9.421-139/09
Wien, 2009-07-01 - Die Ausgaben der heimischen Unternehmen
für Forschung und Entwicklung (F&E) sind im Jahr 2007 wieder angestiegen
und betragen mittlerweile fast 4,4 Mrd. Euro. Das sind um 9% mehr als
im Jahr 2006 (4,0 Mrd. Euro) und 36% mehr als 2004 (3,2 Mrd. Euro). Wie
aus den Ergebnisse der von der Statistik Austria über das Berichtsjahr
2007 durchgeführten F&E-Erhebung weiters hervorgeht, entfielen
77% (3,4 Mrd. Euro) der gesamten F&E-Ausgaben auf Unternehmen der
Sachgütererzeugung und 22% (über 950 Mio. Euro) auf den Dienstleistungssektor,
in dem die Steigerung mit 17% überdurchschnittlich hoch ausfiel.
Mit 2,3 Mrd. Euro entfielen 2007 mehr als die Hälfte
(53%) der Gesamtaufwendungen für F&E auf Personalausgaben. Das
entspricht einer Steigerung von 12% gegenüber dem Jahr 2006. Andere
laufende Ausgaben erreichten eine Höhe von 1,7 Mrd. Euro und stiegen
um 9%. Rückläufig waren die Investitionsausgaben in Gebäude und Ausrüstungen
für F&E, die um rund 7% von 366 Mio. Euro auf 341 Mio. Euro zurückgingen.
Im Jahr 2007 wurde von 2.469 österreichischen Unternehmen
angegeben, F&E zu betreiben. Das ist ein Anstieg von 5% gegenüber
2006, als insgesamt 2.355 Unternehmen F&E-Aktivitäten meldeten.
2004 waren es 2.071 gewesen.
Unternehmenssektor wichtigste Finanzierungsquelle für F&E
Nach wie vor ist der Unternehmenssektor selbst die wichtigste
Finanzierungsquelle für F&E. Die F&E betreibenden Unternehmen
finanzieren ihre Ausgaben überwiegend aus eigenen Mitteln, insgesamt
71% der F&E-Ausgaben werden vom (inländischen) Unternehmenssektor
selbst aufgebracht. 20% der Ausgaben oder 888 Mio. Euro sind Zuflüsse
aus dem Ausland, wobei der Beitrag von ausländischen Unternehmen, die
derselben Unternehmensgruppe wie das forschende heimische Unternehmen
angehören, nach wie vor mit 609 Mio. Euro oder 14% der gesamten F&E-Ausgaben
am bedeutendsten ist. 8,4% der F&E-Ausgaben der österreichischen
Firmen hat der öffentliche Sektor finanziert, das sind insgesamt 368 Mio. Euro.
Der größte Teil davon entfiel auf die "Forschungsprämie"
(219 Mio. Euro). 100 Mio. Euro wurden von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft
(FFG) beigetragen.
9% mehr Personaleinsatz für F&E; Frauenanteil beträgt
15%
Insgesamt wurden 2007 im firmeneigenen Bereich rund 33.600
Vollzeitäquivalente für F&E eingesetzt, das entspricht einer Steigerung
von 9% im Jahresabstand. Der Anteil der Frauen an den gesamten Beschäftigten
in F&E ist verglichen mit 2006 nahezu gleich geblieben und liegt
unverändert bei 15%. Der letzte Anstieg war von 2002 auf 2004 (von
13,6% auf 15,0%) zu verzeichnen gewesen, seitdem stagniert der Frauenanteil
auf geringem Niveau.
54% der Beschäftigten fallen unter die Kategorie
"Wissenschaftler/Wissenschaftlerinnen und Ingenieure/Ingenieurinnen"
("researchers"), 39% unter "Techniker und Technikerinnen
und andere höher qualifizierte Beschäftigte". 7% aller in F&E
Beschäftigten sind "Sonstiges Hilfspersonal". In der letztgenannten
Gruppe ist der Frauenanteil mit 31% am höchsten, während unter den
"Technikern und Technikerinnen" nur 15% und unter dem wissenschaftlichen
Personal nur 13% Frauen zu finden sind.
