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Weltkrebstag 4. Februar 2009: Krebsneuerkrankungen und Krebssterblichkeit sinken; 37.000 Neuerkrankungen und 19.000 Sterbefälle pro Jahr, Trends aber positiv

Wien, 2009-02-03 - Pro Jahr werden in Österreich rund 19.500 Männer und 17.400 Frauen mit einer Krebsdiagnose konfrontiert, und bei rund 9.000 Frauen und 10.000 Männern führt eine Krebserkrankung zum Tod. Damit sind Krebserkrankungen für etwa ein Viertel der jährlichen Todesfälle verantwortlich. Wie die Daten der Statistik Austria zeigen, gehen aber sowohl das Risiko einer Neuerkrankung als auch das Sterblichkeitsrisiko tendenziell zurück, nicht zuletzt als eine Folge von Maßnahmen zur Früherkennung und von verbesserten Behandlungsmethoden.

Häufigste Krebsneuerkrankungen: Prostatakrebs bei Männern, Brustkrebs bei Frauen

Die häufigste Krebsneuerkrankung bei Männern ist Prostatakrebs, im Jahr 2005 mit rund 5.100 Fällen absolut bzw. mehr als einem Viertel (26 Prozent) aller bösartigen Neubildungen. Rund jeder zehnte Krebstodesfall war bei den Männern auf Prostatakrebs zurückzuführen.

Zweithäufigste Lokalisation bei den Krebsneuerkrankungen der Männer war die Lunge mit 14 Prozent. Gut ein Fünftel aller männlichen Krebssterbefälle (rund 2.300 Männer) war auf Lungenkrebs zurückzuführen. Lungenkrebs nimmt damit bei den Männern den ersten Rang unter den Krebstodesursachen ein.

An dritter Stelle der Neuerkrankungen steht mit rund 1.600 Fällen, das sind rund acht Prozent aller Neuerkrankungen des Jahres 2005, der Dickdarmkrebs. Auf diese Lokalisation entfielen auch acht Prozent der männlichen Krebssterbefälle. Wie die Ergebnisse der Gesundheitsbefragung 2006/07 zeigen, ließ lediglich ein Fünftel der Männer über 40 Jahren innerhalb der letzten drei Jahre vor dem Befragungszeitpunkt eine Darmspiegelung durchführen.

Brustkrebs ist mit einem Anteil von 28 Prozent an allen Tumoren der Frauen seit langem die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, Tendenz leicht steigend. Seit 1997 ist allerdings die Zahl der Neuerkrankungen stabil. 17 Prozent aller weiblichen Krebssterbefälle waren auf Brustkrebs zurückzuführen. Damit war Brustkrebs auch die mit Abstand häufigste Krebstodesursache bei Frauen (rund 1.500 Frauen). Laut Gesundheitsbefragung gingen sieben von zehn Frauen im Alter von 40 und mehr Jahren innerhalb der letzten drei Jahre (vor dem Befragungszeitpunkt) zu einer Mammographie.

Die zweithäufigste Krebslokalisation war der Dickdarm (gut acht Prozent aller Tumore der Frauen im Jahr 2005). Darmkrebs verursachte bei Frauen in gleicher Weise wie bei den Männern etwa acht Prozent aller Krebssterbefälle. Auch das Vorsorgeverhalten (Darmspiegelung) entsprach laut den Ergebnissen der Gesundheitsbefragung dem der Männer.

Die bösartigen Neubildungen der Lunge betrafen etwa sieben Prozent der Frauen. Rund 13 Prozent aller Krebssterbefälle bei Frauen waren Sterbefälle aufgrund von Lungenkrebs.

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Rückgang bei Krebsneuerkrankungen und Krebssterblichkeit

In den letzten zehn Jahren sind Neuerkrankungen und Krebssterblichkeit gesunken, wenn die Veränderung der Altersstruktur der Bevölkerung berücksichtigt wird (altersstandardisierte Raten). So sank die Neuerkrankungsrate bei den Männern um sechs Prozent, bei den Frauen um vier Prozent. Auch die Krebssterblichkeit war in den letzten zehn Jahren rückläufig, bei den Männern stärker (-17 Prozent) als bei den Frauen (-11 Prozent). Die absolute Anzahl der Krebsneuerkrankungen nahm seit 1996 um sechs Prozent zu, eine Entwicklung, die auf die steigende Zahl älterer Menschen zurückzuführen ist.

