Wien, 2009
Todesursachengruppe Nummer eins waren Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
wie z.B. Herzinfarkt oder Schlaganfall. Sie verursachten mit
Krebsleiden waren die zweithäufigste Todesursachengruppe und für gut ein Viertel aller Todesfälle verantwortlich (26 Prozent). In den letzten zehn Jahren hat die Krebssterblichkeit altersstandardisiert um 11 Prozent abgenommen. Die übrigen Sterbefälle verteilten sich auf Krankheiten der Atmungsorgane (sechs Prozent), Krankheiten der Verdauungsorgane (vier Prozent), sonstige Krankheiten (15 Prozent) sowie äußere Todesursachen (vorwiegend Verletzungen und Vergiftungen; sechs Prozent).
Ein wichtiger Qualitätsindikator für die Todesursachenstatistik, die Obduktionsquote, steht aufgrund des Inkrafttretens des neuen Wiener Leichen- und Bestattungsgesetzes (im September 2007) verstärkt im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Österreichweit wurden 2008 18 Prozent aller Todesursachendiagnosen mittels einer Obduktion gesichert: Im Vergleich dazu wurden 1984 (erstes Jahr der Erfassung) noch 35 Prozent, im Jahr 1998 26 Prozent obduziert. Betrachtet man die Obduktionsquoten nach dem Bundesland des bzw. der Verstorbenen, so zeigen sich beträchtliche Unterschiede. Während in Oberösterreich jeder vierte Sterbefall obduziert wurde, war das in Kärnten nur bei jedem zehnten Sterbefall.
In den letzten zehn Jahren sank die österreichweite Obduktionsquote
um 33 Prozent. Die stärksten Rückgänge der letzten zehn Jahre
waren in Wien
Seit 2004 wird die Art der Obduktion aufgezeichnet, d.h. es wird nach
klinischer, sanitätsbehördlicher bzw. gerichtlicher Obduktion
unterschieden. Die am häufigsten durchgeführte Art der Obduktion war
2008 die klinische Obduktion mit 15 Prozent, gefolgt von gerichtlichen
Obduktionen mit knapp zwei Prozent und sanitätsbehördlichen Obduktionen
mit einem Prozent. Österreichweit war seit 2004 bei allen drei Obduktionsarten
ein Rückgang zu bemerken: Der stärkste Rückgang bei den klinischen
Obduktionen wurde in Tirol verzeichnet
| Methodische Informationen, Definitionen: Die Ergebnisse zu
den Sterbefällen stammen aus der Todesursachenstatistik, in der jeder
Todesfall der österreichischen Bevölkerung dokumentiert ist. Erhoben
werden neben Alter, Geschlecht und Wohnort auch Todesort und Todeszeitpunkt.
Die Todesursachen werden durch einen Totenbeschauarzt angegeben und
in der Statistik Austria nach WHO-Richtlinien klassifiziert. Das mit
der Todesursachenstatistik gewonnene Datenmaterial bildet die Grundlage
für zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, welche die geographische,
demographische und sozioökonomische Variation der Mortalität an bestimmten
Krankheiten untersuchen. Über die Todesursachenstatistik in Österreich
und die aktuellen Ergebnisse informiert die Homepage der Statistik Austria
unter: http://www.statistik.at/web_de/statistiken/gesundheit/todesursachen/todesursachen_im_ueberblick/index.html Der Artikel "Todesursachenstatistik 2007. Schwerpunktthema Obduktionen" in den Statistischen Nachrichten 01/2009 gibt einen Überblick zum Thema Obduktionen. |
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