| Wirtschaftsbereiche gemäß ÖNACE 2003 | 2006 | 2007 |
|---|
| in
1.000 EUR | in 1.000 EUR |
|---|
| 01+02+05 | Land- und Forstwirtschaft, Fischerei | 820 | 1.367 |
|---|
| 10-14 | Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden | 7.146 | 7.635 |
|---|
| 15-37 | Sachgütererzeugung | 3.159.392 | 3.383.191 |
|---|
| 40+41 | Energie- und Wasserversorgung | 9.223 | 8.755 |
|---|
| 45 | Bauwesen | 25.700 | 19.900 |
|---|
| 50-93 | Dienstleistungen | 817.903 | 956.794 |
|---|
| 01-93 | Ingesamt | 4.020.184 | 4.377.642 |
|---|
|
| Finanzierungssektoren | F&E-Ausgaben
2006 | F&E-Ausgaben
2007 |
|---|
| in
1.000 EUR | in % | in 1.000 EUR | in % |
|---|
| Unternehmenssektor | 2.868.463 | 71,4 | 3.120.162 | 71,3 |
|---|
| Öffentlicher Sektor | 296.979 | 7,4 | 367.909 | 8,4 |
|---|
| davon: | | | | |
|---|
| FFG
(nur Zuschüsse) | 91.401 | 2,3 | 100.339 | 2,3 |
|---|
| Bund | 22.140 | 0,6 | 19.091 | 0,4 |
|---|
| Länder | 16.798 | 0,4 | 19.951 | 0,5 |
|---|
| Forschungsprämie | 153.145 | 3,8 | 219.422 | 5,0 |
|---|
| Sonstige
öffentliche Finanzierung | 13.495 | 0,3 | 9.106 | 0,2 |
|---|
| Privater Gemeinnütziger Sektor | 1.129 | 0,0 | 1.461 | 0,0 |
|---|
| Ausland | 853.613 | 21,2 | 888.110 | 20,3 |
|---|
| davon: | | | | |
|---|
| Ausländ.
verbundene Unternehmen | 687.759 | 17,1 | 609.378 | 13,9 |
|---|
| Andere
ausländ. Unternehmen | 132.706 | 3,3 | 245.977 | 5,6 |
|---|
| Sonstige | 33.148 | 0,8 | 32.755 | 0,7 |
|---|
| Insgesamt | 4.020.184 | 100,0 | 4.377.642 | 100,0 |
|---|
|
| Beschäftigtenkategorie | 2006 | 2007 |
|---|
| in Vollzeitäquivalenten | Frauenanteil in % | in Vollzeitäquivalenten | Frauenanteil
in % |
|---|
| Wissenschaftler/innen
und Ingenieur/innen | 16.375,4 | 11,7 | 17.985,2 | 12,9 |
|---|
| Techniker/innen | 12.052,7 | 16,0 | 13.180,3 | 15,0 |
|---|
| Sonstiges
Hilfspersonal | 2.355,4 | 30,8 | 2.425,7 | 30,5 |
|---|
| Insgesamt | 30.783,5 | 14,9 | 33.591,2 | 15,0 |
|---|
|
Methodische Informationen, Definitionen: Die F&E-Erhebung im firmeneigenen Bereich über das Berichtsjahr
2007 wurde von der Statistik Austria bei rund 5.000 Unternehmen als
Vollerhebung der F&E betreibenden Unternehmen durchgeführt. Der
firmeneigene Bereich ist der gewichtigste Teilbereich des Unternehmenssektors
und umfasst die für den Markt produzierenden Unternehmen. Der zweite
Teilbereich des Unternehmenssektors, der kooperative Bereich, ist in
den hier vorliegenden Ergebnissen nicht einbezogen. Die Erhebungsergebnisse
für den kooperativen Bereich werden zu einem späteren Zeitpunkt im
Rahmen der Ergebnisse für den gesamten Unternehmenssektor veröffentlicht
werden.
"Ausgaben
für F&E" ("F&E-Ausgaben") meint im Rahmen dieser
Ergebnisdarstellung Ausgaben für interne oder intramurale F&E,
also jene Ausgaben, die für im Unternehmen durchgeführte F&E getätigt
wurden. In dieser Darstellung sind somit die Ausgaben für externe oder
extramurale F&E, also Ausgaben für F&E, die die Unternehmen
extern beauftragen oder zukaufen, nicht enthalten. |
|---|
Rückfragen zum Thema beantworten in der Direktion Bevölkerung,
Statistik Austria:
Mag. Andreas SCHIEFER, Tel. (01) 71128-7162 bzw. andreas.schiefer@statistik.gv.at
und Karin BAUER, Tel. (01) 71128-7718 bzw. karin.bauer@statistik.gv.at.
Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber:
Bundesanstalt Statistik Österreich, Redaktion: Mag. Beatrix
Tomaschek
1110 Wien, Guglgasse 13, Tel.: +43 (1) 71128-7851, Fax: +43 (1) 71128-7088
presse@statistik.gv.at © STATISTIK AUSTRIA