Das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, ist seit 1996 deutlich gestiegen (altersstandardisiert um 15 Prozent). Die Verbreitung von PSA-Tests als Screeningmethode dürfte für einen Großteil der Zunahme der Neuerkrankungen verantwortlich sein, da im Gegensatz zur Rate der Neuerkrankungen die Sterblichkeit an Prostatakrebs in den letzten zehn Jahren um 28 Prozent zurückging.

Das Erkrankungsrisiko für Dickdarmkrebs ist für die Männer seit 1996 um 13 Prozent zurückgegangen. Die Sterblichkeit an Dickdarmkrebs konnte im gleichen Zeitraum um 26 Prozent gesenkt werden.

Die (um den Altersstruktureffekt bereinigte) Rate der bösartigen Lungentumore ging in den vergangenen Jahren um 19 Prozent zurück. Die Sterblichkeit an Lungenkrebs sank bei Männern in den letzten zehn Jahren sogar um 24 Prozent. Männer erkranken allerdings noch immer 2,4-mal häufiger an Lungenkrebs als Frauen.

Das Brustkrebsrisiko sank, nachdem es zwischenzeitlich deutlich angestiegen war, im Jahr 2005 wieder auf das Niveau von vor zehn Jahren. Da Brustkrebs durch das vermehrte Screening nicht nur häufiger, sondern auch in einem immer früheren Stadium erkannt wird, ging die Sterblichkeit an Brustkrebs in den letzten zehn Jahren um knapp ein Fünftel zurück.

Die Rate der Neuerkrankungen an Dickdarmkrebs nahm für Frauen um 12 Prozent ab, die Sterblichkeit sank im Vergleichszeitraum um rund ein Drittel. Dagegen stieg das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken seit 1996 bei den Frauen um 12 Prozent an. Diesem Trend folgt auch die Lungenkrebssterblichkeit, die sich in den letzten zehn Jahren um knapp ein Fünftel erhöhte. Verantwortlich dafür ist offensichtlich der zunehmenden Nikotinkonsum von Frauen.

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Methodische Informationen, Definitionen: Ergebnisse zu den Krebsneuerkrankungen liefert das Österreichische Krebsregister, das seit 1969 von der Statistik Austria geführt wird. Basis dafür sind die gesetzlich verpflichtenden Krebsmeldungen, welche neben Alter, Geschlecht und Wohnort auch wesentliche Informationen zu den Krebslokalisationen enthalten.
Ergebnisse zu den Krebssterbefällen stammen aus der Todesursachenstatistik, in der jeder Todesfall der österreichischen Bevölkerung dokumentiert ist. Erhoben werden neben Alter, Geschlecht und Wohnort auch Todesort und Todeszeitpunkt. Die Todesursachen werden durch einen Totenbeschauarzt angegeben und in der Statistik Austria nach WHO-Richtlinien klassifiziert.
Für einen regionalen oder zeitlichen Vergleich der Krebsneuerkrankungen (Inzidenz) und der Krebssterbefälle eignen sich besonders altersstandardisierte Raten. Diese Maßzahlen berücksichtigen, dass sowohl das Erkrankungs- als auch das Mortalitätsrisiko mit dem Lebensalter stark ansteigen und daher in einer Bevölkerung mit vielen älteren Menschen von vorne herein mehr Neuerkrankungs- und Todesfälle auftreten.
Der österreichische Gesundheitssurvey ist eine von Statistik Austria im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit, Jugend und Familie (BMGFJ) durchgeführte Befragung zum Gesundheitszustand und zum Gesundheitsverhalten bei 15.500 Frauen und Männern. Die Österreichische Gesundheitsbefragung liefert repräsentative Daten für die österreichische Bevölkerung ab 15 Jahre. Die zentralen Ergebnisse der im Zeitraum März 2006 bis Februar 2007 durchgeführten Erhebung wurden bereits im Sommer 2007 präsentiert und stehen auf unserer Website zur Verfügung.

Rückfragen zu diesem Thema beantworten in der Direktion Bevölkerung, Statistik Austria: 
Dipl. Demographin Nadine Zielonke, Tel. (01) 71128-7228 bzw. nadine.zielonke@statistik.gv.at und Mag. Barbara Leitner, Tel. (01) 71128-7262 bzw. oder barbara.leitner@statistik.gv.at

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