien verzeichnet.

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Starke Rückgänge bei sanitätsbehördlichen Obduktionen

Seit 2004 wird die Art der Obduktion aufgezeichnet, d.h. es wird nach klinischer, sanitätsbehördlicher bzw. gerichtlicher Obduktion unterschieden. Die am häufigsten durchgeführte Art der Obduktion war 2008 die klinische Obduktion mit 15 Prozent, gefolgt von gerichtlichen Obduktionen mit knapp zwei Prozent und sanitätsbehördlichen Obduktionen mit einem Prozent. Österreichweit war seit 2004 bei allen drei Obduktionsarten ein Rückgang zu bemerken: Der stärkste Rückgang bei den klinischen Obduktionen wurde in Tirol verzeichnet (-41 Prozent). Die Rückgänge bei den sanitätsbehördlichen Obduktionen waren in Wien am stärksten (-85 Prozent) ebenso wie bei den klinischen Obduktionen (-22 Prozent).

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Methodische Informationen, Definitionen: Die Ergebnisse zu den Sterbefällen stammen aus der Todesursachenstatistik, in der jeder Todesfall der österreichischen Bevölkerung dokumentiert ist. Erhoben werden neben Alter, Geschlecht und Wohnort auch Todesort und Todeszeitpunkt. Die Todesursachen werden durch einen Totenbeschauarzt angegeben und in der Statistik Austria nach WHO-Richtlinien klassifiziert. Das mit der Todesursachenstatistik gewonnene Datenmaterial bildet die Grundlage für zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, welche die geographische, demographische und sozioökonomische Variation der Mortalität an bestimmten Krankheiten untersuchen. Über die Todesursachenstatistik in Österreich und die aktuellen Ergebnisse informiert die Homepage der Statistik Austria unter: http://www.statistik.at/web_de/statistiken/gesundheit/todesursachen/todesursachen_im_ueberblick/index.html
Der Artikel "Todesursachenstatistik 2007. Schwerpunktthema Obduktionen" in den Statistischen Nachrichten 01/2009 gibt einen Überblick zum Thema Obduktionen.

Rückfragen zu diesem Thema richten Sie bitte an Mag. Barbara Leitner, Direktion Bevölkerung, STATISTIK AUSTRIA, unter Tel.: 71128-7262 bzw. E-Mail: barbara.leitner@statistik.gv.at

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