Pressemitteilung: 9.691-133/10

Herz-Kreislauf-Erkrankungen für 43% der Todesfälle verantwortlich

Wien, 2010-06-11 – Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache, so die aktuellen Zahlen der Statistik Austria. Im Jahr 2009 gab es insgesamt 77.381 Sterbefälle, davon waren 43 Prozent auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen und weitere 25 Prozent auf Krebserkrankungen. Von je 100 Todesfällen entfielen 53 auf Frauen, 47 auf Männer. Die absolute Zahl der Sterbefälle sank in den vergangenen zehn Jahren um 1,2 Prozent, bei Berücksichtigung der steigenden Zahl älterer Menschen beträgt der Rückgang sogar 16 Prozent (altersstandardisierte Sterberaten).

Vier von zehn Sterbefällen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursacht

Todesursachengruppe Nummer eins waren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie z. B. Herzinfarkt oder Schlaganfall. Sie verursachten mit 33.223 Gestorbenen rund 43 Prozent aller Todesfälle. Altersstrukturbereinigt sank die Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den letzten zehn Jahren um 33 Prozent. Diese positive Entwicklung ist damit bestimmend für das Ausmaß und die Geschwindigkeit des gesamten Sterblichkeitsrückganges (siehe Grafik 1).

Auf Frauen entfielen 59 Prozent aller Herz-Kreislauf-Sterbefälle, weil Frauen im Schnitt älter werden als Männer und die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit dem Alter ansteigt.

Grafik 1:

Sterblichkeit nach Todesursachen 1980 bis 2009

Sterblichkeit nach Todesursachen 1980 bis 2009

Krebsleiden waren die zweithäufigste Todesursachengruppe und für genau ein Viertel aller Todesfälle verantwortlich (25 Prozent). In den letzten zehn Jahren nahm die Krebssterblichkeit altersstandardisiert um 11 Prozent ab. Männer waren häufiger von Todesfällen aufgrund von Krebs betroffen als Frauen (siehe Tabelle).

Die übrigen Sterbefälle verteilten sich auf Krankheiten der Atmungsorgane (fünf Prozent), Krankheiten der Verdauungsorgane (vier Prozent), sonstige Krankheiten (17 Prozent) sowie äußere Todesursachen (vorwiegend Verletzungen und Vergiftungen; sechs Prozent).

Vor allem Ältere von Herz-Kreislauferkrankungen betroffen

Zwischen dem Sterbealter und den zugrunde liegenden Todesursachen zeigt sich ein klarer Zusammenhang (siehe Grafik 2). Im Jahr 2009 waren knapp drei Viertel aller Verstorbenen 70 Jahre oder älter. Die häufigsten Todesursachen im höheren Alter sind Herz-Kreislauf-Krankheiten und Krebs. Mit großem Abstand folgen Krankheiten der Atmungsorgane und Ernährungs- bzw. Stoffwechselkrankheiten. Krankheiten des Nervensystems, der Verdauungsorgane und Unfälle spielen eine geringere Rolle.

Rund 23 Prozent aller Todesfälle traten zwischen dem 40. und dem 70. Lebensjahr auf, wobei der Großteil dieser Todesfälle auf Krebserkrankungen zurückzuführen war. Auch die Herz-Kreislauf-Krankheiten sind im mittleren Erwachsenenalter bereits als Todesursache von Bedeutung. Jeder vierte bis fünfte Todesfall war 2009 dieser Krankheitsgruppe zuzurechnen. Krankheiten der Verdauungsorgane sind in diesem Alter eine weitere häufige Ursache für den Tod.

Bei Jugendlichen und bei jungen Erwachsenen unter 40 Jahren (zusammen rund zwei Prozent aller Sterbefälle) waren Unfälle die häufigste Todesursache, anteilsmäßig ebenfalls relativ häufig waren Suizide.

Bei den wenigen Todesfällen, die Kinder im Alter von ein bis unter zehn Jahren betreffen (105 Todesfälle im Jahr 2009), waren gleichfalls Unfälle die häufigste Todesursache, gefolgt von angeborenen Fehlbildungen und Krebs.

Bei den Säuglingen (289 Todesfälle im Jahr 2009) waren in acht von zehn Fällen Geburtskomplikationen und angeborene Fehlbildungen die Ursachen für den frühen Tod.

Grafik2:

todesursachen.gif

todesursachen.gif

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zur Todesursachenstatistik finden Sie auf unserer Webseite.

 

Methodische Informationen, Definitionen: Die Erhebung und Aufarbeitung von Sterbefällen erfolgt auf Basis der Meldungen der rund 1.400 Standesämter monatlich nach dem Ereignisort, veröffentlicht werden die Daten nach dem letzten Wohnort des Verstorbenen. Demographische Ereignisse von in Österreich wohnhaften Personen (Hauptwohnsitz), die im Ausland stattfinden, können von österreichischen Standesämtern derzeit statistisch nur unvollständig erfasst werden. Deshalb werden für die Sterbefälle ab dem Berichtsjahr 2009 Informationen aus anderen Datenquellen herangezogen, um im Ausland verstorbene Personen mit Wohnsitz in Österreich statistisch möglichst vollständig zu erfassen. Diese Sterbefälle mit unbekannter Todesursache sind für das Berichtsjahr 2009 erstmals in den publizierten Daten enthalten und verursachen einen Bruch in der Zeitreihe der Gestorbenen sowie aller damit in Zusammenhang stehenden Maßzahlen (wie z.B. der Lebenserwartung oder der Geburtenbilanz). Gemäß internationalen Vorgaben wird Sterbefällen mit unbekannter Todesursache der ICD-Code R99 zugewiesen. Der Anstieg der Sterbefälle zwischen 2008 und 2009 um insgesamt 2.298 geht im Ausmaß von 1.121 Sterbefällen auf das Konto der nun verbesserten statistischen Erfassung.

Rückfragen zum Thema beantworten in der Direktion Bevölkerung, Statistik Austria:  
Mag. Barbara Leitner, Tel.: +43 (1) 71128-7262 bzw. barbara.leitner@statistik.gv.at

Gestorbene 2009 nach Hauptgruppe der Todesursachen und Geschlecht
Hauptgruppe der TodesursachenAlle VerstorbenenMännerFrauen
absolutin %absolutin %absolutin %
Bösartige Neubildungen (C00-C97)19.64225,410.46928,69.17322,5
Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems (I00-I99)33.22342,913.57337,119.65048,2
Krankheiten der Atmungsorgane (J00-J99)4.2215,52.1555,92.0665,1
Krankheiten der Verdauungsorgane (K00-K93)3.1684,11.7404,81.4283,5
Sonst. Krankheiten (A00-B99,D01-H95,L00-R99)12.83616,65.93916,26.89716,9
Verletzungen und Vergiftungen (V01-Y89)4.2915,52.7547,51.5373,8
Insgesamt77.381100,036.630100,040.751100,0

Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber: 
Bundesanstalt Statistik Österreich, Redaktion: Mag. Beatrix Tomaschek 
1110 Wien, Guglgasse 13, Tel.: +43 (1) 71128-7851, Fax: +43 (1) 71128-7088  
presse@statistik.gv.at © STATISTIK AUSTRIA