Wien, 2010
Wie schon in den vergangenen Jahren floss auch 2007 der Großteil der gesamten Ausgaben in die beiden Kernbereiche, nämlich die Abfallwirtschaft (31,2%) und den Gewässerschutz (29,8%).
Auf Luftreinhaltung und Klimaschutz entfielen 7,8%, gefolgt vom Schutz der biologischen Vielfalt und Landschaft (7,6%), Boden- und Grundwasserschutz (7,3%), Lärmschutz (3,9%) sowie Forschung & Entwicklung und Strahlenschutz (zusammen etwa 0,4%). Auf den Bereich Umweltschutz allgemein (Allgemeine Verwaltung, Umwelterziehung, Ausbildung, Information) entfielen 12% der Aufwendungen.
Die Höhe der nationalen Umweltschutzausgaben lässt nicht unbedingt auf den Umweltzustand schließen. Sie ist jedoch ein Indikator für die relative wirtschaftliche Bedeutung des Umweltschutzes, wobei die gesetzlichen Maßnahmen der vergangenen Jahre deutliche Auswirkungen auf Höhe und Verteilung der Umweltschutzausgaben hatten. So schrieb man Anfang der 1990er Jahre der Luftreinhaltung höhere Bedeutung zu (Immissionsgesetz Luft, Ozongesetz), während sich ab Mitte der 1990er Jahre das Augenmerk immer wieder verstärkt auf die Abfallvermeidung (Abfallwirtschaftsgesetz, Verpackungsverordnung, Deponieverordnung) richtete, was zur Folge hatte, dass in diesen Bereichen mehr investiert wurde. Zwischenzeitlich gewannen - durch die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie - der Gewässer- sowie der Boden- und Grundwasserschutz immer mehr an Relevanz. Mittlerweile ist allerdings der Klimaschutz (Kyoto-Ziel) wieder stärker ins Blickfeld der Gesetzgebung gerückt.
| Methodische Informationen, Definitionen: OECD und Eurostat
haben gemeinsam einen einheitlichen Kontenrahmen erarbeitet, um die
Umweltschutzausgaben der verschiedenen Wirtschaftsakteure auf nationaler
Ebene zusammenzufassen. Um eine internationale Vergleichbarkeit gewährleisten
zu können, wurde vom Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaften
(EUROSTAT) ein EU harmonisiertes System zur Sammlung umweltbezogener
Wirtschaftsdaten (SERIEE - Système Européen de Rassemblement de l’Information
Economique sur l’Environnement) konzipiert, um ökonomische Informationen
über die Umwelt in einem gemeinsamen, konsistenten Rahmen darstellen
zu können. Es setzt sich aus einer Reihe von Satellitenkonten zusammen, die eine Verknüpfung der Umweltdaten mit der Wirtschaftsstatistik und der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) ermöglichen sollen. Im Mittelpunkt stehen wirtschaftliche Transaktionen zur Verringerung und Vermeidung von Umweltbelastungen und die Nutzung der Umwelt. Ein Element des SERIEE-Systems ist die Umweltschutzausgabenrechnung (USAR). Dieses Konto misst die finanziellen Aufwendungen der verschiedenen Wirtschaftsakteure (öffentlicher Sektor, Unternehmen, private Haushalte), die explizit der Prävention, Verringerung und Beseitigung von Verschmutzungen bzw. der Bekämpfung anderer Umweltbelastungen dienen. |
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