Pressemitteilung: 9.692-134/10

Positive Entwicklung bei den Luftschadstoffemissionen

Wien, 2010-06-15 - Zwischen 1995 und 2008 reduzierten sich die Luftschadstoffemissionen in vielen Bereichen zum Teil deutlich. Betrachtet wurden jedoch nur jene Emissionen, die von in Österreich lebenden Personen sowie von in Österreich registrierten Unternehmen und Institutionen verursacht wurden. Die stärksten Rückgänge wurden bei Schwefeldioxid (SO2) mit -50,0% und Kohlenmonoxid (CO) mit -45,9% erzielt. Die Emissionen an NMVOC, das sind flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (-25,4%), Methan (CH4, -24,8%), Lachgas (N2O, -14,5%) sowie Ammoniak (NH3, -10,4%) wurden ebenfalls deutlich vermindert. Und selbst beim oft thematisierten Feinstaub konnte beim sogenannten PM10 - diese Staubfraktion enthält 50% der Teilchen mit einem Durchmesser von 10 µm - ein leichter Rückgang (-1,2%) verzeichnet werden. Die Stickstoff(NOx)-Emissionen stiegen zwischen 1995 und 2005 deutlich (+27,7%) an, von 2006 bis 2008 gingen sie aber um 8,6% zurück. Einzig bei CO2 konnte noch keine eindeutige Trendumkehr erzielt werden. Das höchste Schadstoffniveau gab es zwar ebenfalls im Jahr 2005, aber in den Folgejahren wurden nur geringfügige Erfolge erzielt, weshalb der Ausstoß an CO2 im Jahr 2008 um 25,3% über jenem des Jahres 1995 lag.

Private Haushalte erzielten größere Fortschritte als Unternehmen und Institutionen

Vergleicht man die privaten Haushalte auf der einen Seite und Unternehmen und Institutionen auf der anderen Seite, dann zeigt sich, dass beide Gruppen ihren Beitrag zur Klimaverbesserung leisteten. Allerdings senkten die privaten Haushalte ihren Schadstoffausstoß prozentuell gesehen stärker als die Gruppe der Unternehmen und Institutionen. Selbst in den beiden Fällen, in denen die Gesamtemissionen zwischen 1995 und 2008 anstiegen, nämlich bei NOx und CO2, verzeichneten die Haushalte einen Rückgang; der Zuwachs geht allein auf Unternehmen und Institutionen zurück. Jedoch sei darauf hingewiesen, dass 2007 und 2008 bei NOx auch die Emissionen von Unternehmen und Institutionen zurückgingen und bei CO2-Emissionen der Unternehmen und Institutionen zwischen 1995 und 2008 insofern Fortschritte erzielt werden konnten, als der Ausstoß des klimaschädlichen CO2 aus fossilen Energieträgern deutlich geringer wuchs (+21,3%) als der Gesamtausstoß (+38,8%). Es wurde vermehrt auf klimaneutrale erneuerbare Energieträger gesetzt, deren Emissionen im selben Zeitraum um 148,8% zunahmen.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zu den Luftschadstoffemissionen finden Sie auf unserer Webseite.

Methodische Informationen, Definitionen: Es werden nur jene Luftschadstoffemissionen betrachtet, die von auf dem österreichischen Staatsgebiet ansässigen Unternehmen, Institutionen und privaten Haushalten verursacht wurden, unabhängig davon, ob in Österreich oder im Ausland. Im Unterschied dazu beziehen sich andere Emissionsberichte, wie etwa jene mit Bezug auf die Kyoto-Ziele, auf die Emissionen, die dem Staatsgebiet zugeordnet werden, unabhängig davon, woher der Emittent stammt. D. h. für Kyoto werden z. B. alle Treibstoffverkäufe in Österreich berücksichtigt, für diesen Bericht dagegen jene Treibstoffkäufe, die von in Österreich ansässigen Unternehmen, Institutionen und privaten Haushalten getätigt wurden. Die Differenzen beruhen daher auf einer unterschiedlichen Berücksichtigung der Verkehrsemissionen.

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